{"id":66628,"date":"2022-01-22T13:21:00","date_gmt":"2022-01-22T12:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/auf-tour-im-himalaya-abenteuer-am-mera-peak\/"},"modified":"2025-05-27T13:28:03","modified_gmt":"2025-05-27T11:28:03","slug":"auf-tour-im-himalaya-abenteuer-am-mera-peak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/auf-tour-im-himalaya-abenteuer-am-mera-peak\/","title":{"rendered":"Auf Tour im Himalaya &#8211; Abenteuer am Mera Peak"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\" id=\"attachment_26687\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0654.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"598\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0654.jpg\" alt=\"Menschen in Nepal\" class=\"wp-image-50299\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0654.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0654-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0654-768x510.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Robert und seine Freunde sind bereit f\u00fcr den Mera Peak (Foto: Matthias J\u00e4ger)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Vor ein paar Wochen haben wir \u00fcber die Vorbereitungen unseres Kollegen Robert f\u00fcr die Besteigung des Mera Peak (6,476&nbsp;m) in Nepal berichtet. Inzwischen ist er von seiner Tour zur\u00fcck, und hat unz\u00e4hlige neue Eindr\u00fccken und Erfahrungen mitgebracht. So viele, dass wir seinen Reisebericht in zwei Teile teilen mussten. Los geht&#8217;s:<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ziemlich hohen Erwartungen stieg ich Anfang Oktober ins Flugzeug Richtung Nepal auf dem Weg zum Mera Peak. <strong>Asien<\/strong>\u2013<strong>Kathmandu<\/strong>\u2013<strong>Himalaya<\/strong>, diese Begriffe gingen mir die ganze Zeit durch den Kopf. Wer h\u00e4tte gedacht, dass ich aus meiner Komfortzone einmal heraus kommen und sowas unternehmen werde? Einfach machen! Ich hatte ja auch <strong>gute Freunde an meiner Seite,<\/strong> mit denen ich dieses <strong>tolle Ereignis teilen<\/strong> konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem recht <strong>langen Flug<\/strong> mit einem siebenst\u00fcndigen Aufenthalt in Abu Dhabi landeten wir sp\u00e4t am Abend in <strong>Kathmandu<\/strong>. Die Luft war sonderbar dick und warm, aber schon bald stellte sich ein gutes Gef\u00fchl ein \u2013 wusste ich doch, dass mich jetzt etwas komplett Neues erwartet. Und schon ging\u2019s los. Schnell das Visum bezahlt und erhalten, weiter zur Gep\u00e4ckausgabe \u2013 hoffentlich ist alles da. Was wenn was fehlt? Ohne isolierte Schuhe und <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/steigeisen\/\">Steigeisen<\/a> h\u00e4tten wir direkt wieder ins Flugzeug steigen und zur\u00fcck fliegen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber da, die erste gr\u00fcne Tasche ruckelte auf dem Flie\u00dfband auf uns zu. In der vollen Halle wurde die Luft immer schlechter, und die Deckenventilatoren dr\u00fcckten den Mief zu uns herunter. Die Klinkerw\u00e4nde des Flughafens erinnerten an vergangene Zeiten aus der Brandenburger Region der ehemaligen DDR. Das war also unser erster Vorgeschmack auf eine asiatische Gro\u00dfstadt: Fremd und doch vertraut.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\" id=\"attachment_26755\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Kathmandu_original.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"959\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Kathmandu_original.jpg\" alt=\"Kathmandu\" class=\"wp-image-122988\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Kathmandu_original.jpg 959w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Kathmandu_original-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Kathmandu_original-768x577.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 959px) 100vw, 959px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der erste Vorgeschmack einer asiatischen Gro\u00dfstadt: fremd und doch vertraut<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am Ausgang erwartete uns&nbsp;<strong>Tej<\/strong>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.adventuremountains.com\/\">unser&nbsp;Guide<\/a>. Mit ihm hatten wir unsere Reise geplant und er w\u00fcrde uns die kommenden Wochen begleiten. Mit einem herzlichen Namast\u00e9 und aneinander gelegten H\u00e4nden wurden wir begr\u00fc\u00dft und bekamen sogleich eine&nbsp;<strong>Blumenkette umgehangen<\/strong>&nbsp;\u2013 wie im M\u00e4rchen. Im Hotel angekommen, machten wir es uns bei einer Flasche Everest Bier auf dem Dach des Geb\u00e4udes gem\u00fctlich und betrachteten die funkelnde Stadt bei Nacht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kathmandu <\/h2>\n\n\n\n<p>Sonne, 28 \u00b0C und der Drang, die Stadt zu erkunden. Unseren ersten Tag verbrachten wir in Kathmandu. Die&nbsp;<strong>Swayambhunath Stuba<\/strong>&nbsp;(Affentempel) war dabei unser&nbsp;<strong>Tagesziel<\/strong>. Den Weg dahin habe ich in meinem Tagebuch wie folgt beschrieben: \u201cM\u00fcll, Schweine, K\u00fche, stinkendes Wasser\u201d. Das war mein erster Eindruck von der Stadt: absto\u00dfend und faszinierend zugleich. Aber das war nur der Anfang. Eine sch\u00f6ne und seltsam zufriedene Stimmung stellte sich daf\u00fcr bei mir ein, als wir den&nbsp;<strong>Affentempel<\/strong>&nbsp;erreichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine riesige Treppe f\u00fchrte uns hoch zur Stuba. \u00dcberall liefen \u00c4ffchen herum, steinerne G\u00f6tter zierten den Weg, Gebetstrommeln wurden von links nach rechts gedreht, und der Duft von R\u00e4ucherst\u00e4bchen lag in der Luft und war \u00fcberall pr\u00e4sent. Von weitem h\u00f6rte ich schon das Mantra \u201com ma ni pad me hum\u201d. Ein M\u00f6nch lief in seiner Kutte an mir vorbei \u2013 hier war ich richtig.