{"id":130102,"date":"2026-01-27T11:07:55","date_gmt":"2026-01-27T10:07:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/?p=130102"},"modified":"2026-03-02T19:47:27","modified_gmt":"2026-03-02T18:47:27","slug":"mont-blanc-aufstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/mont-blanc-aufstieg\/","title":{"rendered":"Mont Blanc Besteigung: alle vier Normalwege im \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Mont Blanc ist <strong>4805 Meter<\/strong> hoch. Er ist damit der h\u00f6chste Berg der Alpen und auch der <strong>h\u00f6chste Gipfel Frankreichs<\/strong>. Oft wird er sogar als h\u00f6chster Punkt Europas bezeichnet. Ob das stimmt, h\u00e4ngt davon ab, wo du die Grenze zwischen Europa und Asien ziehst, denn der Elbrus mit seinen 5642 Metern w\u00e4re sonst h\u00f6her. In jedem Fall ist der Mont Blanc der mit Abstand h\u00f6chste Gipfel der Alpen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste erfolgreiche Besteigung des Mont Blanc gelang am 7. August 1786 Jacques Balmat und Michel Paccard. Beide waren aus Chamonix und wurden durch eine hohe Belohnung motiviert, die der Naturforscher Horace B\u00e9n\u00e9dict de Saussure ausgesetzt hatte. Wenn du heute am Mont Blanc unterwegs bist, fragst du dich wahrscheinlich, wie die beiden mit ihrer damaligen Ausr\u00fcstung diese Tour meistern konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dieser historischen Erstbesteigung sind rund zweihundertf\u00fcnfzig Jahre vergangen. Inzwischen wurden alle Gr\u00e4te, W\u00e4nde und Couloirs begangen und jedes Jahr versuchen mehrere tausend Bergsteiger den h\u00f6chsten Punkt der Alpen zu erreichen. Die meisten entscheiden sich daf\u00fcr f\u00fcr einen der bekannten Normalwege.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-vier-normalwege-am-mont-blanc\"><strong>Die vier Normalwege am Mont Blanc<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn du selbst auf den Mont Blanc m\u00f6chtest, hast du <strong>mehrere Routen zur Wahl<\/strong>, die sich in Charakter, Schwierigkeit und objektiven Gefahren deutlich unterscheiden. Hier bekommst du einen \u00dcberblick \u00fcber die vier klassischen Normalwege:<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-1-uber-grandes-mulets-auf-den-mont-blanc\">1. <strong>\u00dcber Grandes Mulets<\/strong> auf den Mont Blanc<\/h3>\n\n\n<section class=\"bf-tipp no-image\"><div class=\"bf-tipp__content\"><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Eine vor allem im Winter gebr\u00e4uchliche Route, im Sommer weniger empfehlenswert.<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\">Christof Schellhammer \u2014 seit \u00fcber 30 Jahren Berg- und Skif\u00fchrer<\/p><\/div><\/section>\n\n\n<p>Der Weg der Erstbesteiger f\u00fchrt \u00fcber den <strong>Bossongletscher<\/strong>, die <strong>Grandes Mulets<\/strong>, das <strong>Grand Plateau<\/strong> und schlussendlich \u00fcber den <strong>Bossongrat<\/strong> zum Gipfel. Heute steht auf der Felsinsel der Grandes Mulets mitten im Gletscher die gut 3.000 Metern hohe, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Refuge_des_Grands_Mulets\">gleichnamige Schutzh\u00fctte<\/a>. Nicht erst seit dem <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/gletscher\/\">Abschmelzen der Gletscher<\/a> (noch in den 1980er Jahren reichte der Bossongletscher bis ins Tal von Chamonix herab) ist dieser Anstieg objektiv gef\u00e4hrlich. Riesige Eisbl\u00f6cke h\u00e4ngen wie ein Damoklesschwert \u00fcber der Route. Dabei musst du wissen, dass die Seracs einzig durch das stetige Schieben und Flie\u00dfen des Gletschers zum Absturz gebracht werden und nicht etwa durch kalkulierbare tageszeitliche Erw\u00e4rmung. Trotz der objektiven Gefahren bleibt dieser Anstieg nach wie vor der h\u00e4ufig begangene Skianstieg. Dann hat man wenigstens den Vorteil, dass man bei der Abfahrt den Gefahrenbereich schnell \u00fcberwinden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6henunterschiede:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Tag 1:<\/strong> Plan d Aiguille (2.300 m) bis Grands Mulets H\u00fctte (3.051 m); 800 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tag 2:<\/strong> Grands Mulets H\u00fctte (3.051 m) bis Mont Blanc (4.805 m); 1.800 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abstieg:<\/strong> 2.