{"id":100398,"date":"2023-09-15T10:46:42","date_gmt":"2023-09-15T08:46:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/?p=100398"},"modified":"2025-12-16T07:38:21","modified_gmt":"2025-12-16T06:38:21","slug":"die-fuenf-schoensten-gipfel-deutschlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/die-fuenf-schoensten-gipfel-deutschlands\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnf sch\u00f6nsten Gipfel Deutschlands \u2013 Euer Voting und meine Erfahrung"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einiger Zeit haben wir Euch nach dem sch\u00f6nsten Gipfel Deutschlands gefragt und Ihr habt abgestimmt. Ob damit der blo\u00dfe Anblick aus dem Tal oder eine Tour auf den Gipfel gemeint ist, haben wir offengelassen. Ich habe Euer Voting allerdings zum Anlass genommen die f\u00fcnf beliebtesten Berge in Deutschland zu besteigen und m\u00f6chte Euch nun an meiner Erfahrung teilhaben lassen. Hier also in umgekehrter Reihenfolge Eure liebsten deutschen Gipfel und meine pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke. Viel Spa\u00df damit!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-platz-5-kampenwand-ostgipfel-1664-m\"><strong>Platz 5: Kampenwand Ostgipfel 1664 m<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-wegweiser_zugeschnitten.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-wegweiser_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Die Gehzeiten an der Kampenwand sind gro\u00dfz\u00fcgig bemessen.\" class=\"wp-image-100416\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:262px\" width=\"350\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-wegweiser_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-wegweiser_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-wegweiser_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gehzeiten an der Kampenwand sind gro\u00dfz\u00fcgig bemessen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Talort: Aschau am  Chiemsee<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgangpunkt: Talstation Kampenwandbahn<\/li>\n\n\n\n<li>Anreise: Mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln kein Problem. Fahrzeit von M\u00fcnchen ca. 1:40 Stunden.<\/li>\n\n\n\n<li>Route: Bahnhof Aschau \u2013 Reitweg \u2013 Steinlingalm \u2013 Gipfel \u2013 Steinlingalm \u2013 Bergstation Kampenwandbahn \u2013 Bergbahn \u2013 Talstation Kampenwandbahn \u2013 Bahnhof Aschau<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Aufstieg: ca. 1060 hm<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Abstieg: ca. 200 hm<\/li>\n\n\n\n<li>Wegstrecke: ca. 14 km<\/li>\n\n\n\n<li>Offizielle <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/gehzeit-rechner\/\">Gehzeit<\/a> zum Gipfel: 3,5 Stunden (ab Talstation Kampenwandbahn)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Mit lediglich gut 1000 hm im Aufstieg ist die Tour auf die Kampenwand die k\u00fcrzeste und gleichzeitig einfachste in unserer Liste der sch\u00f6nsten Berge in Deutschland. Auf die Kampenwand kann man auch mit der Seilbahn fahren und von dort in ca. 30-45 Minuten bis zum Gipfel wandern. Das ist mir dann aber doch zu wenig und so habe ich mich f\u00fcr den Aufstieg aus dem Tal und gleichzeitig f\u00fcr einen echten Klassiker entschieden: Route Nr. 22 \u00fcber den Reitweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich reise mit der Bahn an. Aschau ist auf diese Weise relativ gut zu erreichen. Von Prien am Chiemsee, gibt es alle 40-60 min eine Verbindung. Somit ist die Anreise auch beispielsweise von M\u00fcnchen oder Salzburg kein Problem. Laut der DB-App soll es ab Aschau Bahnhof auch einen Bus zur Talstation der Kampenwand geben. Ich kann allerdings keinen Bus finden und entschlie\u00dfe mich, meine Tour bereits am Bahnhof zu starten. Bis zum eigentlichen Ausgangspunkt an der Talstation der Kampenwandbahn, sind es von hier nur gut 1,5 km, also alles halb so schlimm.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von der Talstation bis zur Steinlingalm<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Weg Nr. 22, auch Reitweg genannt, geht links an der Talstation der Bahn vorbei und f\u00fchrt zun\u00e4chst noch auf einer Stra\u00dfe aus dem Ort hinaus. Bald habe ich aber die letzten H\u00e4user hinter mir gelassen und der noch immer asphaltierte Weg f\u00fchrt mehr und mehr durch bewaldetes Gebiet. Etwa einen Kilometer weiter biegt dann der Reitweg von der Fahrstra\u00dfe ab und f\u00fchrt mit angenehmer Steigung und mehreren Kehren durch den Wald, bis er nach ca. 3,5 Kilometern erneut auf einen asphaltierten Fahrweg trifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diesem geht es dann weiter den Berg in Deutschland hoch, bis der Reitweg abermals abzweigt