&nbsp;<strong>Gigantisch<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>faszinierend<\/strong>, dass diese Geb\u00e4ude teilweise schon seit 2000 Jahren stehen&nbsp; \u2013 das meinte zumindest ein  netter kleiner Nepalese, der f\u00fcr den gut gemeinten und ungefragten Hinweis sogleich 5 $ verlangt. Einmal da, will man gar nicht mehr weg von diesem&nbsp;<strong>Ort der Zufriedenheit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg zum Hotel versuchten wir bewu\u00dft, die touristischen Teile der Stadt zu umgehen, um das \u201cechte\u201d Kathmandu zu sehen. Wir fanden so manch sch\u00f6ne, verborgene Ecke, aber auch erschreckende, traurige Seiten der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukla <\/h2>\n\n\n\n<p>Der Wecker klingelt um 5:40 Uhr, 6 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck, 6:30 Uhr Abfahrt zum Flughafen. Die Aufregung stieg min\u00fctlich an, denn an dem Tag sollte es mit einer&nbsp;<strong>winzigen Propellermaschine<\/strong>&nbsp;nach&nbsp;<strong>Lukla<\/strong>&nbsp;(dem angeblich gef\u00e4hrlichsten Flughafen der Welt) gehen, wo die eigentliche Tour starten w\u00fcrde. Angekommen am Flughafen wurden wir recht schnell zu unserem Flugzeug gebracht. Ich kannte zwar die Flugzeuge aus TV-Reportagen, aber dass die so alt sind, h\u00e4tte ich nicht gedacht. Ich hatte das Gl\u00fcck, einen Platz direkt hinter dem Piloten zu ergattern und hatte so einen guten Blick auf Start- und Landebahn. Allerdings auch auf die&nbsp;<strong>Anzeigen des Cockpits<\/strong>, welche&nbsp;<strong>nicht sonderlich vertrauenserweckend<\/strong>&nbsp;aussahen. Aber gut, das wird schon klappen. Bis jetzt ging es ja auch (meistens) gut. Und wenn nicht, geht es wenigstens schnell.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Landung in Lukla - dem &amp;quot;gef&amp;auml;hrlichsten&amp;quot; Flughafen der Welt\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/147315636?h=734b781740&amp;dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"800\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Landeanflug in Lukla &#8211; dem &#171;gef\u00e4hrlichsten&#187; Flughafen der Welt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die beiden Piloten drehten die Motoren auf und gaben richtig Gas. Sanft hob das Flugzeug ab. W\u00e4rend der Propellerl\u00e4rm immer lauter wurde, machte sich ein deutlicher Kerosingeruch im Flieger breit. Das muss wohl so sein, denn niemand schien sich daran zu st\u00f6ren. Fasziniert betrachtete ich die Landschaft vor dem Fenster und beobachtete gleichzeitig den&nbsp;<strong>Co-Piloten<\/strong>, wie er&nbsp;<strong>Whatsapp-Nachrichten<\/strong>&nbsp;auf seinem Telefon schrieb. Wird schon gut gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam kamen die ersten Berge in Sicht und irgendwann stand der&nbsp;<strong>Mera Peak<\/strong>&nbsp;direkt vor unserer Nase. Das war nicht der Berg, den ich von den vielen Bildern kannte und \u00fcber Monate immer wieder angesehen hatte. Riesig und monstr\u00f6s wirkte dieser Koloss aus Gestein und Eis jetzt. Und schon war er wieder aus dem Sichtfeld entschwunden, daf\u00fcr wurde die Landebahn von Lukla sichtbar. Die&nbsp;<strong>Landebahn<\/strong>&nbsp;ist nur<strong>&nbsp;ca. 500 Meter lang<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>endet an einer Felswand<\/strong>. Man sollte also gute Bremsen dabei haben. Aber genauso sanft wie wir gestartet waren, landeten wir auch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\" id=\"attachment_26691\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010542.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010542.jpg\" alt=\"Weg von Lukla nach Chutanga\" class=\"wp-image-50303\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010542.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010542-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010542-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die ersten Schritte von Lukla nach Chutanga<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erste Etappe, Akklimatisation <\/h2>\n\n\n\n<p>Kurz nachdem wir in Lukla gelandet waren, wurden uns unsere Tr\u00e4ger vorgestellt und das Gep\u00e4ck aufgeteilt. Da der n\u00e4chste Ort laut Karte nur 200 Hm \u00fcber uns liegen sollte,&nbsp;<strong>sparten<\/strong>&nbsp;wir uns eine&nbsp;<strong>Tagesetappe<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>liefen direkt nach<\/strong>&nbsp;<strong>Chutanga<\/strong>. Ziemlich schnell merkten wir allerdings, dass Chutanga 500 m h\u00f6her lag als in der Karte verzeichnet. Egal, wir f\u00fchlten uns alle gut und genossen das sch\u00f6ne Wetter. Die Landschaft und das&nbsp;<strong>Klima erinnerten<\/strong>&nbsp;mich noch etwas&nbsp;<strong>an S\u00fcdtirol<\/strong>, aber das \u00e4nderte sich schnell, als wir die ersten Rhododendren sahen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gingen sehr, sehr langsam, da wir ausreichend Zeit hatten und keine Kopfschmerzen wegen eines zu schnellen Aufstiegs riskieren wollten. Dabei bleibt der&nbsp;<strong>Puls<\/strong>&nbsp;relativ&nbsp;<strong>niedrig<\/strong>&nbsp;und man kann&nbsp;<strong>durch die Nase atmen<\/strong>, was wiederum das Austrocknen der Schleimh\u00e4ute im Rachen minimiert. Das war&nbsp;<strong>Teil der Akklimatisation<\/strong>. Ebenso wie unser Teekonsum.