{"id":66510,"date":"2022-02-13T10:28:00","date_gmt":"2022-02-13T09:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/packliste-kilimandscharo\/"},"modified":"2025-10-09T12:13:34","modified_gmt":"2025-10-09T10:13:34","slug":"packliste-kilimandscharo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/packliste-kilimandscharo\/","title":{"rendered":"Auf den Kilimandscharo &#8211; Tipps f\u00fcr die Packliste"},"content":{"rendered":"\n<p>5.895m \u2013 f\u00fcr viele ist es ein lange gehegter Traum, einmal im Leben auf dem Dach Afrikas, dem Kilimandscharo, zu stehen. Bei mir kam diese Idee eher spontan, nach dem Studium. Da hat man ja erstmal Zeit, wenn es einen nicht direkt an die n\u00e4chste Uni oder ins Berufsleben verschl\u00e4gt. Dabei w\u00e4re letzteres gar nicht so schlecht gewesen, kostete die Besteigung seinerzeit doch geschlagene 3.000 Euro, mit allem Drum und Dran \u2013 Fl\u00fcge, Hotel, Nationalparkgeb\u00fchren, Guides, anschlie\u00dfende Safari \u2026 the list goes on.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer, nicht unwesentlicher Teil dieser Kosten: die gesamte Ausr\u00fcstung, welche f\u00fcr solch eine Besteigung notwendig ist. Dabei habe ich so Allerlei falsch gemacht. Nicht nur, weil pl\u00f6tzlich das n\u00f6tige Kleingeld fehlte, sondern auch aus mangelnder Erfahrung. Diese Erfahrung m\u00f6chte ich hier weitergeben &#8211; in der Hoffnung so manch angehendem Kilimandscharo-Begeher\u00a0hilfreiche Infos mit auf den Weg geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-kilimandscharo-das-hochste-bergmassiv-afrikas\">Der Kilimandscharo &#8211; Das h\u00f6chste Bergmassiv Afrikas<\/h2>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung an Mensch und Material ist sicherlich die nicht zu untersch\u00e4tzende H\u00f6he dieses formsch\u00f6nen Vulkanes. So gilt es nicht nur, seinen K\u00f6rper auf knapp 6.000m H\u00f6he zu bugsieren (das ist immerhin h\u00f6her als das Everest-Basislager), sondern dabei f\u00fcnf v\u00f6llig unterschiedliche Klimazonen zu durchwandern:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Landwirtschaftlich genutzter Kulturwald<\/li>\n\n\n\n<li>Bergregenwald ab 1.700m bis zur Baumgrenze<\/li>\n\n\n\n<li>Die alpine Stufe beginnt ab etwa 2.800 m und f\u00fchrt zun\u00e4chst durch Grasland sowie eine von Heidegeb\u00fcsch gepr\u00e4gte Steppenregion<\/li>\n\n\n\n<li>Ab 4.000m geht es \u00fcber die sogenannte Hochlagenw\u00fcste (karg und steinig, mit gro\u00dfen Tag-\/Nacht Temperaturamplituden) bis knapp 1.000m unterhalb des Gipfels<\/li>\n\n\n\n<li>Die eigentliche Gipfelregion befindet sich in der nivalen Zone, d.h. wo sich Schnee, Gletscher und Gipfelkrater die Klinke in die Hand geben<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-von-der-wahl-einer-geeigneten-route\">Von der Wahl einer geeigneten Route<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Route-Klimazonen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Route-Klimazonen.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan am Kilimanjaro\" style=\"width:350px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auf dem Weg zum Kilimandscharo durchquert man f\u00fcnf unterschiedliche Klimazonen. Ein Blick auf die Packliste zeigt vor allem eins: Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip und nimm nicht zu viel mit.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nun geht es nat\u00fcrlich nicht in einem Rutsch bergauf, das w\u00fcrde den nicht-akklimatisierten Mitteleurop\u00e4er schlichtweg \u00fcberfordern, sondern je nach gew\u00e4hlter Route in Etappen rauf, wieder ein St\u00fcckchen runter, am n\u00e4chsten Tag weiter rauf, usw. Frei nach der tansanischen Sprechart &#171;Pole, Pole&#187; (Langsam, Langsam) bahnt man sich seinen Weg <strong>in f\u00fcnf bis neun Tagen zum Uhuru Peak<\/strong>. Dabei bieten sich vor allem die l\u00e4ngeren Routen nicht nur auf Grund ihrer landschaftlichen Vielfalt, sondern auch der wesentlich besseren Akklimatisierungsm\u00f6glichkeiten gleich in doppelter Hinsicht an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns f\u00fcr die seinerzeit eher seltener begangene<strong> 7-Tages-Tour \u00fcber die Machame-Route<\/strong> \u2013 die sogenannte Whiskey-Route \u2013 entschieden. K\u00f6rperlich vielleicht etwas fordernder, da l\u00e4nger (und auch etwas teurer), daf\u00fcr aber mit besseren Chancen, auch tats\u00e4chlich den Gipfel zu erreichen (was schlie\u00dflich auch 9 von 10 Leuten aus unserer Gruppe gelang).