{"id":66561,"date":"2022-02-06T07:00:00","date_gmt":"2022-02-06T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/sardinien-im-banne-des-supramonte\/"},"modified":"2023-07-26T13:54:04","modified_gmt":"2023-07-26T11:54:04","slug":"sardinien-im-banne-des-supramonte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/sardinien-im-banne-des-supramonte\/","title":{"rendered":"Sardinien: Im Banne des Supramonte"},"content":{"rendered":"\n<p>Schaut man sich die Heckscheiben deutscher VW-Busse und Wohnmobile an, prangt auf gef\u00fchlt jedem Zweiten ein Korsika-Aufkleber. Er scheint bei den \u201eBullis\u201c eine Art Zugeh\u00f6rigkeitszeichen zu sein &#8211; \u00e4hnlich wie der Sylt-Aufkleber auf b\u00fcrgerlichen Mittelklasselimousinen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gorropu-Schlucht-3.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gorropu-Schlucht-3.jpg\" alt=\"Gorropu-Schlucht\" width=\"354\" height=\"472\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Gorropu-Schlucht.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sardinien habe ich noch auf keinem Auto gesehen. Warum eigentlich? Vielleicht, weil Korsika h\u00f6here und spektakul\u00e4rere Berge hat? Kann sein, doch vermutlich liegt es einfach daran, dass Korsika von uns aus \u201en\u00e4her dran\u201c liegt und schneller zu erreichen ist. Abgesehen von der H\u00f6he der Berge gibt es ansonsten wenig Grund, weswegen die gro\u00dfe Schwester Sardinia sich hinter der kleinen Corsica verstecken m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dfe hat n\u00e4mlich alles vorzuweisen, was es f\u00fcr eine abwechslungsreiche Reise braucht: wei\u00dfe Sandstr\u00e4nde mit smaragdfarbenem Meerwasser, malerische St\u00e4dte und urige Bergd\u00f6rfer mit reicher Kultur und Geschichte, mediterrane W\u00e4lder und Felsen, H\u00fcgel, Berge in allen Formen und Farben.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin l\u00e4sst sich schon ab etwa 30 Euro pro Tag ein schotterpistentauglicher Untersatz inklusive Vollversicherung ohne Selbstbeteiligung ergattern. Mit <strong>\u00f6ffentlichem Verkehr<\/strong> kommt man zwar zwischen den St\u00e4dten und D\u00f6rfern durchaus gut herum, doch in den eher abgelegenen, landschaftlich attraktiven Ecken ist das mit enormem (Zeit)Aufwand verbunden. Details dazu bei den vorgeschlagenen Wandertouren und im abschlie\u00dfenden Informationsteil.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sardinien-fur-bergfreunde\">Sardinien f\u00fcr Bergfreunde<\/h2>\n\n\n\n<p>Man kann Sardinien getrost ein Outdoorparadies nennen, von Bergen \u00fcber Kletterfelsen bis zu Str\u00e4nden und Tauchrevieren l\u00e4dt so ziemlich alles zum drau\u00dfen sein und Sporteln ein. F\u00fcr Wanderer bieten&nbsp; Gebirgsz\u00fcge wie Gennargentu, Supramonte und Limbara gro\u00dfe Spielwiesen mit je eigenem Charakter. Sportkletterer, Boulderer und Alpinkletterer finden eine kaum zu \u00fcberschauende Auswahl an erstklassigem Gestein, vor allem auch in der hier beschriebenen Supramonte-Region. Einen <a href=\"https:\/\/www.outdoor-magazin.com\/klettern\/sportklettern-und-msl-sardinien\/\">Einblick dazu gibt es beim <\/a><em><a href=\"https:\/\/www.outdoor-magazin.com\/klettern\/sportklettern-und-msl-sardinien\/\">klettern<\/a><\/em><a href=\"https:\/\/www.outdoor-magazin.com\/klettern\/sportklettern-und-msl-sardinien\/\">-Magazin<\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Monte-Tiscali-Osten-6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Monte-Tiscali-Osten-6.jpg\" alt=\"Blick vom Monte Tiscali Richtung Osten\" width=\"350\" height=\"262\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick vom Monte Tiscali Richtung Osten.