&nbsp;<strong>T\u00e4glich tranken wir 5-6 Liter Tee<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Wasser.<\/strong>&nbsp;So wird das&nbsp;<strong>eingedickte Blut verd\u00fcnnt<\/strong>&nbsp;und man&nbsp;<strong>gleicht&nbsp;den&nbsp;h\u00f6heren Fl\u00fcssigkeitsverlust durch das Atmen aus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als wir in Chutanga ankamen, war ich sehr erleichtert. Ich hatte&nbsp;<strong>keine Kopfschmerzen<\/strong>,&nbsp;<strong>f\u00fchlte mich fit<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>hatte richtig Appetit<\/strong>. Gegen Abend stiegen wir dann noch mal knapp 100 Hm auf, um die Maxime \u201c<strong>hoch steigen, niedrig schlafen<\/strong>\u201d einzuhalten. Dabei entdeckten wir noch einen&nbsp;<strong>netten Boulderblock<\/strong>&nbsp;und tobten uns ein wenig daran aus. Typisch s\u00e4chsisch, mit etwas Ironie, benannten wir unseren Weg \u201c<strong>AW am Wegelagerer<\/strong>\u201d (alter Weg).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\" id=\"attachment_26695\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010661.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010661.jpg\" alt=\"Nepal Fahnen\" class=\"wp-image-50307\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010661.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010661-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010661-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Frieden und Gl\u00fcckseligkeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag<strong>&nbsp;stiegen<\/strong>&nbsp;wir&nbsp;<strong>auf ca. 4000 Meter&nbsp;auf<\/strong>, wobei wir ca.&nbsp;<strong>500 Hm zur\u00fccklegten<\/strong>. Berg heil und ein kr\u00e4ftiger H\u00e4ndedruck, fast wie zu Hause. In einer&nbsp;<strong>kleinen Lodge<\/strong>&nbsp;lie\u00dfen wir uns bei&nbsp;<strong>Tee<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Nudelsuppe<\/strong>&nbsp;die&nbsp;<strong>Sonne auf den Pelz scheinen<\/strong>. Die&nbsp;<strong>Sonne<\/strong>&nbsp;ist in dieser H\u00f6he, \u00e4hnlich wie in den Alpen, viel&nbsp;<strong>aggressiver als im Flachland<\/strong>. Hier sollte man je nach Hauttyp eine&nbsp;<strong>starke Sonnencreme<\/strong>&nbsp;w\u00e4hlen. Ich schw\u00f6re auf den&nbsp;<strong>Lichtschutzfaktor 50<\/strong>. Ein&nbsp;<strong>Schutz f\u00fcr die Lippen<\/strong>&nbsp;ist ebenso&nbsp;<strong>unerl\u00e4sslich<\/strong>. Tiefe Risse sind sonst die Folge. Das sieht doof aus, tut verdammt weh, und gibt \u00c4rger von der Freundin, weil es \u201ckratzt\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg sp\u00fcrte ich ein komisches Gef\u00fchl in der Magengegend. Obwohl ich nur das gegessen hatte, was die anderen auch a\u00dfen, hatte ich zu Beginn ein paar&nbsp;<strong>Probleme mit dem Magen<\/strong>. Zum Gl\u00fcck hatte ich eine gute&nbsp;<strong>Reiseapotheke<\/strong>&nbsp;von meiner \u00c4rztin mitbekommen. Zus\u00e4tzlich eine&nbsp;<strong>Flasche Cola<\/strong>&nbsp;und eine<strong>&nbsp;Packung Chips<\/strong>&nbsp;gaben mir all die Mineralien zur\u00fcck, die ich verloren hatte. So bekam ich das Problem relativ schnell wieder in den Griff. Trotzdem blieb immer ein komisches Gef\u00fchl, und die<strong>&nbsp;Sorge, vielleicht doch noch zu erkranken<\/strong>.&nbsp;<strong>Vorsorglich<\/strong>&nbsp;gab es erstmal nur&nbsp;<strong>plain Rice<\/strong>&nbsp;zu essen. Schmeckt genauso wie es klingt, aber was soll\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zatre La &#8211; Pass\u00fcberquerung nach Thuli Khara <\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\" id=\"attachment_26703\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0689.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"598\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0689.jpg\" alt=\"Robert und ein Mann in Nepal trinken Tee\" class=\"wp-image-50311\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0689.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0689-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/DSC_0689-768x510.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">5 \u2013 6 Liter Tee am Tag waren notwendig, als Teil der Akklimatisation (Foto: Matthias J\u00e4ger)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen hatte ich&nbsp;<strong>leichte Kopfschmerzen<\/strong>&nbsp;und mir&nbsp;<strong>war etwas \u00fcbel<\/strong>. Jeden Morgen verbrennen die Bewohner der Lodges verschiedene Pflanzenbl\u00e4tter f\u00fcr die G\u00f6tter. Dieser Geruch best\u00e4rkte bei mir noch die \u00dcbelkeit, aber als wir starteten, ging es mir immer durch die frische Luft schnell wieder besser. Die Kopfschmerzen und die \u00dcbelkeit verschwanden.