und noch immer mit angenehmer Steigung weiter bis zur Steinlingalm f\u00fchrt. Hier trifft der Reitweg auf mehrere andere Wanderwege und somit auch auf den, der von der Bergstation der Kampenwandbahn herf\u00fchrt. Au\u00dferdem kann man auf der Steinlingalm einkehren und so ist es wenig verwunderlich, dass sich hier zahlreiche Wanderer, Ausfl\u00fcgler und Radfahrer aufhalten. Mittlerweile ist es um die Mittagszeit und auch ich beschlie\u00dfe hier kurz etwas zu essen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-Aussicht_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-Aussicht_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der Aufstieg wird mit einem Blick \u00fcber den Chiemsee belohnt.\" class=\"wp-image-100422\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:264px\" width=\"350\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-Aussicht_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-Aussicht_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Kampenwand-Aussicht_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Aufstieg wird mit einem Blick \u00fcber den Chiemsee belohnt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-gipfelbesteigung\">Die Gipfelbesteigung<\/h3>\n\n\n\n<p>Gleich danach geht es weiter, es wartet der eigentliche Aufstieg zum Gipfel. Der Weg wird ziemlich schnell steiler und felsiger, hier und da hei\u00dft es kurz Hand anlegen. Nach kurzer Zeit stehe ich inmitten der sogenannten Kaisers\u00e4le. Dieser Ort befindet sich quasi im Berg. Durch einen schmalen Zugang gelangt man zwischen die Felsen hinein und ist bald komplett von ihnen Umgeben. Gerade so als st\u00fcnde man in einem gro\u00dfen Saal. Ein beeindruckender Ort. Auch hat man von hier aus einen guten Blick auf den Ostgipfel, den es noch zu besteigen gilt. Wer bis hier her gekommen ist, sollte damit aber kein Problem haben und so stehe ich nach kurzem Gekraxel am Gipfelkreuz und freue mich \u00fcber die herrliche Aussicht auf das Chiemgau mit seinen Seen und die umliegenden Berge. Perfekt, so soll es sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abstieg f\u00fchrt auf dem gleichen Weg zur\u00fcck zur Steinlingalm. Von hier wandere ich gem\u00fctlich zur Bergstation der Kampenwandbahn und schneller, als es mir lieb ist, ist die Tour auch schon beendet. Ich werde n\u00e4mlich mit der Bahn ins Tal fahren, das schont die Knochen und verleiht der Tour gleichzeitig auch ein wenig Ausflugscharakter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pers\u00f6nliches Fazit:<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Tour auf die Kampenwand ist definitiv lohnend auf der Liste der sch\u00f6nsten Berge in Deutschland. Bei entsprechendem Wetter hat man hier eine beeindruckende Fernsicht. Auch mit Kindern, die gerne Wandern und \/ oder Klettern sollte die Tour gut zu machen sein. Der Aufstieg aus dem Tal ist sch\u00f6n, aber nichts wirklich Besonderes. Wer sich die H\u00f6henmeter sparen will, kann daher auch die Bahn nehmen. Zum Thema Gehzeit: Diese ist aus meiner Sicht sehr gro\u00dfz\u00fcgig bemessen. Ich konnte sie trotz kurzer Mittagspause locker unterbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht: Kampenwand Platz 4<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Platz 4 und 3: Nebelhorn 2224 m und Rubihorn 1957 m<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Talort: Reichenbach<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgangspunkt: Parkplatz<\/li>\n\n\n\n<li>Anreise: Mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln kein Problem. Fahrzeit von M\u00fcnchen ca. 2:50 Stunden.<\/li>\n\n\n\n<li>Route: Reichenbach \u2013 Unterer Gaisalpsee \u2013 Rubihorn \u2013 Gaisalphorn \u2013 Gro\u00dfer Grundkopf &#8211; Nebelhorn<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Aufstieg: ca. 1530 hm<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Abstieg: ca. 180 hm<\/li>\n\n\n\n<li>Wegstrecke: ca. 9,5 km<\/li>\n\n\n\n<li>Offizielle Gehzeit zum Gipfel: Reichenbach &#8211; Rubihorn 3,5 Std.; Rubihorn \u2013 Nebelhorn 3,5 Std.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_rubihorn_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_rubihorn_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Das Rubihorn bietet eine weiten Blick \u00fcber's Tal.\" class=\"wp-image-100431\" style=\"width:350px;height:263px\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_rubihorn_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_rubihorn_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_rubihorn_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Rubihorn bietet einen weiten Blick \u00fcber&#8217;s Tal.