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Fast h\u00e4tte ich von \u201eenormer Vielfalt auf engem Raum\u201c geschrieben, doch das stimmt nur teilweise. Denn obwohl Sardinien auf der gro\u00dfen S\u00fcdeuropakarte nur eine unter vielen Inseln ist, sind die Entfernungen beachtlich. Tats\u00e4chlich bezeichnen manche Reiseautoren Sardinien als \u201ekleinen Kontinent\u201c. Das liegt nicht nur am doch ziemlich beachtlichen Nord-S\u00fcd-Durchmesser von 250 Kilometern Luftlinie, sondern auch am eben erw\u00e4hnten, die Kletterer verz\u00fcckenden Fels- und Steinreichtum der Insel. Ein solcher Untergrund erfordert unz\u00e4hlige Kurven, sodass der Verkehr vielerorts nur gem\u00e4chlich dahinrollt. Mit den an jedem Gartenzaun haltenden Nahverkehrsbussen dauert das besonders lang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-highlight-supramonte\">Highlight Supramonte<\/h2>\n\n\n\n<p>Einen verkehrstechnischen Vorteil hat Sardinien dennoch: es gibt im Osten der Insel n\u00e4mlich einen Landstrich, an dem Str\u00e4nde vom Feinsten, Sportklettergebiete und wilde, bergige Karstlandschaft nah beieinander liegen. Dieser Landstrich h\u00f6rt auf den klingenden Namen <strong>Supramonte<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier gibt es gro\u00dfe Vielfalt auf engstem Raum. Eigentlich ist das Supramonte eine Hochebene mit tief eingeschnittenen Schluchten und teils schroffen Berggipfeln, von denen einige trotz ihrer eher bescheidenen 1000 bis 1400 Metern m\u00e4chtige Felsburgen sind. Die Landschaft wirkt so beeindruckend, weil sie \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Supramonte\">h\u00e4ufig unterbrochen von engen Schluchten<\/a>, imposanten Kalkgipfeln, weiten Plateaus, tiefen Dolinen sowie versteckten Klammen\u201c ist. Da ihr zerkl\u00fcfteter Kalkstein jeden Niederschlag \u201eschluckt\u201c und in gro\u00dfe unterirdische Reservoirs leitet, gibt es so gut wie keine Seen und Fl\u00fcsse. Nur in der Karstquelle <em>Su Gologone<\/em> tritt ein Teil des Wassers an die Oberfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-drei-wandertouren\">Drei Wandertouren<\/h2>\n\n\n\n<p>Die folgenden drei Touren habe ich nach Vorabrecherche im Internet und in Reisef\u00fchrern ausgesucht und begangen. Ich kann sie also unbedingt und w\u00e4rmstens empfehlen. Wenn ich mehr Zeit gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re ich noch die eine oder andere Tour an der <strong>spektakul\u00e4ren Ostk\u00fcste<\/strong> zwischen <strong>Cala Gonone<\/strong> im Norden und <strong>Baunei<\/strong> im S\u00fcden gegangen. Dort bieten wilde Klippen, traumhafte Buchten, m\u00e4chtige Felsb\u00f6gen und -Nadeln \u00fcber tiefblauem Wasser einen spektakul\u00e4ren Anblick nach dem anderen. Es gibt eine anspruchsvolle Trekkingtour namens <strong><em>Selvaggio Blu<\/em><\/strong>, die den s\u00fcdlichen Teil dieses K\u00fcstenabschnitts in vier Tagesetappen bew\u00e4ltigt \u2013 Klettersteigpassagen inklusive.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-1-gola-gorropu-gorropu-schlucht-von-der-passhohe-genna-silana\">1. Gola Gorropu (Gorropu-Schlucht) von der Passh\u00f6he Genna Silana<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/1-5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/1-5.jpg\" alt=\"Gorropu-Schlucht\" width=\"847\" height=\"1217\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Gorropu-Schlucht.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Dauer\/ Strecke<\/strong>: 3,5 \u2013 4,5 Std. hin und zur\u00fcck, je 600 Hm und 4,2 km, zuz\u00fcglich Aufenthalt in der Schlucht<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zufahrt<\/strong>: von Dorgali auf der SS 125 zum Parkplatz auf der Passh\u00f6he des Genna Silana auf 1020 m<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bis zu 500 Meter hohe, teils stark \u00fcberh\u00e4ngende Felsw\u00e4nde, und ein stellenweise nur wenige Meter breiter Schluchtgrund, der in engen Kurven verl\u00e4uft. Im Grund liegen Steine und Felsbrocken wild aufeinandergew\u00fcrfelt und in allen Gr\u00f6\u00dfen herum. Viele von ihnen sind von den nach Regenf\u00e4llen hier entlang tosenden Wassermassen kugelrund geschliffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen sch\u00f6nen Zugang zu diesem Naturwunder bietet der beim Parkplatz auf der Passh\u00f6he des Genna Silana startende Wanderweg. Bergab f\u00fchrt der alte Sch\u00e4ferpfad durch sch\u00f6nen Wald mit gro\u00dfen Korkeichen und vorbei an wilden Felsflanken zum Eingang der