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Tag&nbsp;<strong>\u00fcberquerten<\/strong>&nbsp;wir einen&nbsp;<strong>Pass auf 4600 m<\/strong>&nbsp;und stiegen anschlie\u00dfend zu unserer&nbsp;<strong>n\u00e4chsten Lodge auf 4300 m<\/strong>&nbsp;ab. Wir kamen gut voran, tranken und a\u00dfen regelm\u00e4\u00dfig und f\u00fchlten uns gut. Schon zeitig sahen wir den Pass weit oben leuchten, geschm\u00fcckt mit bunten Gebetsfahnen. Die letzten Meter wurden dennoch z\u00e4h und ich freute mich, den Pass erreicht zu haben und unter den Gebetsfahnen zu stehen. F\u00fcr mich war das schon mein&nbsp;<strong>erster H\u00f6henrekord<\/strong>, und umso gr\u00f6\u00dfer war die Freude, es bis hierher ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme geschafft zu haben und mich dabei wohl zu f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dort sahen wir den&nbsp;<strong>Cho Oyu<\/strong>&nbsp;mit seinem&nbsp;<strong>gigantischen Grat<\/strong>&nbsp;\u2013 G\u00e4nsehaut. Auch weil es kalt wurde. Kurz unterhalb der 4600 m steht ein&nbsp;<strong>kleines Teehaus.<\/strong>&nbsp;Hier kehrten wir erstmal ein, tranken Tee und a\u00dfen ein kleines St\u00fcckchen der selbst mitgebrachten Salami, die auch die Nepalesen sehr m\u00f6gen. Wenig sp\u00e4ter erreichten wir unsere Lodge. Jetzt waren wir doch ziemlich ersch\u00f6pft, und schalteten erstmal einen Gang runter. Aber wie immer w\u00e4hrte die Ruhe nicht lange, und wir suchten boulderf\u00e4hige Felsbl\u00f6cke f\u00fcr ein paar Z\u00fcge. Dabei entdeckten wir eine kleine Grube, in die die Lodgebesitzer ihren M\u00fcll entsorgen. Im ersten Moment hat mich dieser Anblick inmitten der Natur sehr ge\u00e4rgert. Wenn man allerdings genauer dar\u00fcber nachdenkt, haben die Bewohner kaum eine andere Wahl. M\u00fcllautos und Recyclinganlagen gibt es hier nicht. Was verbrannt werden kann, wird verbrannt, der Rest fliegt au\u00dfer Sichtweite ins Ge\u00e4st oder tiefe L\u00f6cher.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste Nacht war f\u00fcr mich sehr \u00fcbel. Gegen 2 Uhr bekam ich ziemlich&nbsp;<strong>starke Kopfschmerzen<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>fand keinen Schlaf<\/strong>&nbsp;mehr. Obwohl ich nur ungern&nbsp;<strong>Schmerzmittel<\/strong>&nbsp;nehme, schluckte ich eine Tablette. Irgendwann schlief ich wieder ein und wachte etwas zerst\u00f6rt gegen 7 Uhr auf. Aber ich hatte immerhin keine Schmerzen mehr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jeder Tag ist Neu! <\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Satz bewahrheitete sich auf meiner Tour mehrmals. Egal wie die Nacht oder der Tag waren, schlecht oder gut, es war immer nur eine Momentaufnahme, und am n\u00e4chsten Tag konnte alles wieder ganz anders sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010741.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"50319\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010741.jpg\" alt=\"Mera Peak Wanderung\" class=\"wp-image-50319\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010741.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010741-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010741-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Immer dem Ziel entgegen \u2013 der wei\u00dfe Zipfel ist der Mera Peak<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010729.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"50315\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010729.jpg\" alt=\"Ein M\u00e4dchen aus Nepal\" class=\"wp-image-50315\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010729.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010729-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010729-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kleines Michelinm\u00e4nnchen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010745.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"50323\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010745.jpg\" alt=\"Wanderung Mera Peak steiler Abgang\" class=\"wp-image-50323\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010745.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010745-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010745-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Konzentration und gute Schuhe sind hier wichtig<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Am folgenden Tag wollten wir nach&nbsp;<strong>Kote<\/strong>&nbsp;(Mosum Kharka) absteigen.&nbsp;<strong>Laut Karte<\/strong>&nbsp;ist dies ein&nbsp;<strong>kurzer Weg<\/strong>&nbsp;mit nur&nbsp;<strong>600 Hm<\/strong>&nbsp;bergab. Sp\u00e4testens hier merkten wir, dass die&nbsp;<strong>Karten<\/strong>&nbsp;<strong>sehr ungenau sind<\/strong>,&nbsp;und man sich&nbsp;<strong>nicht auf die Angaben verlassen kann<\/strong>. Immerhin waren die Ortsnamen richtig geschrieben. Der Weg zog sich Stunde um Stunde, auf und ab. Als wir nach knapp&nbsp;<strong>6 Stunden&nbsp;am Ende des Tages<\/strong>&nbsp;in Kote ankamen, hatten wir um die<strong>&nbsp;1100 Hm<\/strong>&nbsp;in den Beinen. Darauf&nbsp;<strong>gaben<\/strong>&nbsp;wir unseren&nbsp;<strong>Tr\u00e4gern<\/strong>&nbsp;erst einmal&nbsp;<strong>eine Runde Bier aus<\/strong>. Die Freude in ihren Augen war so gro\u00df, ehrlich und strahlte so viel Dankbarkeit aus \u2013 damit hatten wir nicht gerechnet. So eine kleine Geste mit so einer gro\u00dfen Wirkung, sehr sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Reisef\u00fchrer stand, wir sollten auf die \u201e<strong>Hot Shower<\/strong>\u201c&nbsp;<strong>verzichten<\/strong>&nbsp;, da