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ausrustung-ja-was-genau-eigentlich\">Ausr\u00fcstung? Ja was genau eigentlich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens in der Gipfelnacht ist mir schmerzlich (bzw. eher frierend) bewusst geworden, was ich h\u00e4tte besser machen k\u00f6nnen. &#171;Typischer Anf\u00e4ngerfehler&#187; m\u00f6gen jetzt die einen sagen, &#171;war doch klar&#187; die anderen. Dabei sind es genau diese Fehler, aus denen man lernt. Und nicht wenige Fragen, die uns regelm\u00e4\u00dfig erreichen, drehen sich um die Punkte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie kalt wird es werden? Welche Bekleidung empfiehlt sich nicht nur f\u00fcr die Regenwaldetappen, sondern vor allem f\u00fcr den Gipfeltag?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Komforttemperatur sollte mein Schlafsack haben? Welche Isomatte bietet sich an?<\/li>\n\n\n\n<li>Was ist mit Zelten und Verpflegung?<\/li>\n\n\n\n<li>Und last but not least: Trinkflasche oder Trinksystem?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dies sind nat\u00fcrlich nur einige der Fragen, die man sich im Vorfeld der Tour stellen sollte und stellen muss. Deren Beantwortung f\u00e4llt jedoch nicht immer ganz so leicht. Aus diesem Grund m\u00f6chte ich schlicht einige Orientierungshilfen liefern, die zwar keineswegs den Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeiten erheben, mir pers\u00f6nlich das Leben jedoch erleichtert h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welche-bekleidung-muss-mit-was-ist-nice-to-have\">Welche Bekleidung muss mit? Was ist nice-to-have?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Blick in meine Kilimandscharo Packliste zeigt vor allem eins: <strong>Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip<\/strong> und nimm nicht zu viel mit! Ein Paar <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/merinoshirts\/\">Merino T-Shirts<\/a><\/strong>, ein Paar <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/longsleeves\/material--merinowolle\/\">Merino-Longsleeves<\/a><\/strong> (Materialst\u00e4rke 200 g\/m\u00b2) und eine <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/softshelljacken\/eigenschaften--winddicht\/\">Windstopper-Softshelljacke<\/a><\/strong>. Dazu eine <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trekkinghosen\/\">Trekkinghose<\/a><\/strong>, bei der die Beine abnehmbar sind. Schon steht die Basis und man kommt die ersten Tage problemlos \u00fcber die Runden. Vor allem die <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/outdoor-bekleidung\/material--merinowolle\/\">Merinobekleidung<\/a> trocknet schnell und stinkt wenig. Ein klarer Gewinn f\u00fcr \u00dcbernachtungen im Zelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannend hingegen wird der \u00dcbergang von 3.000m in die teils windgepeitschte Hochlagenw\u00fcste des Kilimandscharos. Hier gibt es nur noch wenig Schutz durch die Vegetation, sodass man dem Wind und, wenn man Pech hat, Regen ziemlich ausgeliefert ist. Abhilfe schafft auf jeden Fall <strong>winddichte Oberbekleidung<\/strong> sowie ein Buff, den man sich bei Bedarf ins Gesicht ziehen kann. Die (leichte) <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/regenjacken\/\">Regenjacke<\/a><\/strong> sollte dabei griffbereit im Tourenrucksack verstaut sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schuhe\">Schuhe!