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch auf das Nebelhorn gibt&#8217;s eine Seilbahn, ich h\u00e4tte es mir also einmal mehr leicht machen k\u00f6nnen. Aber da mir das zu einfach gewesen w\u00e4re und da das Rubihorn in der unmittelbaren Nachbarschaft des Nebelhorns steht, habe ich mir eine besondere Tour ausgesucht: Von Reichenbach bei Oberstdorf aufs Rubihorn und dann weiter \u00fcber das Gaisalphorn (1953 m) und den Gro\u00dfen Grundkopf (2062 m) zum Nebelhorn. Auf dieser Tour sind wir diesmal zu zweit unterwegs, das macht die doch recht lange Wanderung auf diese Berge in Deutschland zus\u00e4tzlich kurzweilig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von Reichenbach zum Rubihorn<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Tour startet direkt beim Wanderparkplatz in Reichenbach. Von dort aus geht es zun\u00e4chst \u00fcber den Gaistobelweg immer am Bach entlang bis zur Gaisalpe. Der Weg ist wirklich sch\u00f6n und vor allem durch den Bach landschaftlich eindrucksvoll. Auf der Gaisalpe k\u00f6nnte man theoretisch einkehren, uns ist jedoch noch nicht nach einer Pause und so setzen wir unseren Weg fort zum unteren Gaisalpsee. Der See liegt in einem Kessel, umgeben von zahlreichen Bergen. Einer davon ist das Rubihorn, das wir gleich noch besteigen wollen. Zus\u00e4tzlich hat man von hier aus einen perfekten Blick auf den Grat, der uns im weiteren Verlauf der Tour bis zum Nebelhorn f\u00fchren wird. Schnell wird klar: Der Weg ist noch weit, das wird sich ziemlich ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon ist der Untere Gaisaplsee auch ein beliebtes Tourenziel, beispielsweise f\u00fcr Familien. Denn man kann, sofern man das kalte Wasser nicht scheut, ohne Weiteres auch im See baden. Daf\u00fcr haben wir aber keine Zeit und gehen nach einer kurzen Vesperpause weiter in Richtung Rubihorn. Ab dem See wird der Weg bald steiler und an wenigen Stellen ein bisschen ausgesetzt. Hier hei\u00dft es Demut zeigen, langsam gehen, nicht gleich das ganze Pulver verschie\u00dfen. Kurz darauf erreichen wir ein Joch, hier teilt sich der Weg: Nach rechts auf den Gipfel des Rubihorns und nach links auf den Grat, der sich \u00fcber mehrere Gipfel hinweg bis zum Nebelhorn erstreckt. Wir wollen jedoch zun\u00e4chst das Rubihorn besteigen und erreichen den Gipfel nach ca. 10 Minuten leichter Kraxelei. Wenig \u00fcberraschend hat man von diesem Berg in Deutschland einen gro\u00dfartigen Blick auf und \u00fcber das Tal hinweg.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Nebelhorn_zugeschnitten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Nebelhorn_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Die Gratwanderung zum Gipfel des Nebelhorn.\" class=\"wp-image-100442\" style=\"width:255px;height:340px\" width=\"255\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Nebelhorn_zugeschnitten.jpg 750w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Nebelhorn_zugeschnitten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gratwanderung zum Gipfel des Nebelhorn.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachmittags zum Nebelhorn<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach einer kurzen Gipfelrast geht es weiter. Erst wieder zur\u00fcck in das Joch und dann immer weiter dem Grat entlang. Dieser ist zun\u00e4chst weder ausgesetzt oder unangenehm. So ist es auch wenig verwunderlich, dass wir schon nach relativ kurzer Gehzeit auf dem Gaisalphorn stehen. Kein Grund auszuruhen, f\u00fcr uns hei\u00dft es weitergehen. Mal auf dem Grat, mal daran entlang, einmal relativ knapp unter einem kleineren Gipfel hindurch. Wie schon erwartet zieht sich der Weg ganz sch\u00f6n und wird zum Nebelhorn hin insgesamt ein wenig anspruchsvoller. Hier und da braucht man die H\u00e4nde, manchmal muss man aber auch geh\u00f6rig mit dem niederen Kiefernbewuchs k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann nach einer Kuppe und noch einer Kuppe und da hinten nur noch ein zwei mal schnell ums Eck, erreichen wir den Vorgipfel des Nebelhorns. Hier gibt es eine Aussichtsplattform und zahlreiche Menschen, die die Aussicht genie\u00dfen. Wir kennen die Aussicht aber schon von unserer Gratwanderung und machen uns deshalb auf zum eigentlichen Gipfel. Dieser befindet sich direkt oberhalb der Bergstation der Nebelhornbahn. Kein Wunder also, dass man auch hier die Einsamkeit vergeblich sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hei\u00dft anstehen, Foto machen und sich erneut \u00fcber einen erfolgreich bezwungenen Berg in Deutschland  freuen. Au\u00dferdem hat man von hier aus einen recht guten Blick auf den Hochvogel, das Matterhorn des Allg\u00e4us. Der kommt morgen dran, ich bin gespannt. F\u00fcr den Abstieg nutzen wir auch hier die Bahn und gondeln durch ein beeindruckendes