hierf\u00fcr unn\u00f6tig rares Feuerholz verbrannt wird. Also entschieden wir uns f\u00fcr eine&nbsp;<strong>kleine W\u00e4sche im Bach<\/strong>. Unglaublich, wie viel Dreck da von unserer Haut gesp\u00fclt wurde, Sonnencreme, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/schwitzrate-sport-rechner\/\">Schwei\u00df<\/a>, Staub etc. Ich f\u00fchlte mich direkt etwas leichter, sicherlich nur Einbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Essen auf den Lodges war immer gleich. Basics waren Reis, Nudeln und Kartoffeln, die wahlweise angebraten mit K\u00e4se oder einem Hauch von Gem\u00fcse angeboten wurden. Anfangs war das ganz gut, sp\u00e4ter aber sehr eint\u00f6nig. Unsere&nbsp;<strong>Sehnsucht&nbsp;<\/strong>nach frischem Essen wurde immer st\u00e4rker. Einzig die Pizza wurde meistens mit Dosentomaten bestrichen, was uns wie eine Offenbarung schien. Von da an gab es f\u00fcr mich<strong>&nbsp;jeden Abend Pizza<\/strong>. Im Nachhinein war das vielleicht ein Fehler, da Nudeln f\u00fcr den Kalorienbedarf besser gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\" id=\"attachment_26694\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Flussueberquerung_original.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"962\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Flussueberquerung_original.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-122995\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Flussueberquerung_original.jpg 962w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Flussueberquerung_original-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Flussueberquerung_original-768x575.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 962px) 100vw, 962px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auf den Spuren des Mera Peaks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag stiegen wir wieder auf&nbsp;<strong>4300 m<\/strong>&nbsp;nach&nbsp;<strong>Tangnag<\/strong>. Der&nbsp;<strong>Weg<\/strong>, entlang eines wilden Flusses, der unter anderem vom Mera Peak Gletscher gespeist wird,&nbsp;<strong>war sehr sch\u00f6n<\/strong>. Er schl\u00e4ngelte sich durch das wilde Flussbett herab von einer sch\u00f6nen, kupferrot leuchtenden Heidewiese. Mittendrin waren tausende von&nbsp;<strong>Edelwei\u00df-Pfl\u00e4nzchen<\/strong>,&nbsp;und pl\u00f6tzlich erschien ein&nbsp;<strong>kleines buddhistisches Kloster<\/strong>&nbsp;an eine Felswand angeschmiegt. Der Sage nach war hier fr\u00fcher ein Dorf tibetischer Fl\u00fcchtlinge. Als ein extremer Schneesturm alle Wege nach au\u00dfen abschnitt, erschien ein wei\u00dfes Yak und f\u00fchrte die Dorfbewohner ins Nirvana. Die Wahrheit dahinter ist, dass das Dorf verhungerte, weil die Vorr\u00e4te nicht ausreichten. Seitdem beten in diesem Kloster jeden Morgen buddhistische M\u00f6nche.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Training und Wetterwechsel<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010837.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010837.jpg\" alt=\"Kulisse des Mera Peak\" class=\"wp-image-50327\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010837.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010837-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010837-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herrliche, wilde Kulisse des Mera Peaks<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Tangnag nutzen wir einen <strong>Ruhetag<\/strong>, zum <strong>Training mit der Steigklemme<\/strong>. Etwa 15 Meter klettern wir einen kleinen Fels am Seil, um den Umgang mit der Steigklemme zu vertiefen. Oben angelangt mussten wir noch <strong>zeigen, dass wir des Abseilens m\u00e4chtig sind. <\/strong>F\u00fcr gestandene Kletterer aus dem Elbsandsteingebirge nat\u00fcrlich kein Thema. Ein <strong>Nicken<\/strong> unseres <strong>Climbing Sherpas Kaila<\/strong> bedeutete dann auch, dass wir <strong>tauglich waren<\/strong>. <strong>Gegen Mittag wurde das Wetter schlecht<\/strong>, schlechter als sonst. Normalerweise kamen ab 11 Uhr mittags erste harmlose Wolken, die gegen Ende des Tages immer dichter wurden. Diesmal war es anders. Schneegraupel setzte ein, der Wind wurde st\u00e4rker. Irgendwie ahnten wir, dass was nicht stimmt. Aber: Jeder Tag ist neu, auch beim Wetter! Hofften wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wachten wir nicht wie sonst bei blauem Himmel auf. Schon morgens hingen die Wolken auf Kopfh\u00f6he und sahen bedrohlich aus. Trotzdem blieben wir den ganzen Tag trocken, als wir zur letzten Lodge auf unserem Weg nach Khare aufstiegen. Der Weg nach <strong>Khare<\/strong> f\u00fchrte uns auf <strong>4800 m<\/strong> (laut Karte 5000 m) und war recht anstregend, da die <strong>letzten 200 Hm<\/strong> ziemlich <strong>steil<\/strong> waren. Am Nachmittag stiegen wir au\u00dferdem auf einen kleinen Berg, der ca. <strong>5100 m<\/strong> hoch war. Ziemlich souver\u00e4n stiegen wir langsam, aber stetig nach oben, und ich bekam ein immer besseres Gef\u00fchl. Hier bin ich richtig, dachte ich mir. Die <strong>Laune war auf H\u00f6chstniveau<\/strong>, der <strong>Mera Peak<\/strong> f\u00fcr mich in dem Moment <strong>zum Greifen nahe<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010797.