{"id":66334,"date":"2022-03-22T15:00:39","date_gmt":"2022-03-22T14:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/sportpsychologie-bewusstsein-kognition\/"},"modified":"2023-07-26T13:49:18","modified_gmt":"2023-07-26T11:49:18","slug":"sportpsychologie-bewusstsein-kognition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/sportpsychologie-bewusstsein-kognition\/","title":{"rendered":"Psychologie im Sport Teil 1: Bewusstsein und Kognition"},"content":{"rendered":"\n<p>Ab dem Tag unserer Geburt entwickelt sich unsere eigene Psyche durch die Interaktion unseres K\u00f6rpers mit der Umwelt. Jeder Sinneseindruck formt ein neues Bild in unserem Gehirn und kann sich lang- oder kurzfristig halten. Beim Sport zum Beispiel existieren herausstechende Gef\u00fchle. Die <strong>euphorische Seite<\/strong>, das Gef\u00fchl, ein besonderes Ziel erreicht zu haben oder das gute Gef\u00fchl, wenn man etwas \u00fcberwunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegens\u00e4tzlich erf\u00e4hrt man aber auch die frustrierende, depressive Seite in Form von <strong>Angst oder Anspannung<\/strong>. Angst vor etwas zu haben, das einem nicht ganz geheuer ist, ist ein Schutzmechanismus. Dieses Gef\u00fchl sch\u00fctzt uns bei der ersten steilen Abfahrt, besonders ausgesetzt sein beim Klettern oder Bergsteigen vor schweren Unf\u00e4llen. Aber sie existiert auch beim Versuch, eine Schwierigkeit am Rande der pers\u00f6nlichen Leistungsf\u00e4higkeit zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese gegens\u00e4tzlichen Empfindungen entstehen meist ohne eine gro\u00dfe Reflexion der eigenen Situation und k\u00f6nnen auch parallel ablaufen. Als Reaktion darauf wird entweder eine verst\u00e4rkende Schlussfolgerung: <em>\u201eDas hat sich so gut angef\u00fchlt, das zu schaffen. Das mache ich jetzt noch einmal!\u201c<\/em> getroffen, oder gegenteilig eine abschw\u00e4chende: <em>\u201eIch hatte richtig Angst davor. Das mache ich nie wieder\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/13353FB6-564E-44C9-9BA1-A9BE5180DF66-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/13353FB6-564E-44C9-9BA1-A9BE5180DF66-1-225x300.jpg\" alt=\"Kletterer an einer Felswand\" class=\"wp-image-46355\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aus extremen Situationen kommt man meistens mit starken Emotionen: Entweder Angst oder Gl\u00fcck.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das <strong>Besondere unserer Wahrnehmung<\/strong> ist, dass diese Gef\u00fchle hochgradig individuell sind. Auch wenn deine Sportpartnerin oder dein Sportpartner dein Gef\u00fchl in einer Situation selbst gut nachempfinden kann, w\u00e4re ihr oder sein Erlebnis in derselben Situation wahrscheinlich ein anderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wie wir in diesem Artikel lernen werden, ist die Reaktion auf eine objektiv gleiche Situation von Person zu Person unterschiedlich. Zudem erf\u00e4hrst du den Unterschied zwischen dem Erleben einer Situation und dem bewussten Erleben davon. Dieser erste Teil unserer dreiteiligen Psychologie Reihe befasst sich mit den <strong>wahrnehmungsbezogenen Faktoren der Kognition und des Bewusstseins<\/strong>. Sie bilden das Grundger\u00fcst, um sich im Sport mit bestimmten psychologischen Erfahrungen auseinanderzusetzen und sich auf die sportliche Aktivit\u00e4t vorzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kognition\">Kognition<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Begriff Kognition bedeutet so viel wie \u201eerkennen\u201c oder \u201eerfahren\u201c. In Bezug auf den menschlichen K\u00f6rper summiert dieser Begriff viele Teile, die notwendig sind, um unser Bewusstsein zu f\u00fcttern. Sie beinhaltet die Verarbeitung aller kontinuierlich auf uns einprasselnden Sinneseindr\u00fccken aus der Au\u00dfenwelt und unserem eigenen K\u00f6rper. Zus\u00e4tzlich ist sie f\u00fcr die Abspeicherung dieser Erfahrungen verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kognition bildet die Seite unseres Bewusstseins, welche die <strong>objektive Seite unseres Denkens<\/strong> bildet, der Gro\u00dfteil der Menschen wird hier von den gleichen Erfahrungen berichten. Zum Beispiel wird dir jede Person, die bereits vor einem vor Tiefe klaffenden Bergrat stand, von einer einfrierenden Tiefe des Abgrunds berichten. Aber einige berichten dir von einem positiven Erlebnis der