Panorama gem\u00fctlich ins Tal. Info: Von der Talstation der Nebelhornbahn gibt es st\u00fcndlich eine Busverbindung nach Reichenbach, hierdurch kommt man problemlos auch wieder zum Auto zur\u00fcck, sofern man nicht ohnehin mit den \u00d6ffentlichen unterwegs ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pers\u00f6nliches Fazit:<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Wanderung auf das Rubihorn macht richtig Spa\u00df. Wer Lust auf Bergwandern hat, ist hier genau richtig. Je nach Leistungsstand k\u00f6nnen auch Kinder auf diesen Berg in Deutschland mitkommen. Bis zum Rubihorn hat mir die Tour wirklich gut gefallen, hier ist alles drin: Ein beeindruckender Wildbach, Einkehrm\u00f6glichkeiten am Weg und ein See zum Baden. Die Tour ist mit rund 1100 hm im Aufstieg nicht gerade kurz, aber dennoch gut zu bew\u00e4ltigen. Der Weiterweg zum Nebelhorn war eigentlich auch eine sch\u00f6ne Tour. Dennoch: Wer Lust auf eine (anspruchsvolle) Gratwanderung hat, findet definitiv woanders was Sch\u00f6neres. Der Gipfel des Nebelhorns ist aufgrund der Bahn zumeist sehr gut besucht und ich kann jeden verstehen, der sich die Bergwelt auch ohne gro\u00dfe M\u00fchen gerne einmal von oben anschaut. Dennoch: Ein wirkliches Bergerlebnis sieht f\u00fcr mich anders aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht: Rubihorn Platz 3, Nebelhorn Platz 5<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Platz 2: Hochvogel 2592 m<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Talort: Hinterstein<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgangspunkt: Bushaltestelle Giebelhaus (Stra\u00dfe f\u00fcr Autos gesperrt)<\/li>\n\n\n\n<li>Anreise: Mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln machbar, aber ein wenig umst\u00e4ndlich. Fahrzeit von M\u00fcnchen ca. 3:30 Stunden. Wer mit dem Auto anreist, muss in Hinterstein parken, es gibt st\u00fcndlich einen Bus zum Giebelhaus.<\/li>\n\n\n\n<li>Route: Giebelhaus \u2013 Prinz-Luitpold.Haus \u2013 Kreuzspitze &#8211; Hochvogel<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Aufstieg: ca. 1600 hm<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Abstieg: ca. 1600 hm<\/li>\n\n\n\n<li>Wegstrecke: ca. 18 km<\/li>\n\n\n\n<li>Offizielle Gehzeit zum Gipfel: 6 Std.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Prinz-Luitpold-Haus_zugeschnitten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Prinz-Luitpold-Haus_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Das Prinz-Luitpold-Haus bietet sich f\u00fcr eine \u00dcbernachtung an.\" class=\"wp-image-100451\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:263px\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Prinz-Luitpold-Haus_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Prinz-Luitpold-Haus_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Prinz-Luitpold-Haus_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Prinz-Luitpold-Haus bietet sich f\u00fcr eine \u00dcbernachtung an.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im wirklich hintersten Zipfel des Allg\u00e4us steht der Hochvogel &#8211; eure Top 2 der Berge in Deutschland. Drei unterschiedliche Routen f\u00fchren theoretisch auf den Gipfel. Zwei von der deutschen und eine dritte von der \u00f6sterreichischen Seite. Beim Aufstieg von der \u00f6sterreichischen Seite gilt es jedoch zu beachten, dass der B\u00e4umenheimer Weg seit 2014, aufgrund der Gefahr von Felsst\u00fcrzen gesperrt ist. Wer von \u00d6sterreich aufsteigen will, muss daher einen ordentlichen Umweg in Kauf nehmen. Ich entscheide mich aber f\u00fcr den Aufstieg von der Allg\u00e4uer Seite und \u00fcber die Kreuzspitze (2367 m).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tour auf den Hochvogel ist mit rund 1600 hm im Auf- und Abstieg nicht gerade kurz. Eine Bahn zur Unterst\u00fctzung gibt es hier nicht, daf\u00fcr aber im Bereich der Kreuzspitze ordentlich Gekraxel und ggf. eine H\u00fctte zum \u00dcbernachten. Zu den Gehzeiten liest man Unterschiedliches, die Tour k\u00f6nnte sich also auch ziehen. Zu allem \u00dcberfluss bin ich heute auch \u00fcberwiegend alleine unterwegs. Mein Begleiter hat sich am Vortag irgendwo zwischen Rubi- und Nebelhorn derart \u00fcble Blasen gelaufen, dass er heute maximal bis zum Prinz-Luitpold-Haus aufsteigen wird. Wir sind dort f\u00fcr sp\u00e4ter zum Essen verabredet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Giebelhaus zum Prinz-Luitpold-Haus<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Tour zum Hochvogel startet am Giebelhaus im Hintersteiner Tal. Die Stra\u00dfe dorthin ist f\u00fcr den allgemeinen Verkehr gesperrt. Zum Giebelhaus f\u00e4hrt aber ein Bus, alternativ k\u00f6nnte man die Strecke aber auch