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"19312\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010797.jpg\" alt=\"Mein erster 5000er, Gl\u00fcck und Freude, Zeit die Welt zu umarmen\" class=\"wp-image-19312\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010797.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010797-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010797-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010819.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"19320\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010819.jpg\" alt=\"Der Mera Peak \u2013 erdr\u00fcckende Dominanz dieser Hoheit\" class=\"wp-image-19320\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010819.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010819-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010819-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010805.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" data-id=\"19316\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010805.jpg\" alt=\"Gut funktionierende Uhr mit H\u00f6henmess-Funktion und Tempeaturanzeige\" class=\"wp-image-19316\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010805.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010805-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/P1010805-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-letzte-lager\">Das letzte Lager<\/h2>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen gingen wir f\u00fcr unsere Akklimatisation ein St\u00fcck des Weges zum <strong>Basecamp<\/strong>. <strong>Bis 5200m f\u00fchlte ich mich sehr gut<\/strong>, was mich \u00fcberraschte. Dann pl\u00f6tzlich, <strong>wie vom Blitz getroffen<\/strong>, <strong>erlitt<\/strong> ich einen <strong>Leistungsabfall<\/strong>, und <strong>f\u00fchlte mich total schlapp<\/strong>. Gleichzeitig verschlechterte sich das <strong>Wetter.<\/strong> <strong>Immer dichtere Wolken stiegen auf<\/strong>, die <strong>Sonne war inzwischen g\u00e4nzlich verschwunden<\/strong>, und <strong>es wurde kalt<\/strong>. Mehr schlecht als recht stiegen wir den steilen Weg wieder ab.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Lodge sprachen wir \u00fcber den Tag, und wie suboptimal es bei uns lief. Richtig fit f\u00fchlte sich niemand von uns, und das schlechte Wetter dr\u00fcckte auf die Stimmung. Irgendwie waren die<strong> guten Schwingungen<\/strong> vom Abend davor g\u00e4nzlich <strong>verschwunden<\/strong>, und unsere <strong>Nervosit\u00e4t <\/strong>wurde deutlich sp\u00fcrbar. Zudem sagte der <strong>Wetterbericht viel Neuschnee<\/strong> voraus, was mit <strong>Schneest\u00fcrmen<\/strong> einherging. Es wurde dar\u00fcber diskutiert, den Versuch, den Gipfel zu besteigen, abzublasen, ohne es \u00fcberhaupt versucht zu haben. Jetzt im Nachhinein sch\u00e4tze ich, dass die H\u00f6he auf uns, insbesondere unsere Psyche, einen gro\u00dfen Einfluss hatte. Nicht umsonst sagt man, dass <strong>mit der H\u00f6he die Moral nachl\u00e4sst<\/strong>. Dass dies auf knapp 5000 m schon so ist, h\u00e4tte ich nicht erwartet, zumal bisher fast alles wie am Schn\u00fcrchen gelaufen war. Wir trafen an diesem Abend keine Entscheidung, sondern verschoben sie auf den n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich f\u00fchlte mich schlecht, zweifelte stark an mir, und <strong>verlor jegliche Lust, diesen Berg zu besteigen<\/strong>, f\u00fcr den ich so hart trainiert hatte. Mit diesem Gef\u00fchl ging ich deprimiert ins Bett. Doch das Schlafen fiel mir in der H\u00f6he sehr schwer. Im Schlaf fiel ich in meinen <strong>gewohnten Atem-Rhythmus zur\u00fcck<\/strong>, der jedoch in dieser H\u00f6he f\u00fcr die Sauerstoffaufnahme nicht reichte. Immer wieder wachte ich auf und schnappte panisch nach Luft. Durch die d\u00fcnnen W\u00e4nde in den Lodges konnte ich h\u00f6ren, dass es den anderen Bergsteigern rings herum auch so ging. Das beruhigte mich ein wenig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-gipfelversuch\">Der Gipfelversuch<\/h2>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen \u00f6ffnete ich die T\u00fcr meines Zimmers und wurde von einem <strong>wolkenlosen blauen Himmel<\/strong> begr\u00fc\u00dft. Verdammt! Gerade wollten wir abbrechen, weil das Wetter so schlecht war, und nun das. Etwa <strong>10 cm Neuschnee<\/strong> lagen mir zu F\u00fc\u00dfen \u2013 wie viel Neuschnee gab es dann oben auf dem Berg?&nbsp;Keiner wollte so recht eine Entscheidung treffen, nur Claus stand da und wartete, dass es los geht. \u201eAlso schei\u00df drauf! Weswegen sind wir denn \u00fcberhaupt hier?! Los geht\u2019s!\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Blick-aus-der-Lodge_original.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Blick-aus-der-Lodge_original.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-123001\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Blick-aus-der-Lodge_original.jpg 1280w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Blick-aus-der-Lodge_original-300x84.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/27052025_Mera-Peak_Blick-aus-der-Lodge_original-768x216.