Schlucht auf 450 m Meeresh\u00f6he. Es geht teils steil hinunter, bevor man nach etwa eineinhalb Stunden das Portemonnaie z\u00fccken darf: der Eintritt in die Schlucht kostet 5 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar ist der Blick von vorn in den Schluchteingang auch schon spektakul\u00e4r, doch mittendrin sind die Eindr\u00fccke nochmals intensiver. Der Eintritt lohnt sich also auf jeden Fall, zumal er auch dem Erhalt des sensiblen Naturraums dient. Ich bin etwa 20 Minuten entlang der ersten zwei \u201eKurven\u201c der Schlucht hineingelaufen, bis das Gel\u00e4nde nach meinem Empfinden etwas weniger spektakul\u00e4r wurde. Wer weiter hinein will, kann das nat\u00fcrlich tun, das Gel\u00e4nde soll laut des verpflichtenden \u201eBriefings\u201c durch die Rangerin technisch und orientierungsm\u00e4\u00dfig immer anspruchsvoller werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem ist die Tour nicht nur sehr sch\u00f6n, sondern das Gekraxel und Gewurschtel \u00fcber die vielen Bl\u00f6cke im Schluchtgrund ist auch sehr anregend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kletterer<\/strong> kennen die Schlucht wegen der Megaroute <em>Hotel Supramonte<\/em>, die ich etwa 15 Minuten vom Schluchteingang aufw\u00e4rts gehend auf der linken Seite anhand eines von der Wand baumelnden Seils zu erkennen glaubte<em>. S<\/em>ie wurde 1998 von Rolando Larcher und Roberto Vigiani eingerichtet, misst 10 Seill\u00e4ngen mit Schwierigkeiten von 7a+ bis 8b und h\u00e4ngt auf ihren etwa 400 Metern L\u00e4nge an die 100 Meter(!) \u00fcber. Sie gilt bis heute als eine der <a href=\"http:\/\/www.climbing.de\/news\/matthias-trottmann-wiederholt-quothotel-supramontequot-26930.html\">schwierigsten <\/a><a href=\"http:\/\/www.climbing.de\/news\/matthias-trottmann-wiederholt-quothotel-supramontequot-26930.html\">a<\/a><a href=\"http:\/\/www.climbing.de\/news\/matthias-trottmann-wiederholt-quothotel-supramontequot-26930.html\">lpinen <\/a><a href=\"http:\/\/www.climbing.de\/news\/matthias-trottmann-wiederholt-quothotel-supramontequot-26930.html\">Sportkletterr<\/a><a href=\"http:\/\/www.climbing.de\/news\/matthias-trottmann-wiederholt-quothotel-supramontequot-26930.html\">outen weltweit<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alternativ<\/strong> kann die Schlucht auch vom Parkplatz Sa Barva im Tal des (nur nach Regen wasserf\u00fchrenden) Riu Flumineddu erreicht werden. Dieser Weg folgt stets dem Talboden und bietet damit vermutlich weniger Aussicht als \u201emeine\u201c Variante vom Pass aus. Auch die als n\u00e4chstes vorgestellte Siedlungsst\u00e4tte am Monte Tiscali ist von Sa Barva aus in 2-3 Stunden Wanderung zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-2-monte-tiscali-518-m-aus-dem-valle-lanaittu\">2. Monte Tiscali, 518 m \u2013 aus dem Valle Lanaittu<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Waldimpressionen-Monte-Tiscali-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Waldimpressionen-Monte-Tiscali-8.jpg\" alt=\"Waldimpression beim Monte Tiscali\" width=\"829\" height=\"621\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Waldimpression beim Monte Tiscali.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Dauer\/Strecke<\/strong>: 2-3 Std. hin und zur\u00fcck, je 350 Hm<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zufahrt<\/strong>: von Nuoro\/Oliena oder Dorgali auf der SP 46 zum Abzweig nach Su Gologone. Von dort zunehmend ruppiges Str\u00e4\u00dfchen ins Lanaittu Tal<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Der halbrunde, kraterartige Rest einer vor Jahrtausenden eingest\u00fcrzten Riesendoline ist der beeindruckende \u00dcberbau f\u00fcr die \u00dcberreste einer pr\u00e4historischen Nuraghensiedlung. \u201eNuraghe\u201c bezeichnet sowohl die auf Sardinien \u00fcberall zu sehenden Turmbauten, deren Zweck umstritten ist, als auch die mit diesen Bauten verbundene bronzezeitliche Kultur, die zwischen 1600 und 200 v. Chr. eine bemerkenswerte Bl\u00fcte erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg dorthin f\u00fchrt durch eine wildsch\u00f6ne Szenerie an