erfolgreichen \u00dcberschreitung. Andere aber von einem erdr\u00fcckenden, negativen Gef\u00fchl und der Entscheidung lieber umzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Erkl\u00e4rung, wie diese Entscheidungen und Lernprozesse ablaufen, ist die Wissenschaft von Kognition und Bewusstsein noch in den Anf\u00e4ngen. Die Kognitions- bzw. Neurowissenschaft existiert erst seit circa Mitte des 20. Jahrhunderts. Davor haben sich die Philosophen sehr stark damit befasst, was viele spannende Theorien zum Vorschein brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb existieren noch viele unterschiedliche Meinungen und Erkl\u00e4rungen. Im groben bilden drei Pfeiler unsere Kognition.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-3-pfeiler-der-kognition\">3 Pfeiler der Kognition<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wahrnehmung (der Umwelt)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind mit vielen Sinnesorganen ausgestattet, welche uns erlauben, die Welt zu sehen, riechen, h\u00f6ren, f\u00fchlen, schmecken (Exterozeption). Neben den Gro\u00dfen F\u00fcnf gibt es zum Beispiel auch den Gleichgewichtssinn. Er erlaubt uns, oben und unten zu unterscheiden, selbst wenn wir die Augen geschlossen haben und erlaubt uns, sich unfallfrei in unserer Umgebung zu bewegen. \u00dcber die Exterozeption nehmen wir die Umwelt wahr, in der wir uns bewegen, k\u00f6nnen Hindernisse erkennen und sp\u00fcren, wie sich Oberfl\u00e4chen anf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wahrnehmung (des eigenen K\u00f6rpers)<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC01158.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC01158-225x300.jpg\" alt=\"Kletterin am Fels\" class=\"wp-image-46357\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die innere Wahrnehmung (Interozeption) ist wichtig um die eigene Leistungsf\u00e4higkeit einzusch\u00e4tzen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch das Innere unseres K\u00f6rpers gibt uns eine R\u00fcckmeldung \u00fcber den Zustand unserer Muskeln, Organe und auch unserer Bewegungen. So unterst\u00fctzen uns Sensoren in der Muskulatur beim Erhalt des Gleichgewichts. Innere Sensoren werden uns am ehesten bewusst, wenn wir eine Verletzung haben oder etwas Verdorbenes gegessen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Wahrnehmung nennt sich Interozeption und ist eben aber auch f\u00fcr das Bewegungsgef\u00fchl wichtig. Sie erlaubt es in uns \u201ehineinzuh\u00f6ren\u201c, ob man sich ausreichend aufgew\u00e4rmt hat, ob die Muskeln bereit sind f\u00fcr die Bewegung, die wir gerade ausf\u00fchren. Die Bewertung dieser Empfindungen finden meist aber in unserem Bewusstsein statt. Au\u00dfer beispielsweise die Entscheidung des K\u00f6rpers, sich von verdorbenem Essen zu befreien. Hier k\u00f6nnen wir uns nicht bewusst dagegen entscheiden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ged\u00e4chtnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00e4higkeit, sich Situationen zu merken, macht uns zu einem intelligenten Lebewesen. Nach der Verarbeitung von wahrgenommenen Signalen und k\u00f6nnen wir diese einordnen. Auf dieses Wissen k\u00f6nnen wir dann zugreifen und auf die Zukunft schlie\u00dfen. Zum Beispiel nach dem Neulernen von Bewegungen, wir wissen dann welche Bewegung in einer \u00e4hnlichen Situation wahrscheinlich zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchren und welche nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Exekutive Funktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind die Grundlage f\u00fcr alle Handlungen, die nicht gewohnheitsm\u00e4\u00dfig ausgef\u00fchrt werden. Immer dann, wenn du etwas in deinem Verhalten und Denken ver\u00e4ndern m\u00f6chtest, arbeitest du mit diesen F\u00e4higkeiten unseres Gehirns. Sie werden also aktiv, wenn du dich bewusst mit etwas auseinandersetzen m\u00f6chtest.