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Blick aus der Lodge am Morgen \u2013 auf geht\u2019s zum Hochlager<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schnell&nbsp;packten wir unsere Sachen zusammen. Noch geschwind fr\u00fchst\u00fccken und viel Tee trinken, und dann ging es auch schon los. Langsam stiegen wir den Weg vom Tag zuvor auf. Jetzt sah der Weg ganz anders aus und war sehr glatt vom Schnee. Irgendwie <strong>kam<\/strong> ich <strong>nicht richtig in Fahrt<\/strong> &#8211; aber gut, das war bisher immer so, und nach einer halben Stunde liefs meist besser. Also redete ich mir gut zu und <strong>machte mir selber Mut<\/strong>. Aber es wurde einfach nicht besser. Ich <strong>f\u00fchlte mich <\/strong>wieder<strong> schlapp<\/strong> und <strong>abgeschlagen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Nein! Ich hatte so viel trainiert und investiert, das kann nicht sein, nicht jetzt! Ich war doch der Fitteste im Team. So viel wie ich hatte keiner trainiert \u2013 war das vielleicht der Fehler?! Ich <strong>trat mir imagin\u00e4r selber in den Hintern<\/strong> und machte mich damit nur noch mehr verr\u00fcckt. Matthias h\u00f6rte mich schnaufen und merkte, dass ich Probleme hatte. Auch er redete mir gut zu. Ich sagte ihm ganz ehrlich, dass ich mich nicht fit f\u00fchlte. Wir redeten kurz dr\u00fcber und er sagte mir, dass ich mir keinen Stress machen und, wenn es nicht geht, einfach absteigen solle. <strong>Nichts sinnlos riskieren<\/strong> sollte die Devise sein, aber davon will ich in dem Moment nichts wissen. Ach was, es geht schon! Aber innerlich sp\u00fcre ich, dass Matthias recht hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-eine-schwere-entscheidung\">Eine schwere Entscheidung<\/h2>\n\n\n\n<p>Immer deutlicher sp\u00fcrte ich, dass ich gegen Windm\u00fchlen k\u00e4mpfte. Das war einfach nicht mein Tag. Jetzt war noch die Zeit, wo ich alleine zur\u00fcckgehen konnte, ohne die anderen aufzuhalten, oder dass einer der Tr\u00e4ger mich begleiten m\u00fcsste. Ich dachte laut dar\u00fcber nach abzusteigen. Die Anderen redeten mir Mut zu, egal wie ich mich entscheide. Weitergehen und umkehren: beides war mutig, jedoch <strong>erfordert<\/strong> ein <strong>R\u00fcckzug den Mut, <\/strong>\u00fcber den eigenen Schatten zu springen und sich einzugestehen, dass man zu schwach ist. Ich sah ein, dass ich die knapp <strong>1200 Hm zu bew\u00e4ltigenden H\u00f6henmeter<\/strong> heute in dieser H\u00f6he nicht mehr schaffen w\u00fcrde, und <strong>traf<\/strong> daher die f\u00fcr mich enorm<strong> schwere Entscheidung, umzukehren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor Ort verabschiedete ich mich von meinen Kameraden und w\u00fcnschte ihnen viel Gl\u00fcck. Ich musste mir dabei auf die Lippe bei\u00dfen, um nicht zu heulen. Ich lief den Tr\u00e4gern entgegen, \u00fcbernahm mein ganzes Gep\u00e4ck und reichte Tej, unserem Guide, noch die Salami aus meinem Rucksack, die wir alle gemeinsam im Hochlager essen wollten. Alle redeten mir noch gut zu und versuchten mich zu tr\u00f6sten, aber viel Zeit blieb nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war&#8217;s! Pl\u00f6tzlich stand ich alleine am Hang und f\u00fchlte mich wie ein Feigling. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. So viele Trainingskilometer bin ich gelaufen, habe meine Familie und Freunde aus Dresden dieses Jahr kaum gesehen, weil ich meine Urlaubstage sparen musste. Und der Rest ging f\u00fcr&#8217;s Training drauf. <strong>Tief von mir selbst entt\u00e4uscht<\/strong> setzte ich mich auf einen Stein und verlor mich in meinen Gedanken. Alles umsonst! <\/p>\n\n\n\n<p>Dann fiel mir wieder ein, wie mir <strong>meine \u00c4rztin<\/strong> sagte, dass ich <strong>im Falle eines Abbruchs nicht daran denken solle, was ich alles an Kraft, Zeit und Geld investiert habe<\/strong>. Ich solle <strong>vern\u00fcnftig sein<\/strong> und lieber <strong>gesund nach Hause kommen<\/strong>. Leicht gesagt, aber an den Gedanken musste ich mich jetzt wohl gew\u00f6hnen. Ich merkte, wie ich immer m\u00fcder wurde, also stand ich auf und lief den Weg hinunter zur Lodge. Ziemlich kraftlos kam ich an und legte mich direkt in meinen Schlafsack. Nach knappen 300 Gramm Schokolade schlief ich erst einmal 2 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich von dem kleinen Auf- und Abstieg mit insgesamt nur ca. 600 Hm schon so ersch\u00f6pft war, wie w\u00e4re es dann erst da oben geworden? Insgeheim wusste ich, dass ich richtig gehandelt hatte, trotzdem f\u00fchlte ich mich elend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-nachste-tag\">Der n\u00e4chste Tag<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010774.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010774.jpg\" alt=\"Mera Peak\" class=\"wp-image-50331\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010774.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010774-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1010774-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Audienz bei seiner Majest\u00e4t, bei goldenem, mystischem Abendlicht<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich f\u00fchlte mich nicht wirklich besser. Tats\u00e4chlich f\u00fchlte ich mich noch nicht mal in der Lage, einen kleinen Berg hinter der Lodge zu ersteigen. Darum blieb ich im Bett. Gegen 15 Uhr schaffte ich es doch noch, endlich aufzustehen. Ich lief um die Lodge herum, um mir einen Tee zu holen, als ich im Augenwinkel <strong>Matthias<\/strong> anwanken sah, der gerade <strong>vom Mera Peak zur\u00fcckkam<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir umarmten uns und er erz\u00e4hlte mit v\u00f6llig ersch\u00f6pfter Stimme, dass sie <strong>alle den Gipfel geschafft hatten<\/strong>, <strong>aber nie mehr da hoch wollten<\/strong>. Mit Eis und Schnee \u00fcberzogen, kamen auch die anderen nach und nach an. Als wir wenig sp\u00e4ter alle am Ofen in der Lodge sa\u00dfen, wurde ausgiebig erz\u00e4hlt: der<strong> lange Weg zum Hochlager<\/strong> auf fast <strong>5900 m<\/strong>. Das <strong>Hochlager direkt am Abgrund<\/strong> einer ca. 2000 m abfallenden Flanke. Wie sie die Salami schlachteten und der <strong>im <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/zelte\/\">Zelt<\/a> schlecht schliefen<\/strong>. Wie die Seilschaft Meter um Meter zum Gipfel ging, und dabei den <strong>Sonnenaufgang sah.