<\/h3>\n\n\n\n<p>Achja, fast vergessen, die Schuhe\u2026 Oft werde ich gefragt, ob es denn die steifen Bergstiefel f\u00fcr den Kilimandscharo sein m\u00fcssen. Meine Antwort lautet: nein. Ein ordentliches Paar (eingelaufene!) <strong>kn\u00f6chelhohe <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/wanderschuhe\/kategorisierung--b\/\">Wanderschuhe der Kategorie B<\/a><\/strong> sind meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Da es sich bei der ganzen Besteigung mehr um ein ausgedehntes H\u00f6hentrekking handelt, sollten vor allem das Abrollverhalten, der Komfort und die Atmungsaktivit\u00e4t der Schuhe stimmen. F\u00fcr mich haben sich ein paar Hanwag Banks GTX bew\u00e4hrt. Wer dar\u00fcber hinaus noch l\u00e4nger im Land bleibt, zum Beispiel f\u00fcr eine Safari, der sollte neben 3-4 Paar Socken auf jeden Fall ein leichtes, luftiges Paar Schuhe zus\u00e4tzlich einpacken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Ausruestung-Winter.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Ausruestung-Winter.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan am Kilimanjaro\" style=\"width:350px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch in Afrika wird es kalt. Die Daunenjacke sollte auf jeden Fall mit ins Gep\u00e4ck.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Kommen wir nun zum Eingemachten: Alles oberhalb von 4.000m. Hier habe ich den wohl gr\u00f6\u00dften Fehler begangen und mir aus Mangel an n\u00f6tigem Kleingeld keine <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/daunenjacken\/\">Daunenjacke<\/a><\/strong> gekauft. Das wiederum sollte mir sp\u00e4testens am letzten Abend vor dem Gipfel sowie auf dem Weg zum Uhuru Peak selbst einige Unannehmlichkeiten bereiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Als ich mich in einer abstrusen Kombination aus T-Shirt, Longsleeve, Fleecejacke, noch einer Fleecejacke, Windstopperjacke und einer zus\u00e4tzlichen Hardshelljacke on top zum Gipfel gebibbert habe, konnten sich die Anderen in ihrer gem\u00fctlichen Daunenjacke verkriechen. Nehmt also um Gottes Willen ein Daunenoberteil mit. Keine von diesen 800 Euro Michelin-M\u00e4nnchen-Dingern, aber zumindest eine aus dem mittleren Preissegment, einigerma\u00dfen <strong>klein verpackbar mit 650 bis 700 cuin Bauschkraft<\/strong>. Die sollte der Friererei Abhilfe schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-auch-nicht-schlecht\">Auch nicht schlecht<\/h3>\n\n\n\n<p>Nice-to-have ist auf jeden Fall eine <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/lange-unterhosen\/\">lange Unterhose<\/a>, wenn du auf dem Kilimandscharo bist. Auch hier hat sich eine aus Merinowolle mit 200 g\/m\u00b2 bew\u00e4hrt &#8211; im Schlafsack sowie auf dem Weg zum Gipfel ein echter Zugewinn. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer es mag, dem sei auch ein <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kunstfaserroecke\/\">Kunstfaserrock<\/a> empfohlen. Vor allem in den abendlichen Stunden, mit einem leckeren Tee in der Hand, kann es die Behaglichkeit vor dem Zelt beim gem\u00fctlichen Beisammensitzen doch nochmal deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was letztlich so Dinge wie <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/handschuhe\/\">Handschuhe<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/muetzen\/\">M\u00fctze<\/a><\/strong> angeht, da gibt es nur wenig zu sagen.Vergessen sollte man sie jedenfalls nicht. Eine warme, bequeme Wollm\u00fctze unter der Kapuze, dazu ein Paar winddichte und zum Beispiel mit <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/handschuhe\/eigenschaften--primaloft\/\">Primaloft isolierte Handschuhe<\/a>, schon sollte der letzten Etappe auf das Dach Afrikas nichts mehr im Wege stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dfer der gro\u00dfen H\u00f6he nat\u00fcrlich. Aber hier reagiert einfach jeder Mensch anders. Und wenn man Symptome der akuten <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/hoehenkrankheit-prophylaxe-und-behandlung\/\"><strong>H\u00f6henkrankheit<\/strong><\/a> zeigt, sollte man diese keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Lieber auf Nummer sicher gehen, den Gipfel streichen und daf\u00fcr gesund wieder runterkommen\u2026 So wie es schlie\u00dflich auch einer Mitstreiterin aus unserer Gruppe ergangen ist. Hut ab f\u00fcr diese Entscheidung, geh\u00f6rt doch einiges an Mut dazu, aber wer wei\u00df schon wof\u00fcr es gut war? Unser Bergf\u00fchrer jedenfalls hat schon so einige F\u00e4lle erlebt, in denen er und seine Guides Leute mit Sauerstoffflaschen vom Berg runterkarren