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel, wenn du dir ein bestimmtes Ziel setzt und planst, wie du es erreichen kannst. Zudem ist es bis hin zur motorischen Kontrolle mit deinen Handlungen vernetzt. Der wahrscheinlich komplexeste Teil der Kognition, der auch sehr schwierig von dem Begriff des Bewusstseins zu trennen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-bewusstsein-der-unterschied-zwischen-sehen-und-beobachten\">Bewusstsein: Der Unterschied zwischen Sehen und Beobachten<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kognition f\u00fcttert unser Bewusstsein mit Sinneseindr\u00fccken, auf welche wir mehr oder weniger stark achten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMenschen verf\u00fcgen \u00fcber die bemerkenswerte F\u00e4higkeit, gleichzeitig zu wissen und nicht zu wissen. Oder genauer gesagt, sie k\u00f6nnen etwas wissen, wenn sie wirklich dar\u00fcber nachdenken, aber die meiste Zeit denken sie nicht dar\u00fcber nach, und deshalb wissen sie nicht.\u201c<\/em> &#8211; -Yuval Harari (21 Lektionen f\u00fcr das 21. Jahrhundert)<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Zitat zeigt hervorragend, dass wir uns nicht immer alles bewusst machen, beziehungsweise nicht \u00fcber all unser Tun nachdenken. Entweder weil wir es noch nicht besser wissen k\u00f6nnen oder aus purer Faulheit, da vieles auch unbewusst abl\u00e4uft. Jeder Sinneseindruck formt ein neues Bild in unserem Gehirn.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC00455.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC00455-225x300.jpg\" alt=\"Mann beim Trailrunning\" class=\"wp-image-46354\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die selektive Wahrnehmung hilft beim Sport sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zu entscheiden welches Bild abgespeichert wird und erhalten bleiben soll kostet Energie, deshalb werden <strong>einige Informationen herausgefiltert<\/strong> und ignoriert. Meist wissen wir nicht so genau, warum wir etwas herausfiltern, da dieser Prozess <strong>automatisch<\/strong> abl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind wir nicht vollst\u00e4ndig unseren automatisierten Mustern ausgesetzt und k\u00f6nnen uns auch f\u00fcr oder gegen etwas entscheiden, wir m\u00fcssen uns aber bewusst und willentlich damit auseinandersetzen. Da dieser Prozess, wie gesagt, Energie kostet, ist das nicht immer ganz einfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diesen Unterschieden zwischen \u201esehen und beobachten\u201c, \u201ebetrachten und wahrnehmen\u201c und \u201edem da sein und voll da sein\u201c genauer zu beschreiben ist die <strong>Metapher des Bewusstseins<\/strong> mit einer sich fortschreitenden Linsentr\u00fcbung des Auges von G. McKeown geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie vergleicht unsere Aufmerksamkeit mit einer sich verschlechternden Sicht durch eine zunehmende Tr\u00fcbung der Netzhaut. Aufgrund der Tr\u00fcbung trifft weniger Licht auf der Retina ein, weshalb weniger gesehen werden kann. F\u00fcr unsere Bewusstsein bilden verschiedene Ablenkungen diese Tr\u00fcbung. Zum Beispiel die eigenen Gedanken \u00fcber die Vergangenheit oder Zukunft oder st\u00f6rende Umgebungsger\u00e4usche. G. McKeown beschreibt es wie folgt:<em> \u201eAblenkungen, die uns davon abhalten ganz im Moment zu sein k\u00f6nnen wie eine Tr\u00fcbung des Geistes wirken. Sie machen es schwieriger das wahrzunehmen was wichtig ist.\u201c<\/em>. Bis zur vollst\u00e4ndigen Blindheit.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Bezug auf Sport<\/strong> kann das zum Beispiel die Fokussierung auf die pers\u00f6nlichen St\u00e4rken und die Vermeidung der eigenen Schw\u00e4chen sein. Wenn du eine extremere Sportart ausf\u00fchrst, kennst du vielleicht S\u00e4tze <em>\u201eDas ist ja absolut gef\u00e4hrlich!\u201c<\/em>. Du selbst denkst dir vielleicht nur: <em>\u201eWenn du wissen w\u00fcrdest, was die im Profi-Bereich machen\u2026\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau dieses Beispiel zeigt die <strong>Relativit\u00e4t der eigenen Erfahrung und der subjektiven Situationsbewertung<\/strong>. Dahinter steckt ein langer Prozess aus Erfahrung die zusammen mit einem dynamischen Gleichgewicht mit der Beherrschung der Sportart das Selbstbewusstsein bilden. Aber wenn einen dann doch mal das Gl\u00fcck verl\u00e4sst und man eine eigene negative Erfahrung macht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Hier m\u00f6chte ich nicht pessimistisch sein, ich w\u00fcnsche dir, dass du ein Leben lang gesund und Heil deinen Lieblingssport ausf\u00fchren kannst. \u2013<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC00661.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/DSC00661-225x300.jpg\" alt=\"Kletterer in der Halle\" class=\"wp-image-46360\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nach einer negativen Erfahrung zu altem Selbstbewusstsein zu kommen verlangt viel Disziplin.