mit dem Fahrrad bew\u00e4ltigen. Wir haben jedoch keinen Drahtesel dabei und nehmen den Bus. Hierdurch ergibt sich f\u00fcr die Tour automatisch ein maximales Zeitfenster von 11 Stunden, da wir ja den letzten Bus talabw\u00e4rts noch erwischen m\u00fcssen. Am Giebelhaus angekommen steige ich aus dem Bus und stehe direkt vor einem Wegweiser. Sechs Stunden ist die offizielle Gehzeit zum Gipfel des Hochvogels. Das k\u00f6nnte knapp werden&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten 2-3 Kilometer verl\u00e4uft die Aufstiegsroute noch auf der Fahrstra\u00dfe, die durch das Hintersteiner Tal f\u00fchrt. Kurz vor der Materialseilbahn des Prinz-Luitpold-Hauses biegt unser Weg jedoch nach links ab, f\u00fchrt zu und \u00fcber einen kleinen Bach und steigt auf der anderen Talseite merklich in leichten Kehren an. Zun\u00e4chst f\u00fchrt der Weg dabei noch durch einen Wald, bald aber schon \u00fcber mehrheitlich offenes Gel\u00e4nde, immer wieder auch in mittelbarer N\u00e4he zu einem Bergbach mit kleineren Kaskaden. Auf diese Art schl\u00e4ngelt sich der Weg dahin, bis ich nach ca. 2 Stunden das Prinz-Luitpold-Haus erreiche. Hier k\u00f6nnte man theoretisch auch \u00fcbernachten und so die Tour auf diesen Berg in Deutschland in zwei gem\u00fctlichere Tage aufteilen. In der Ferienzeit war allerdings f\u00fcr uns kurzfristig kein Platz mehr zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der erste See und die Kreuzspitze<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich geht der Weg gleich weiter. Erst nahezu eben an einem kleinen See entlang, dann aber schnell wieder wie gewohnt in Serpentinen steigend durch gutes Gehgel\u00e4nde. Rund 200 H\u00f6henmeter oberhalb des Prinz-Luitpold-Hauses gabelt sich der Weg. Hier muss ich mich entscheiden, entweder nach links am \u201eBalken\u201c vorbei und \u00fcber den \u201eKalten Winkel\u201c zum Hochvogel. Oder nach rechts \u00fcber die \u201eKreuzspitze\u201c. Der Weg \u00fcber die Kreuzspitze ist ein bisschen anspruchsvoller. Einige Stellen sind hier auch mit Drahtseil versichert. Das klingt f\u00fcr mich spannend und ich beschlie\u00dfe diesen Weg zu nehmen. Zumal der Wergweiser eine etwas l\u00e4ngere Gehzeit \u00fcber den Kalten Winkel auf den Berg in Deutschland angibt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Aussicht_zugeschnitten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Aussicht_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Eine atemberaubende Aussicht wartet auf dem Hochvogel.\" class=\"wp-image-100458\" style=\"width:350px;height:263px\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Aussicht_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Aussicht_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Hochvogel-Aussicht_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine atemberaubende Aussicht wartet auf dem Hochvogel.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Beim Weg zur Kreuzspitze handelt es sich zun\u00e4chst um Gehgel\u00e4nde. Dieses ist recht steil und nicht zuletzt aufgrund seiner Beschaffenheit ein wenig m\u00fchselig. Um so mehr freut es mich, als ich endlich an der ersten Kletterstelle angekommen bin. Diese ist durchweg mit einem Drahtseil versehen. Man k\u00f6nnte sich hier daher auch problemlos mittels <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/klettersteigsets\/\">Klettersteigset<\/a> sichern. Das ist aber keinesfalls ein Muss, wer trittsicher und schwindelfrei ist, bew\u00e4ltigt die kurze Kletterei auch ungesichert souver\u00e4n. Der Weg selbst f\u00fchrt nicht direkt auf die Kreuzspitze, sondern knapp unterhalb des Gipfels vorbei. Wer will, kann den kurzen Umweg auf den Gipfel aber problemlos in ca. 15 Minuten bew\u00e4ltigen. Ich bin jedoch noch zum Essen verabredet und beeile mich daher lieber den Hochvogel zu besteigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auf zum Hochvogel<\/h3>\n\n\n\n<p>Hinter der Kreuzspitze muss man ein paar H\u00f6henmeter absteigen. Hier trifft mein Weg wieder auf die Route durch den Kalten Winkel. Noch rund 300 H\u00f6henmeter sind es von hier auf den Gipfel. Der Weg steigt mehrfach steil an. Hier und da braucht man die H\u00e4nde um voranzukommen, immer wieder kommt es zu leichter Kraxelei, an anderen Stellen handelt es sich um angenehmes Gehgel\u00e4nde. Am Gipfel hei\u00dft es f\u00fcr mich erst einmal durchatmen, Pause machen, die Landschaft genie\u00dfen. Etwa vier statt der sechs veranschlagten Stunden habe ich bis hier her gebraucht. Die Gehzeiten scheinen mir generell recht gro\u00dfz\u00fcgig bemessen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auf dem Hochvogel cool ist: Der Berg in Deutschland steht vergleichsweise frei und hat \u00fcberwiegend