mussten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-man-sich-bettet-so-liegt-man\">Wie man sich bettet, so liegt man\u2026<\/h2>\n\n\n\n<p>Apropos Schlafen. Mein Kunstfaserschlafsack von Mountain Hardwear mit 1\u00b0C Komforttemperatur plus ein Mikrofaser-Inlet war schon nicht schlecht, ist aber sicher nichts f\u00fcrs Frostbeulen. Wer hingegen auf Nummer sicher gehen will, w\u00e4hlt einen <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/kunstfaserschlafsaecke\/komfort-temperatur--unter-0-c-bis-10-c\/\">Kunstfaserschlafsack im Bereich -2\u00b0C Komfort<\/a><\/strong> oder knapp darunter. In den w\u00e4rmeren Lagen (Stichwort Schwitzen; Feuchtigkeit) kann man diesen einfach weiter ge\u00f6ffnet lassen, weiter oben am Kilimandscharo wird man \u00fcber einen W\u00e4rmekragen dankbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, warum dann nicht gleich einen <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/daunenschlafsaecke\/\">Daunenschlafsack<\/a> mitzunehmen. Hier w\u00fcrde ich grunds\u00e4tzlich nicht widersprechen, f\u00fcr mich war jedoch haupts\u00e4chlich der Preis ausschlaggebend. Daune ist noch leichter, bietet ein besseres Isolationsverm\u00f6gen im Vergleich zum Gewicht und gleicht das K\u00f6rperklima gerade bei den hohen Temperaturdifferenzen am Kilimandscharo zwischen Lager 1 und Lager 5 besser aus \u2013 kostet daf\u00fcr aber auch entsprechend mehr. Letztlich ist es also eine Frage des Geldbeutels. Orientieren sollte man sich in beiden F\u00e4llen an den -5\u00b0C bis 0\u00b0C Komforttemperatur, f\u00fcr besonders kalte N\u00e4chte weit oben kommt ein zus\u00e4tzliches Inlet zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht gerade auf einer Therm-a-Rest Z-Lite Sol Faltmatte \u00fcbernachten will, sollte sich zudem Gedanken \u00fcber eine <strong><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/isomatten\/eigenschaften--selbstaufblasend\/\">selbstaufblasende Isomatte<\/a><\/strong> machen. Meine ist die Exped SIM Lite UL 3.8 \u2013 ein guter Kompromiss aus Packma\u00df, Gewicht und Isolationsverm\u00f6gen. Mit ihrem R-Wert von 3,2 reicht sie bis etwa -5\u00b0C. Auch hier bietet sich die \u00dcberlegung an, auf eine etwas d\u00fcnnere, daf\u00fcr leichtere Matte zu setzen, auf die Gefahr hin, gerade in den h\u00f6heren Lagen bei niedrigen Temperaturen bzw. Bodenfrost zu bibbern. Oder andersherum: wer auf Nummer sicher gehen will, orientiert sich an einer Mattendicke von 4 bis 5 cm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/zelte\/\">Zelte<\/a> (zumindest kenne ich es nicht anders) werden in der Regel vom Veranstalter gestellt und von den eigens zugeteilten Tr\u00e4gern in die einzelnen Lager verbracht. So muss man sich zumindest um diesen Punkt nicht weiter k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zum-thema-verpflegung-und-trinkwasser\">Zum Thema Verpflegung und Trinkwasser<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Gipfel-Ziel-Jan.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Kilimanjaro-Gipfel-Ziel-Jan.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan am Kilimanjaro\" style=\"width:350px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dank der richtigen Ausr\u00fcstung und guter Akklimatisierung klappt&#8217;s dann in der Regel auch mit dem Gipfelerfolg.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch wenn das mit dem Thema \u201eby fair means\u201c nicht viel zu tun hat, aber auch die Verpflegung wird zu gro\u00dfen Teilen von den Tr\u00e4gern in die einzelnen Lager geschleppt. Selbst wenn ich pers\u00f6nlich der Ansicht bin, dass ich alles was ich am Berg ben\u00f6tige, selbst mit hinauf und wieder mit hinunter nehme, so sind die Regeln am Kili ein bisschen anders. Ohne die Tr\u00e4ger geht hier nichts. Und vielleicht ist das auch gut so, immerhin handelt es sich beim stark reglementierten Tourismus am Kilimandscharo h\u00e4ufig um die Haupteinnahmequelle f\u00fcr viele Chaggas, die so ihre Familien ern\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kleinigkeiten-fur-zwischendurch\">Kleinigkeiten f\u00fcr Zwischendurch<\/h3>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall muss man sich neben Energieriegeln f\u00fcr die einzelnen Tagesetappen <strong>nicht um Trekkingnahrung oder \u00c4hnliches k\u00fcmmern<\/strong>. Meist gibt es ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck und zu Abend etwas Warmes, mit Kartoffeln, Fleisch und Reis. F\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch schw\u00f6re ich auf <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/marken\/clif-bar\/\">Clif Bar<\/a>. Wem das verst\u00e4ndlicherweise zu teuer ist, der sollte mal die Haferriegel von <strong>Oatsnack<\/strong> ausprobieren \u2013 kleine Kraftpakete, die noch dazu gut schmecken und nicht so schnell wegschmelzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein letzter Punkt dreht sich um&#8217;s Trinkwasser. Dazu ein Vergleich: Person 1 tr\u00e4gt eine <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trinksysteme\/\">Trinkblase<\/a> mit drei Litern Fassungsverm\u00f6gen im Rucksack. Person 2 eine handels\u00fcbliche ein Liter <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/trinkflaschen\/\">Trinkflasche<\/a> in der Seitentasche. Wer trinkt mehr bzw. regelm\u00e4\u00dfiger? Die Antwort ist eindeutig und bedarf keiner weiteren Erkl\u00e4rung. Mein Trinksystem von <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/marken\/camelbak\/\"><strong>Camelbak<\/strong><\/a> hat nur einen Haken, bzw. viel mehr war es mein Denkfehler, keinen Isolationsschlauch mitzunehmen. Das resultierte darin, dass ich die ganze Nacht auf dem Weg zum Gipfel an einem eingefrorenen Bei\u00dfventil genuckelt habe. Erst mit dem Sonnenaufgang konnte ich sehns\u00fcchtig dabei zusehen, wie das Wasser im Schlauch langsam wieder seinen Aggregatzustand in Richtung trinkbar \u00e4nderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei, die <strong>Wasserversorgung am Berg ist durchweg gut<\/strong> und durch die Tr\u00e4ger gew\u00e4hrleistet. Das hei\u00dft, ich muss selbst nur daf\u00fcr Sorge tragen, mir t\u00e4glich meine Vorr\u00e4te zu f\u00fcllen (3-4 Liter Wasser pro Tag sind durchaus n\u00f6tig und f\u00fcr eine angemessene Akklimatisierung zu empfehlen). Wer dann noch daran denkt, dass sein Wasser bei Minustemperaturen ja einfrieren k\u00f6nnte und entsprechend Vorkehrungen trifft (und damit meine ich nicht, das Wasser durch hochprozentigen Schnaps zu ersetzen), der wird auf der sicheren Seite sein. So gibt es f\u00fcr die meisten Trinksysteme passende Winter Kits mit isolierten Schl\u00e4uchen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-muss-definitiv-nicht-mit\">Was muss definitiv nicht mit?<\/h2>\n\n\n\n<p>Viel wird dar\u00fcber geschrieben, was man auf solchen Bergtouren alles braucht. Noch wichtiger ist jedoch, sich dar\u00fcber Gedanken zu machen, was man alles nicht braucht! Und da gibt es am Kilimandscharo so einiges, was definitiv zu Hause bleiben kann. Um der endlosen Litanei also an dieser Stelle ein Ende zu setzen, hier meine Top 5 der Dinge, die man einfach nicht braucht:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schwere Bergstiefel (Kategorie C-D) und mehr als 3 Paar Socken<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/gamaschen\/\">Gamaschen<\/a> jeglicher Art (zumindest habe ich sie nonstop umsonst mit mir rumgeschleppt &#8211; aber ja, gegen feinen Vulkanstaub k\u00f6nnen auch kurze, leichte, atmungsaktive Gamaschen helfen)<\/li>\n\n\n\n<li>Mehr als eine gute (abzippbare -&gt; universelle) Trekkinghose<\/li>\n\n\n\n<li>Mehr als zwei T-Shirts, zwei Longsleeves, eine Fleece- und eine Daunenjacke<\/li>\n\n\n\n<li>Handy, Smartphone und Co \u2013 am Berg hat\u2018s eh keinen Empfang, daf\u00fcr lieber eine gute Kamera mit Ersatzakku einstecken<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich allen Aspiranten einen eindr\u00fccklichen Aufstieg und sichere R\u00fcckkehr vom einstigen h\u00f6chsten Berg Afrikas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5.895m \u2013 f\u00fcr viele ist es ein lange gehegter Traum, einmal im Leben auf dem Dach Afrikas, dem Kilimandscharo, zu stehen. Bei mir kam diese Idee eher spontan, nach dem Studium. Da hat man ja erstmal Zeit, wenn es einen nicht direkt an die n\u00e4chste Uni oder ins Berufsleben verschl\u00e4gt. 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