<\/strong> <strong>Angekommen am Gipfel der Blick<\/strong> auf <strong>Mount<\/strong> <strong>Everest<\/strong>, <strong>Cho Oyu<\/strong>, <strong>Baruntse<\/strong>, <strong>Island Peak<\/strong> und viele weitere Berge. Das h\u00e4tte mir auch gefallen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-weg-zuruck\">Der Weg zur\u00fcck<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020015.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020015.jpg\" alt=\"Abstieg von Zatre La-Pass\" class=\"wp-image-50335\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020015.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020015-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020015-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abstieg vom Zatre La-Pass<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten drei Tage ging es auf dem selben Weg, den wir gekommen waren, zur\u00fcck nach Lukla. <strong>Niemand hatte noch Lust, zu laufen<\/strong>; umso weniger einen Weg, den man bereits kennt. Aber was muss, das muss. \u00dcberraschenderweise sah ich den Weg jetzt ganz anders als auf dem Hinweg. Das Wetter besserte sich, die Sonne schien, und die Vegetation ver\u00e4nderte sich herbstlich sch\u00f6n. Rote Heide und gef\u00e4rbte B\u00e4ume umgaben den Weg, und <strong>alles war f\u00fcr mich eine wahre Freude<\/strong>. In den <strong>tieferen Ebenen um 4300 und 3800 Metern<\/strong> konnte ich <strong>endlich wieder durchschlafen und <\/strong>merkte, wie ich <strong>immer mehr Energie auftankte<\/strong>. Je mehr wir abstiegen, umso besser wurde auch die Laune der anderen. Es gab nie Streit, aber die Anspannung, die in der Luft gelegen hatte, verschwand mit jedem Meter, den wir abstiegen und das Essen schmeckte (fast) immer besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Erkl\u00e4rtes Ziel war, in Lukla ein St\u00fcck Apfelkuchen zu essen, und Kaffee und Bier zu trinken. Vor allem die Lust auf frische Nahrung wurde bei uns immer gr\u00f6\u00dfer. Zun\u00e4chst mussten wir aber noch den <strong>Zatre La Pass<\/strong> auf <strong>4600 m<\/strong> \u00fcberqueren, der ziemlich eingeschneit war, was unser Vorankommen arg verlangsamte. Umso schneller stiegen wir daf\u00fcr im Anschluss ab, als der Schnee weg war und Lukla in greifbare N\u00e4he kam.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020064.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020064.jpg\" alt=\"Apfelkuchen und Multisaft\" class=\"wp-image-50339\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020064.jpg 900w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020064-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/P1020064-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Geschmacksexplosion mit Apfelstrudel und Multivitaminsaft<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Angekommen in Lukla, ging Matthias direkt zum B\u00e4cker und lud mich auf ein herrliches St\u00fcck Apfelkuchen ein. Das leckerste St\u00fcck Apfelkuchen, das ich je gegessen habe (Sorry Mutti!). Danach folgte die <strong>erste Dusche seit zwei Wochen<\/strong> und wir schliefen zum ersten Mal wieder in einem <strong>richtigen Bett<\/strong>, mit Decke und Kopfkissen \u2013 herrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am darauffolgenden Tag ging es <strong>per Flieger <\/strong>wieder zur\u00fcck nach<strong> Kathmandu. <\/strong>Hier blieben uns noch <strong>f\u00fcnf Tage,<\/strong> um die Stadt und die Mentalit\u00e4t der Menschen weiter kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter stellte ich mir die Frage, ob es das alles wert war? Die kann ich ganz deutlich mit <strong>JA<\/strong> beantworten. Die Bilder in meinem Kopf und auf meiner SD-Karte, die neuen Erfahrungen, die Freundschaft zu meinen Weggef\u00e4hrten, dieses Gebirge, dieses Land, diese Mentalit\u00e4t waren es Wert! Und ich bin froh, mich so gezielt vorbereitet zu haben. So wei\u00df ich, dass ich alles versucht habe, um mein Ziel zu erreichen und kann mir nicht vorwerfen, faul gewesen zu sein. H\u00e4tte ich etwas besser machen k\u00f6nnen? Ich wei\u00df es nicht. Vielleicht klappt es das n\u00e4chste Mal&#8230;Jeder Tag ist neu!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Wochen haben wir \u00fcber die Vorbereitungen unseres Kollegen Robert f\u00fcr die Besteigung des Mera Peak (6,476&nbsp;m) in Nepal berichtet. Inzwischen ist er von seiner Tour zur\u00fcck, und hat unz\u00e4hlige neue Eindr\u00fccken und Erfahrungen mitgebracht. So viele, dass wir seinen Reisebericht in zwei Teile teilen mussten. 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