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Negative Erfahrungen<\/strong> k\u00f6nnen ein simpler Grund f\u00fcr bestimmte \u00c4ngste sein. Man wird sich der Gefahr st\u00e4rker bewusst, nimmt ab diesem Moment die Gefahr vorweg und stellt das eigene K\u00f6nnen hinten an. Das was alles passieren k\u00f6nnte ist dominant und bleibt vor dem inneren Auge. Um diese negative Erfahrung zu \u00fcberwinden, muss du dir erst wieder deiner eigenen F\u00e4higkeiten bewusst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in der Metapher der Linsentr\u00fcbung, die operativ entfernt werden kann, erlaubt die klare Linse dem Licht wieder vollst\u00e4ndig an die Retina zu gelangen. So k\u00f6nnen wir wieder Dinge, die wir vorher nicht gesehen haben, klar und deutlich sehen. Das funktioniert nur wenn wir Bewusst daran arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das waren jetzt klare Beispiele, die du vermutlich leicht nachvollziehen kannst. Doch in jedem von uns existieren <strong>unbewusste individuelle Denkmuster<\/strong>. Diese beeinflussen unsere Freude am Sport oder auch die Fortschritte, die wir machen, positiv und negativ. Im Folgenden werden einige unbewusste Abl\u00e4ufe erl\u00e4utert, auf die du Achten kannst, ob du diese bisher nicht so bewusst wahrgenommen hast.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sackgassen-erkennen-mit-mehr-achtsamkeit\">Sackgassen erkennen mit mehr Achtsamkeit<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Selbstlimitierende Denkmuster<\/strong>, sowie eine fehlende Bereitschaft oder Erkenntnis, mal etwas anders zu machen. Beschrieben werden k\u00f6nnen einige davon recht objektiv, aber sie zu bearbeiten ist in jedem Fall eine ganz individuelle Sache und auch gar nicht so einfach. Wer lernt auf sich und seine Reaktionen zu achten, kann schon mit kleinen Anstrengungen gro\u00dfe Fortschritte machen. Diese k\u00f6nnen mit dem emotionalen Erleben der Sportaus\u00fcbung verbunden sein, aber auch mit der Sportaus\u00fcbung selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-sind-meine-starken-und-was-sind-meine-schwachen\">Was sind meine St\u00e4rken und was sind meine Schw\u00e4chen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Beispielsweise sind unsere H\u00e4nde im Gehirn st\u00e4rker repr\u00e4sentiert als unsere F\u00fc\u00dfe. Das macht es beim <strong>Klettern<\/strong> leichter, sich auf die H\u00e4nde zu konzentrieren. Beim Hochziehen \u00fcber die H\u00e4nde haben wir eine gr\u00f6\u00dfere Sicherheit, als \u00fcber die F\u00fc\u00dfe zu arbeiten, das f\u00fchrt dazu, dass in diesem Sport mit einem gro\u00dfen Oberk\u00f6rperfokus ausgef\u00fchrt wird. Deshalb trainieren viele Kletter begeisterte meist lieber die Finger, als ihre Klettertechnik.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist eine gute Arm- und Fingerkraft f\u00fcr das Klettern entscheidend. Bei komplexen Klettereien, gr\u00f6\u00dftenteils im h\u00f6heren Schwierigkeitsgrad, wird die richtige Technik \u00fcberwiegend den Unterschied machen. Weshalb auch bewusst an dem <strong>Vertrauen in die F\u00fc\u00dfe<\/strong> gearbeitet sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in anderen Sportarten hilft eine breite physische Grundlage, gepaart mit einem breiten Spektrum an Sporttechniken. Dieses Fundament l\u00e4sst sich, ohne Trainer, nur durch eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen verbessern. Gleichzeitig muss man sich hier auch noch eingestehen, dass man bei der Arbeit an den Schw\u00e4chen viele Fehlversuche haben wird, und dass das Scheitern dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-lass-dir-von-denen-helfen-die-einen-hohen-erfahrungsschatz-haben\">Lass dir von denen helfen die einen hohen Erfahrungsschatz haben<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Image20211129145414.