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Schwierigkeit:<\/strong> anspruchsvolle und objektiv gef\u00e4hrliche Gletscher- und Hochtour, schmaler Gipfelgrat, Fels bis II im Abstieg<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1703\" height=\"1277\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited.jpg\" alt=\"Der Bossongrat auf dem Weg zum Gipfel des Mont Blanc\" class=\"wp-image-130272\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited.jpg 1703w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited-1500x1125.jpg 1500w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Bossongrat_bearbeitet-edited-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1703px) 100vw, 1703px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auf dem Bossongrat Richtung Gipfel. Photo credits: VIVALPIN<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-2-uber-die-gouter-hutte-auf-den-mont-blanc\">2. \u00dcber die <strong>Go\u00fbter-H\u00fctte<\/strong> auf den Mont Blanc<\/h3>\n\n\n<section class=\"bf-tipp no-image\"><div class=\"bf-tipp__content\"><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Die am h\u00e4ufigsten begangene Route auf den Mont Blanc.<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\">Christoff Schellhammer \u2014 seit \u00fcber 30 Jahren Berg- und Skif\u00fchrer<\/p><\/div><\/section>\n\n\n<p>Im Sommer gibt es noch drei weitere technisch \u201erelativ\u201c einfache Routen. Da w\u00e4re zum ersten der eigentliche Normalweg und am h\u00e4ufigsten begangenen Anstieg \u00fcber die <strong><a href=\"https:\/\/montblanc.ffcam.fr\/GB_refuge-home-2.html\">T\u00eate Rousse H\u00fctte<\/a><\/strong>, das <strong>Grand Couloir<\/strong>, die <strong><a href=\"https:\/\/montblanc.ffcam.fr\/GB_refuge-home-1.html\">Go\u00fbter-H\u00fctte<\/a><\/strong> und den <strong>D\u00f4me du Go\u00fbter<\/strong>. Kurz unterhalb der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Refuge_Vallot\">Vallot-H\u00fctte<\/a> (einer Notunterkunft auf 4.351 m H\u00f6he) triffst du auf die Route der Erstbegeher. Auch die Go\u00fbter-Route hat ihre T\u00fccken: Die Querung des Grand Couloir ist extrem steinschlaggef\u00e4hrlich. Zur Absicherung dieser ca. 100 m langen Traverse ist zwar in 2 m H\u00f6he ein Drahtseil gespannt, dies dient aber nur zur Vermeidung von Seilschafsabst\u00fcrzen bei Steinschlagtreffern. Das mag jetzt makaber klingen, aber in der Tat herrscht in dem Couloir bei entsprechender Erw\u00e4rmung ein wahres Steinbombardement, das im Laufe der Jahre durch Klimawandel und Absinken des Permafrostes gef\u00f6rdert wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>In dem Couloir herrscht nur Ruhe, wenn der Berg gefroren ist und weder Sonne noch hohe Temperaturen Eis und Schnee auftauen. Da brauchst du eine gute Taktik. Viele Bergf\u00fchrer <strong>meiden inzwischen Juli und August<\/strong> und verlegen ihre Besteigungen auf die Zeitr\u00e4ume davor und danach bei entsprechenden Wetterlagen. <strong>Manche starten auch um Mitternacht<\/strong> von der T\u00eate Rousse H\u00fctte, dann ist das Couloir gefroren und es bleibt ruhig, nur f\u00fcr den Abstieg besteht das Steinschlagproblem weiterhin.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Grand Couloir folgt eine ansprechende, einfache Kletterei bis zum Felsgrat der<strong> Aiguille du Go\u00fbter<\/strong>, auf dem die gleichnamige, hypermoderne H\u00fctte thront. Von hier sind es noch 1.000 H\u00f6henmeter \u00fcber herrliche Schnee- und Firnh\u00e4nge und den fantastischen Gipfelgrat. Und diese H\u00f6henmeter haben es in sich, denn die wenigsten der Gipfelanw\u00e4rter sind <strong>ausreichend akklimatisiert<\/strong>. Trotz der geringen Schwierigkeiten wird dann jeder Schritt zur Qual und das Tempo sinkt auf unter 200 H\u00f6henmeter pro Stunde.