niederere Berge in der unmittelbaren Nachbarschaft. Deshalb ist auch der Blick von hier einfach nur der Hammer. Was am Hochvogel eher uncool ist: Hier droht die Gefahr eines massiven Felssturzes, denn der Berg ist in Bewegung. Um dies \u00fcberwachen und vielleicht vorhersagen zu k\u00f6nnen, wurden auf dem instabilen Teil des Gipfels zahlreiche Messger\u00e4te installiert. Schilder warnen au\u00dferdem davor, gewisse Bereiche zu betreten, der direkte Aufstieg von der \u00f6sterreichischen Seite ist und bleibt deshalb dauerhaft gesperrt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Abstieg nehme ich den gleichen Weg, wie f\u00fcr den Aufstieg und erreiche das Prinz-Luitpold-Haus kurz nach der Mittagszeit. Nach einer St\u00e4rkung ist dann auch der restliche Abstieg kein gr\u00f6\u00dferes Problem mehr. Au\u00dferdem sind wir nun wieder zu zweit unterwegs, sodass sich der Weg zum Giebelhaus trotz langsam m\u00fcde werdender Beine gar nicht mal so schlimm hinzieht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pers\u00f6nliches Fazit:<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Tour auf den Hochvogel ist eine wirklich sch\u00f6ne Tour mit angenehm alpinem Charakter. Wer sich f\u00fcr den Weg \u00fcber die Kreuzspitze entscheidet, sollte wissen, was er macht. Ist dies jedoch gegeben, wartet eine sch\u00f6ne und vielseitige Bergtour in Deutschland. Auch die L\u00e4nge sollte man nicht untersch\u00e4tzen, rund 1600 H\u00f6henmeter im Auf- und Abstieg gehen, zumindest mir, mit der Zeit schon ganz gut in die Knochen. Wer der eigenen Kondition nicht traut, ist sicherlich gut beraten einmal auf dem Prinz-Luitpold-Haus zu \u00fcbernachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht: Hochvogel Platz 2. Das aber wirklich, wirklich knapp und auch nur, weil der Watzmann als einer der bekanntesten Berge in Deutschland ein paar Promipunkte bekommt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Platz 1: Watzmann 2713 m<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Talort: Ramsau bei Berchtesgaden<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgangspunkt: Parkplatz an der Wimbachbr\u00fccke<\/li>\n\n\n\n<li>Anreise: Mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln m\u00f6glich. Fahrzeit von M\u00fcnchen ca. 3:20 Stunden<\/li>\n\n\n\n<li>Route: Parkplatz \u2013 Watzmanhaus \u2013 Hocheck \u2013 Mittelspitze \u2013 S\u00fcdspitze \u2013 Wimbachgriesh\u00fctte &#8211; Parkplatz<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Aufstieg: ca. 2360 hm<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6henmeter im Abstieg: ca. 2360 hm<\/li>\n\n\n\n<li>Wegstrecke: ca. 23 km<\/li>\n\n\n\n<li>Offizielle Gehzeit zum 1. Gipfel: Vom Parkplatz 7 Std.; vom Watzmannhaus 4 Std.<\/li>\n\n\n\n<li>Offizielle Gehzeit vom Watzmannhaus zur Wimbachgriesh\u00fctte: 10 Std.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Gro\u00df und m\u00e4chtig: der Watzmann. Der Schicksalsberg, K\u00f6nig Watzmann. Rund um diesen Berg in Deutschland, der eigentlich ein ganzer Gebirgsstock ist, ranken sich zahlreiche Geschichten, Sagen, Mythen. Vielfach erz\u00e4hlen Lieder von Gl\u00fcck, Schicksal und Grausamkeit. Und auch in zahlreichen Berichten von Touren auf und \u00fcber den Watzmann liest man alles, von heroisch bis be\u00e4ngstigend, von relativ leicht und keine gro\u00dfe Sache bis hin zu richtig schwer und endlos lang. Zeit also, dass ich mir das einfach einmal selbst anschaue.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Watzmann\u00fcberschreitung werde ich mir zwei Tage Zeit nehmen. Denn die Tour \u00fcber die drei Gipfel des Watzmanns ist definitiv nicht zu untersch\u00e4tzen. Mit gut 2300 H\u00f6henmetern und \u00fcber 20 Kilometer Wegstrecke, davon ca. 4 Kilometer Gratkletterei, sollte man schon wissen, was man sich antut. F\u00fcr mich war daher schnell klar: Einmal auf dem Watzmannhaus \u00fcbernachten macht die Sache deutliche leichter. Die Watzmann\u00fcberschreitung werde ich nicht alleine machen. Sehr zu meiner Freude hat sich im Kreis der befreundeten Kletterer ein Mitstreiter gefunden, mit dem ich diese Tour nicht nur gerne angehe, sondern auf den ich mich auch voll und ganz verlassen kann.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Watzmann-Wimbachgries_zugeschnitten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_Watzmann-Wimbachgries_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Das Wimbachgriestal ist nur eines von vielen Highlights auf der Tour zum Watzmann.\" class=\"wp-image-100467\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:265px\" width=\"350\" height=\"265\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Wimbachgriestal ist nur eines von vielen Highlights auf der Tour zum Watzmann.