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Image20211129145414-300x225.jpg\" alt=\"Frau klettert unter Aufsicht eines Trainers\" class=\"wp-image-46352\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Wissen erfahrener Sportler kann helfen seine Grenzen zu \u00fcberwinden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Einer der einfachsten Wege zu mehr Selbstbewusstsein ist der <strong>Austausch mit erfahrenen Sportlern<\/strong>. Damit sind nicht zwingend die Sportler mit den besten Leistungen gemeint, sondern diejenigen, die schon lange in dieser Sportart aktiv sind. Die Guten, wenn sie noch nicht so lange dabei sind, haben trotz ihrer beeindruckenden Leistungen keinen vergleichbaren Erfahrungsschatz. Manche k\u00f6nnen nicht einmal erkl\u00e4ren, warum sie etwas tun, wie sie es tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr erfahrene Sportler hingegen kennen die Probleme, die entstehen, wenn man <strong>an sein absolutes Limit<\/strong> kommt. Auch wenn du schon fr\u00fcher auf dein Limit gesto\u00dfen bist, haben sie sich schon lang mit vielen L\u00f6sungswegen auseinandergesetzt. Von ihren Fehlen kannst du jetzt schon lernen, abschauen und profitieren. So findest du eine kleine Abk\u00fcrzung, um schneller auf das n\u00e4chste Niveau zu kommen und folglich <strong>selbstbewusster in deinem Sport<\/strong> zu sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-geht-es-mir-eigentlich\">Wie geht es mir eigentlich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Was vor dem Sport auch h\u00e4ufig vergessen wird, ist eine Art Bestandsaufnahme des eigenen Empfindens. Wir unterliegen nat\u00fcrlichen Schwankungen, die unsere Leistungsf\u00e4higkeit beeinflussen, zum Beispiel der Schlaf-Wach-Rhythmus oder der Zyklus bei Frauen. Aber auch anderen Faktoren wie Stress oder vergangene Verletzungen, die den K\u00f6rper noch einschr\u00e4nken und zu Kompensationsmustern f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir neigen leider zu oft dazu, diese Faktoren auszublenden und erwarten von uns eine konstante Leistungsf\u00e4higkeit. Indem wir uns nicht entsprechend unserem Gem\u00fctszustand bewegen, \u00fcberlasten wir unseren K\u00f6rper. Das kann zu einer h\u00f6heren Verletzungsh\u00e4ufigkeit f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>In weniger schlimmen F\u00e4llen zur Entt\u00e4uschung, weil man das an diesem Tag (zu hoch) gesetzte Ziel nicht erreicht. Beides f\u00fchrt zu weniger Spa\u00df beim Sport. Dabei machen wir Hobbyathleten den Sport aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden und des Spa\u00dfes wegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zugegebenerma\u00dfen nicht immer so einfach, in sich hineinzuh\u00f6ren und zu erkennen, wie das aktuelle psychische und physische Empfinden ist. Aber wer sich die M\u00fche macht, kann seine Erwartungen senken, wenn Kopf oder K\u00f6rper mal nicht f\u00fcr die Leistung bereit sind. Entgegengesetzt findet man nach etwas \u00dcbung eben auch sehr gut heraus, wann der richtige Zeitpunkt f\u00fcr Leistung ist. In beiden F\u00e4llen hilft eine Routine, sich hierauf einzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zusammengefasst\">Zusammengefasst<\/h2>\n\n\n\n<p>Kognition und Bewusstsein spielen sich gegenseitig in die Karten. Der kognitive Spieler ist f\u00fcr die <strong>Aufnahme und Verarbeitung aller Wahrnehmungen<\/strong> der Umwelt und im K\u00f6rper verantwortlich. Das Bewusstsein darf sich daran bedienen und l\u00e4sst bei der <strong>Konzentration auf bestimmte Wahrnehmungen<\/strong> st\u00e4rkere Reize zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen bestimmen, welche von diesen st\u00e4rker wahrgenommen werden sollen und wie wir sie bewerten. Damit beeinflussen wir unser sportliches Tun, k\u00f6nnen bestimmte Schw\u00e4chen reduzieren oder auch \u00c4ngste bek\u00e4mpfen. Ohne diese F\u00e4higkeit des Bewusstseins w\u00e4ren wir den kognitiven Wahrnehmungen ausgesetzt, aber wir k\u00f6nnen selektieren, wie wir bestimmte Situationen wahrnehmen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nicht einfach, aber es existieren bereits einige Kniffe, die dir dabei helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Mehr dazu kannst du in den folgenden Artikeln nachlesen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/sportpsychologie-emotionen-ueberwinden\/\">Psychologie im Sport Teil 2: Emotionen \u00fcberwinden<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/sportpsychologie-routinen-gewohnheiten\/\">Psychologie im Sport Teil 3: Routinen und Gewohnheiten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab dem Tag unserer Geburt entwickelt sich unsere eigene Psyche durch die Interaktion unseres K\u00f6rpers mit der Umwelt. 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