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1703\" height=\"1277\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited.jpg\" alt=\"Aufstieg bei Morgengrauen.\" class=\"wp-image-130284\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited.jpg 1703w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited-1500x1125.jpg 1500w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Stimmungbild-Aufstieg-edited-1536x1152.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1703px) 100vw, 1703px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wer nicht ausreichend akklimatisiert ist, dem f\u00e4llt auch der kleinste Schritt extrem schwer. Photo credits: VIVALPIN<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>H\u00f6henunterschiede<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Tag 1:<\/strong> Nid d&#8217;Aigle (2.390 m) &#8211; Go\u00fbter-H\u00fctte (3.835 m): 1.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tag 2:<\/strong> Go\u00fbter-H\u00fctte (3.835 m) &#8211; Mont Blanc (4.805 m): 1.000 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abstieg:<\/strong> 2.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Schwierigkeit<\/strong>: anspruchsvolle, objektiv gef\u00e4hrliche Hochtour, Fels bis II in Anstieg zur Go\u00fbter-H\u00fctte, Gletscherbegehung und schmaler Gipfelgrat.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-alternative-uber-die-tete-rousse-hutte-0\"><strong>Alternative<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Tag 1:<\/strong> Nid d&#8217;Aigle (2.390 m) bis T\u00eate Rousse-H\u00fctte (3.167 m): 800 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tag 2:<\/strong> T\u00eate Rousse-H\u00fctte &#8211; Mont Blanc (4.805 m): 1.600 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abstieg: <\/strong>2.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-3-die-mont-blanc-uberschreitung-von-der-aiguille-du-midi\">3. <strong>Die Mont Blanc \u00dcberschreitung von der Aiguille du Midi<\/strong><\/h3>\n\n\n<section class=\"bf-tipp no-image\"><div class=\"bf-tipp__content\"><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Die klassische Mont Blanc \u00dcberschreitung.<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\"><a class=\"bf-tipp__byline-link\" href=\"https:\/\/vivalpin.com\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Christof Schellhammer \u2014 Mitgr\u00fcnder der Ski- und Bergschule VIVALPIN<\/a><\/p><\/div><\/section>\n\n\n<p>Diese Route als Normalweg zu beschreiben ist eigentlich eine Untertreibung. Denn du \u00fcberschreitest zwei weitere <a href=\"https:\/\/vivalpin.blog\/mein-erster-viertausender\/\">Viertausender<\/a> (auch wenn du die eigentlichen, nur wenige Meter h\u00f6heren Gipfel nicht betrittst;) n\u00e4mlich Mont Blanc du Tacul und Mont Maudit. Aber der Reihe nach. <\/p>\n\n\n\n<p>Am ersten Tag wanderst du in einer guten Stunde von der <a href=\"https:\/\/de.chamonix.com\/tatichkeiten\/praktische-informationen-zu-den-skiliften\/seilbahn-der-aiguille-du-midi\">Bergstation der Aiguille du Midi<\/a> zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Refuge_des_Cosmiques\">Cosmiques H\u00fctte<\/a>, vor deinen Augen die massive Eiswand des <strong>Mont Blanc du Tacul<\/strong>, die du am n\u00e4chsten Tag auf der rechten Seite \u00fcber steile Gletscher und wilde Spalten \u00fcberwinden wirst. <strong>Der Aufbruch erfolgt in der Regel lange vor Sonnenaufgang<\/strong>, so dass du dieses durchaus anspruchsvolle und objektiv nicht ganz ungef\u00e4hrliche Gel\u00e4nde im Dunkeln hinter dich bringst. Den Gipfel des 4.248 m hohen Mont Blanc du Tacul l\u00e4sst du links liegen und kannst du zun\u00e4chst auf der leicht absteigenden Traverse etwas erholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chst Gletscher- und Eishang zum 4.345 m hohen <strong>Col du Mont Maudit <\/strong>taucht bereits aus der D\u00e4mmerung