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die erste Etappe<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Aufstieg zum Watzmannhaus ist vergleichsweise unspektakul\u00e4r. Ein relativ breiter Weg f\u00fchrt von Anfang an vergleichsweise Steil erst durch bewaldetes Gebiet und dann durch immer offener werdende Landschaft. Nach der Mittelkaseralm wird der Weg schlie\u00dflich deutlich schmaler und ein wenig verblockter. Obwohl nie anspruchsvoll, ist er doch anhaltend steil. Und mir zieht es bereits auf halber Strecke geh\u00f6rig den Stecker. In der Nacht zuvor habe ich wenig geschlafen und bin dann nahezu Nonstop vom Schwarzwald mit dem Auto in die Berchtesgadener Alpen gefahren. Der K\u00f6rper fordert Pausen und ich gebe widerwillig nach. Dennoch: Der H\u00fcttenanstieg hat eine offizielle Gehzeit von vier Stunden, wir sind trotz Pausen in rund drei Stunden auf der H\u00fctte. Das l\u00e4sst f\u00fcr die eigentliche \u00dcberschreitung hoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Watzmannhaus ist f\u00fcr mich eine wirklich erfreuliche \u00dcberraschung. Die H\u00fctte ist gut in Schuss und wurde vor nicht allzu langer Zeit grundlegend renoviert. Wir haben zwei Schlafpl\u00e4tze im Lager gebucht. Insgesamt ist in unserem Zimmer f\u00fcr lediglich acht Personen Platz, das macht die Nacht trotz \u201eMassenlager\u201c halbwegs angenehm. Der Abend auf der H\u00fctte gestaltet sich recht am\u00fcsant und kurzweilig. Essen und Getr\u00e4nke gibt es \u00e0 la carte zu durchaus fairen Preisen. Wir sitzen mit drei Franken und zwei Hessen am Tisch, es wird viel geredet und gelacht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-aufstieg-uber-s-hocheck\">Aufstieg \u00fcber&#8217;s Hocheck<\/h3>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen hei\u00dft es fr\u00fch aus den Federn. Kurz vor sechs klingelt der Wecker ungn\u00e4dig. Warum mache ich das hier eigentlich? Aber egal, anziehen, fr\u00fchst\u00fccken, los. Vor dem Watzmannhaus steht ein Wegweiser. Drei Stunden soll man von hier bis zum Hocheck, dem ersten von drei Gipfeln brauchen, zehn Stunden bis zur Wimbachgriesh\u00fctte. Es k\u00f6nnte also ein langer Tag werden. Der Aufstieg zum Hocheck zieht sich ein wenig. Der Weg steigt schnell in Kehren an, ist durchweg ger\u00f6llig und ein wenig verblockt. Nicht selten geht man auch auf Fels und muss immer wieder Steigen. Eine kurze Stelle ist bereits hier mit einem Drahtseil gesichert, wer die \u00dcberschreitung angehen m\u00f6chte, sollte aber keinerlei Probleme damit haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch: Mein K\u00f6rper will heute einfach nicht laufen, es ist zu fr\u00fch am Tag. Hinzukommt, dass schon den ganzen Morgen ein starker Wind weht und wir nach wenigen H\u00f6henmetern in den ersten kleinen Regenschauer geraten. Wir beschlie\u00dfen weiterzugehen, das Wetter soll laut Prognose besser werden, der Blick ins Panorama zeigt, das k\u00f6nnte stimmen. Und so ist es dann auch und wir erreichen, trotz meines Tr\u00f6deltempos, das Hocheck in deutlich weniger als drei Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind hier nicht alleine, zahlreiche Wanderer und Bergsteiger sind am Hocheck bereits eingetroffen. F\u00fcr manche ist hier bereits das Tourenziel erreicht, wir und viele andere bereiten uns aber auf die nun anstehende Grat\u00fcberschreitung vor. Hei\u00dft: Gurt und <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/klettersteigsets\/\">Klettersteigset<\/a> anlegen, Helm anziehen. Und schon geht es los. Rund vier Kilometer sollen es von hier auf die S\u00fcdspitze sein, immer auf dem bzw. am Grat entlang. Manche Stellen sind dabei mit Drahtseil gesichert, sodass man sich hier auch mit dem Klettersteigset einh\u00e4ngen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil der \u00dcberschreitung geht man jedoch frei. Das Terrain ist dabei unterschiedlich, Kletterei l\u00f6st sich immer wieder mit Gehpassagen ab. Die ausgesetzten Stellen sind zahlreich, hier sollte man schon wissen, was man tut. F\u00fcr mich ist der Wegverlauf relativ angenehm und gut zu bew\u00e4ltigen. An ein, zwei Stellen bin ich aber auch um das Drahtseil wirklich froh. Vor allem dann, wenn der Weg direkt \u00fcber den Grat f\u00fchrt und es auf beiden Seiten ordentlich runter geht. Auch die Wegfindung ist kein Problem, die gesamte \u00dcberschreitung ist wirklich gr\u00fcndlich markiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_watzmann_zugeschnitten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_watzmann_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Die Kombination aus Wanderung und Ausblick macht die Watzmann\u00fcberschreitung zur Nr. 1 unserer Liste.