Bergen, T\u00e4lern und Schluchten. Man folgt zun\u00e4chst einem Forstweg, dann auf einem immer schmaleren Pfad einigen Serpentinen durch zunehmend felsige Waldflanken. Oben schl\u00fcpft man durch eine Felsspalte und schreitet eine nat\u00fcrliche Felsgallerie entlang, bevor sich am Rand der Doline tolle Blicke er\u00f6ffnen. Kurz vor Erreichen des Ziels gilt es \u2013 wie schon in der Gorropu-Schlucht -, die Brieftasche hervorzuholen und 5 Euro beim freundlichen Kassenwart zu zahlen. Das Geld dient dem Erhalt der St\u00e4tte und dem Schutz vor (weiterer) Pl\u00fcnderung. Ein abgesteckter Rundgang f\u00fchrt durch diesen erstaunlichen, stimmungsvollen Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eNormalweg\u201c f\u00fchrt ebenfalls von Sa Barva aus dem Tal des Riu Flumineddu hierher. Ich habe den Zugang aus dem malerischen <strong>Valle Lanaittu <\/strong>gew\u00e4hlt, da ich diesen besonderen Landstrich erkunden wollte. Auf Schotterpiste bin ich dann den \u201eTiscali\u201c Schildern gefolgt, soweit es Schlagl\u00f6cher und Radstand zulie\u00dfen, bis ich bei den GPS-Koordinaten 40.2482053N, 9.4898756E das Auto geparkt habe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-3-monte-corrasi-1463-m-von-oliena\">3. Monte Corrasi, 1463 m \u2013 von Oliena<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Aufstieg-Monte-Corrasi-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Aufstieg-Monte-Corrasi-5.jpg\" alt=\"Blick vom Aufstieg zum Monte Corrasi\" width=\"827\" height=\"621\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick vom Aufstieg zum Monte Corrasi.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Dauer\/Strecke<\/strong>: ca. 3 Std. hin und zur\u00fcck, je 450 Hm<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zufahrt<\/strong>: von Nuoro \u00fcber die SP 22 nach Oliena, dort im Zentrum den Schildern Richtung Via\/Monte Corrasi folgen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bis Oliena ist die Anreise zum h\u00f6chsten Gipfel des Supramonte auch mit dem Bus m\u00f6glich, danach f\u00fchrt die abenteuerliche, bald unbefestigte \u201eVia Corrasi\u201c Richtung Punta sos Nidos. Mit robuster Autobereifung kann man ihr etwa 20 Minuten bis zu einer als Parkplatz nutzbaren Verbreiterung auf ziemlich genau 1000 Metern H\u00f6he folgen. Zu Fu\u00df dauert es hierhin ca. 2 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom sch\u00f6n gelegenen \u201eParkplatz\u201c aus folgt man dem weiterhin recht breiten (und mit Allrad wohl noch weiter befahrbaren) Forstweg, bis er sich am Rande des Supramonte-Hochplateaus in einen Wanderweg verwandelt. Der runde Gipfelr\u00fccken ist hier bereits in Sicht und erscheint n\u00e4her als er ist. Die Beschilderung ist gut und der Pfad auch an schmalen Stellen immer erkennbar, sodass man kaum f\u00fcrchten muss, sich zu verirren.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz unterhalb des Gipfels wird es mit einigen etwas steileren und steinigeren Stellen zu einer richtigen Bergwanderung. Oben genie\u00dft man eine Riesenaussicht \u00fcber den Supramonte, das benachbarte Gennargentu-Massiv und den zentralen Osten Sardiniens. Auch die Tiefblicke in die steilen Nord- und Westflanken des Supramonte sind beeindruckend. Meerblick ist ebenfalls inklusive.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-praktische-infos\">Praktische Infos<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-reisezeit\">Reisezeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Sightseeingurlaub mit Landschaft und Kultur geht auf Sardinien das ganze Jahr, f\u00fcr Outdooraction eignen sich Fr\u00fchjahr und Herbst am besten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-anreise\">Anreise<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Passo-Genna-Silana-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausblick-Passo-Genna-Silana-4.jpg\" alt=\"Ausblick nahe des Passo Genna Silana.\" width=\"837\" height=\"628\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausblick nahe des Passo Genna Silana.