auf. Dieser Part gilt als Schl\u00fcsselstelle, denn die Flanke ist bis zu 50\u00b0 steil und vom Eisschlag bedroht. Hast du den Sattel erreicht, \u00f6ffnet sich das Panorama mit der Eiskalotte des Mont Blanc in greifbarer N\u00e4he. Du k\u00f6nntest den 80 m h\u00f6heren Mont Maudit noch mitnehmen, aber in der Regel liegt der Focus auf dem Weiterweg zum Mont Blanc. Und hier gilt wie auch auf den anderen Anstiegen: die zwar nominell nur 500 H\u00f6henmeter in einfachem Gel\u00e4nde zehren an den Kr\u00e4ften, umso mehr bei der \u00fcblicherweise ungen\u00fcgenden Akklimatisation der Gipfelaspiranten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6henunterschiede:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Tag 1:<\/strong> Aiguille du Midi (3.842 m) &#8211; Cosmiques-H\u00fctte (3.606 m); 80 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tag 2:<\/strong> Cosmiques-H\u00fctte (3.606 m) &#8211; Mont Blanc (4.805 m); 1.600 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abstieg:<\/strong> <strong>2.500 H\u00f6henmeter<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Schwierigkeit:<\/strong> anspruchsvolle und objektiv gef\u00e4hrliche Hochtour, Eis bis etwa 50\u00b0, Gletscherbegehung, im Abstieg Fels bis II, schmaler Gipfelgrat<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-4-der-normalweg-von-italien-uber-das-rifugio-francesco-gonella\">4. <strong>Der Normalweg von Italien \u00fcber das Rifugio Francesco Gonella<\/strong><\/h3>\n\n\n<section class=\"bf-tipp no-image\"><div class=\"bf-tipp__content\"><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Mont Blanc by fair means &#8211; die Alternative<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\">Christof Schellhammer \u2014 Mitgr\u00fcnder der Ski- und Bergschule VIVALPIN<\/p><\/div><\/section>\n\n\n<p><strong>Dieser Normalweg ist der einzige by fair means.<\/strong> Denn du benutzt (im Aufstieg) keine Bergbahn und startest direkt im Talgrund des <strong>Val Veny bei Courmayeur<\/strong>. Wie eine Riesenschlange liegt der <strong>Miage Gletscher <\/strong>vor dir. Der apere Gletscher fordert dich mit einem stetigen auf und ab, mit Mor\u00e4nengel\u00e4nde und Spalten, die umgangen werden wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach vielen Kilometern Gletscherwandern f\u00fchrt dich ein schmaler Pfad durch steiles Schrofengel\u00e4nde zur <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rifugio_Francesco_Gonella\">Gonella-H\u00fctte<\/a> <\/strong>auf 3.071 m. Der Neubau von 2011 z\u00e4hlt zu den modernsten energieautarken Schutzh\u00fctte der Alpen. Die gem\u00fctliche Atmosph\u00e4re wirst du nur kurz genie\u00dfen, denn \u00fcblicherweise scheucht dich der H\u00fcttenart um Mitternacht aus den Federn. Das hat den Vorteil, dass du im Dunkeln \u00fcber den <strong>Glacier du D\u00f4me<\/strong> mit himalayesken Spalten und Abbr\u00fcchen wandelst. Knapp 2.000 H\u00f6henmeter liegen vor dir, damit ist diese Route <strong>der konditionell anspruchsvollste Normalweg<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Oft erleichtern Metall-Leitern das \u00dcberqueren der gr\u00f6\u00dften Spalten, was dem Erlebnis aber keinen Abbruch tut. Das erste&nbsp; Ziel ist der <strong>Piton des Italiens<\/strong>, den du \u00fcber einen bis zu 45\u00b0 steilen Schnee- und Eishang erreichst, In den Ostalpen w\u00e4re dies eine veritable Eiswand, hier gilt es gleichzeitig am Seil z\u00fcgig H\u00f6he zu machen. Der 4.002m hohe Piton de Italiens ist eine eher unscheinbare Erhebung im Gratverlauf zwischen <strong>Aiguille du Bionasssey <\/strong>und <strong>D\u00f4me du Go\u00fbter<\/strong>. Von hier folgst du einem scharfen, teilweise nur schuhbreiten Schneegrat bis zum 4.300 m hohen D\u00f4me. Wenn du flott unterwegs bist, triffst du am D\u00f4me auf die Lichterkette der Gouter-Kolonne. Und f\u00fcr die letzten 500 H\u00f6henmeter gilt dasselbe wie f\u00fcr die anderen Normalwege: sie sind <strong>sehr, sehr anstrengend.