\" class=\"wp-image-100474\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:264px\" width=\"350\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_watzmann_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_watzmann_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Gipfel_watzmann_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Kombination aus Wanderung und Ausblick macht die Watzmann\u00fcberschreitung zur Nr. 1 unserer Liste.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-auf-zum-sudgipfel\">Auf zum S\u00fcdgipfel<\/h3>\n\n\n\n<p>Kaum am Grat angekommen ist au\u00dferdem meine Lauffaulheit wie weggeblasen. Und so bin ich schon fast von mir selbst \u00fcberrascht, als wir nach nochmals einer guten halben Stunde auf der Mittelspitze und somit dem Hauptgipfel des Watzmanns stehen. Wenngleich das Wetter noch immer nicht wirklich gut ist, hat es aber doch wenigstens bis hier her gut gehalten und auch der Himmel sieht nicht so aus, als w\u00fcrde sich hier was Schlimmeres zusammenbrauen. Dennoch zieht es uns weiter, der Weg ist noch betr\u00e4chtlich, eine Pause gibt es jetzt noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg von der Mittel- zur S\u00fcdspitze ist deutlich l\u00e4nger, als das St\u00fcck vom Hocheck zur Mittelspitze und zieht sich dementsprechend ein wenig. Vom Charakter und der Schwierigkeit her bleibt aber alles beim Alten. Wir kommen gut voran und erreichen den S\u00fcdgipfel, trotz einer kurzen Vesperpause im Windschatten des Grats, nach knapp 1,5 Stunden. Die eigentliche \u00dcberschreitung ist hier geschafft, der Grat des Watzmanns erfolgreich bezwungen. Auch das Wetter ist jetzt ein wenig besser und wir genie\u00dfen die grandiose Aussicht von diesem beliebten Berg in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer allerdings glaubt, dass die Tour hier eigentlich schon zu Ende ist und man nur mal noch so ein bisschen schnell ins Tal absteigen muss, der irrt gewaltig. Bis hier her war die Tour Spa\u00df, die Qu\u00e4lerei beginnt genau jetzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein langer Abstieg<\/h3>\n\n\n\n<p>Um ehrlich zu sein, habe ich den Abstieg im Vorfeld gewaltig untersch\u00e4tzt. Bis runter ins Wimbachgries sind es vom S\u00fcdgipfel fast 1300 hm. Aber nicht nur die L\u00e4nge versaut einen schnellen und gem\u00fctlichen Abstieg. Der Weg ist auch nicht gerade leicht. Immer wieder kommen versicherte und unversicherte Kletterpassagen. Man bekommt es mit Ger\u00f6llfeldern zu tun und muss zu guter Letzt noch eine leicht schmierige Rinne mit Kiefernbewuchs absteigen. Der Abstieg geht wirklich erst im Talboden des Wimbachgries dauerhaft in angenehmes Gehgel\u00e4nde \u00fcber. Bis dahin hat man wirklich ordentlich zu tun. Nach knapp zwei Stunden ist aber auch das geschafft und wir stehen im Wimbachgries.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut sechs Stunden sind wir insgesamt schon unterwegs und zum Gl\u00fcck ist es von hier auch nicht mehr weit bis zur Wimbachgriesh\u00fctte. Hier g\u00f6nnen wir uns endlich eine ausgiebige Pause, Essen und Trinken eine Kleinigkeit. Gef\u00fchlt ist die Tour geschafft. Der Weg zur\u00fcck zum Auto sehe ich eher als Formsache. Und so ist das dann auch. Nach unserer St\u00e4rkung wandern wir das Tal hinaus und erreichen unser Auto rund 9 Stunden nachdem wir vom Watzmannhaus aufgebrochen sind. Alles in allem eine gute Tour auf einen Berg in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pers\u00f6nliches Fazit:<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Watzmann\u00fcberschreitung ist eine lohnende und gleicherma\u00dfen anspruchsvolle Tour. Wer die notwendige Kondition und Erfahrung mitbringt, wird hier auf keine gr\u00f6\u00dferen Probleme sto\u00dfen. Ob dies gegeben ist, muss jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden. Wir haben auch Leute gesehen, die bereits am Hocheck umgedreht sind, obwohl sie eigentlich die \u00dcberschreitung machen wollten. Hier muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein und sollte sich keinesfalls \u00fcbersch\u00e4tzen. Die L\u00e4nge und somit auch der sich ziehende Weg zum Hocheck sowie der nicht enden wollende Abstieg bringen der Tour aus meiner Sicht ein paar Minuspunkte ein. Ein zweites Mal werde ich die Watzmann\u00fcberschreitung daher wahrscheinlich nicht machen. Dennoch bin ich aber froh, die Tour angegangen zu haben, alleine schon der Kletterei und der Aussicht wegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht: Watzmann Platz 1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit haben wir Euch nach dem sch\u00f6nsten Gipfel Deutschlands gefragt und Ihr habt abgestimmt. 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