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Olbia im Nordosten, Sassari im Norwesten und Cagliari im S\u00fcden werden von (Billig)Airlines angeflogen. Von S\u00fcddeutschland aus ist die Anreise \u00fcber Land sicher nachhaltiger und \u2013 vor allem mit Zwischenstopps in Florenz oder Rom \u2013 auch sch\u00f6ner. Beispiel: Meine R\u00fcckreise f\u00fchrte von Olbia mit der <a href=\"https:\/\/www.tirrenia.de\">Tirrenia-F\u00e4hre<\/a> nach Cittavecchia, von dort per Regionalzug nach Rom und von dort wiederum (3 Tage sp\u00e4ter) mit Flixbus in s\u00fcddeutsche Gefilde. Die Kosten von gut 80 \u20ac lagen in etwa bei denen des Hinflugs.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-mobilitat-vor-ort\">Mobilit\u00e4t vor Ort<\/h3>\n\n\n\n<p>Laut <a href=\"http:\/\/www.sardinien-inside.info\/wissenswert\/oeffentliche-verkehrsmittel-strassennetz-sardinien.html\">Sardinien-Inside<\/a> ist das Unterwegssein mit Bus und Bahn auf Sardinien \u201eabenteuerlich\u201c. Selbst mit der recht gut funktionierenden Bahn kann es passieren, dass man zu ung\u00fcnstigen Tageszeiten an Orten eintrifft und nicht mehr wegkommt. Nach Tickets f\u00fcr Bus und Bahn muss man laut der Seite haupts\u00e4chlich in Bars vor Ort Ausschau halten. Immerhin sind die Preise g\u00fcnstig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Bahnnetz<\/strong> erstreckt sich zwischen den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten, vor allem zwischen Olbia, Sassari, Oristano, Cagliari, Nuoro und Carbonia. Dar\u00fcber hinaus gibt es unter dem Label <a href=\"https:\/\/www.sardegnaturismo.it\/de\/die-grossartige-schoenheit-einer-reise-mit-der-schmalspurbahn-trenino-verde\">Trenino Verde<\/a>\u00a0 einige Schmalspurbahnen mit teils sehr sch\u00f6ner Streckenf\u00fchrung. Informationen und Tickets f\u00fcr die Hauptstrecken gibt es bei <a href=\"https:\/\/www.trenitalia.com\">Trenitalia<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Pass Genna Silana (Ausgangspunkt f\u00fcr Tour 1) soll ab Siniscola oder Nuoro das <strong>Busunternehmen<\/strong> Arst fahren, allerdings nur einmal t\u00e4glich (Diese Info ist allerdings einem&nbsp; Michael M\u00fcller Wanderf\u00fchrer von 2009 entnommen. N\u00e4heres und Aktuelleres dazu eventuell auf der alles andere als einladenden <a href=\"http:\/\/arst.sardegna.it\/index.html\">Firmenwebsite<\/a>, sofern man sich dort zurechtfindet).<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Arst betreiben die Firmen Gruppo Turmo Travel und Deplano Bus weitere Linien. Kleinere Unternehmen wie Sun Lines Elite Service, Logudoro Tours, Redentours und Sardabus verkehren nur auf wenigen oder einzelnen Strecken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ubernachten\">\u00dcbernachten<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie bei der Mobilit\u00e4t gilt auch beim \u00dcbernachten, dass Sardinien nicht wirklich ein Backpacker-Mekka ist. Dazu gibt es zu wenige gut ausgestattete Campingpl\u00e4tze oder \u201ejunge\u201c Hostel-Dorm-Unterk\u00fcnfte der Low-Budget Kategorie an strategisch g\u00fcnstigen Orten. Auch die Sportkletterer reisen eher in den eigenen Campern an und herum.<\/p>\n\n\n\n<p>Entlang der K\u00fcsten sieht es mit der Auswahl an g\u00fcnstigen Unterk\u00fcnften besser aus als im Hinterland.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fazit\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Sardinien ist auch f\u00fcr Bergfreunde und Outdoor-Fans allemal eine Reise wert. Vor allem auf Kletterer und Wanderer warten unz\u00e4hlige M\u00f6glichkeiten und tolle Eindr\u00fccke \u2013 von v\u00f6llig entspannt bis hoch ambitioniert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaut man sich die Heckscheiben deutscher VW-Busse und Wohnmobile an, prangt auf gef\u00fchlt jedem Zweiten ein Korsika-Aufkleber. Er scheint bei den \u201eBullis\u201c eine Art Zugeh\u00f6rigkeitszeichen zu sein &#8211; \u00e4hnlich wie der Sylt-Aufkleber auf b\u00fcrgerlichen Mittelklasselimousinen. Sardinien habe ich noch auf keinem Auto gesehen. Warum eigentlich? Vielleicht, weil Korsika h\u00f6here und spektakul\u00e4rere Berge hat? 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