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1703\" height=\"1278\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited.jpg\" alt=\"Die Gonella-H\u00fctte auf \u00fcber 3.000 Metern.\" class=\"wp-image-130296\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited.jpg 1703w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited-1500x1126.jpg 1500w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Mont-Blanc_Gonellahuette_bearbeitet-edited-1536x1153.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1703px) 100vw, 1703px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gonellah\u00fctte liegt auf \u00fcber 3.000 Metern. Photo credits: VIVALPIN<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>H\u00f6henunterschiede:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Tag 1:<\/strong> Val Veny (ca. 1.600 m) bis Gonella H\u00fctte (3.072 m); 1.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tag 2:<\/strong> Gonella H\u00fctte (3.072 m) bis Mont Blanc (4.805 m); 1.900 H\u00f6henmeter<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abstieg:<\/strong> 2.500 H\u00f6henmeter<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Schwierigkeit<\/strong>: anspruchsvolle Hochtour, Eis bis 45\u00b0, spaltenreiche Gletscher, schmaler Firngrat ab dem Piton des Italiens (4.002 m), im Abstieg \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Refuge_du_Go%C3%BBter\">Go\u00fbter-H\u00fctte<\/a>, Fels bis II, schmaler Gipfelgrat, objektiv gef\u00e4hrlich<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-abstieg-vom-mont-blanc\"><strong>Der Abstieg vom Mont Blanc<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Tour ist erst zu Ende, wenn du gesund und munter wieder im Tal angekommen bist. Das gilt beim Mont Blanc mehr als bei den meisten anderen Gipfeln. \u00dcblicherweise steigt man \u00fcber die <strong>Go\u00fbter-H\u00fctte<\/strong> ab. Diese Route ist die technisch einfachste. Au\u00dferdem hast du zwei Schutzh\u00fctte auf dem Weg zur Bergstation der<strong> Tramway du Mont Blanc <\/strong>beim <strong>Adlernest ( Nid d&#8217;Aigle) <\/strong>auf 2.390 m. Knackpunkt des Abstiegs ist das <strong>Grand Couloir<\/strong>, das \u00fcberquert werden muss (siehe oben).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-du-fur-eine-mont-blanc-besteigung-benotigst\"><strong>Was du f\u00fcr eine Mont Blanc Besteigung ben\u00f6tigst<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Besteigung des Mont Blanc erfordert Hochtourenerfahrung, eine hervorragende Kondition und Erfahrung im Steigeisengehen, auch im steilen Gel\u00e4nde. Du solltest auf den langen, fordernden Anstiegen alle Schwierigkeiten, das Seilhandling und die Sicherungstechnik souver\u00e4n beherrschen.<\/p>\n\n\n<section class=\"bf-tipp no-image\"><div class=\"bf-tipp__content\"><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Auch mit Bergf\u00fchrer ben\u00f6tigst du eine hervorragende Kondition und Erfahrung im Steigeisengehen. F\u00fcr die mehrfach angesprochene Akklimatisation empfehlen sich Vorbereitungstouren z.B. auf den Gran Paradiso (4.061 m) oder auf einen der zahlreichen Monte Rosa Gipfel (bis ca. 4.500 m). In jedem Fall m\u00fcssen die H\u00fctten lange im Voraus reserviert werden!<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\">Christof Schellhammer \u2014 Leiter der VIVALPIN Bergschule<\/p><\/div><\/section>\n\n\n<p>* Die genanten H\u00f6henmeter im Aufstieg entsprechen nicht der Differenz zwischen Ausgangs &#8211; und Zielort, da meist noch Abstiege und Gegenanstiege zu bew\u00e4ltigen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mont Blanc ist 4805 Meter hoch. Er ist damit der h\u00f6chste Berg der Alpen und auch der h\u00f6chste Gipfel Frankreichs. Oft wird er sogar als h\u00f6chster Punkt Europas bezeichnet. Ob das stimmt, h\u00e4ngt davon ab, wo du die Grenze zwischen Europa und Asien ziehst, denn der Elbrus mit seinen 5642 Metern w\u00e4re sonst h\u00f6her. 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