{"id":67706,"date":"2019-07-30T08:52:10","date_gmt":"2019-07-30T06:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/das-business-am-everest\/"},"modified":"2025-04-23T12:07:37","modified_gmt":"2025-04-23T10:07:37","slug":"das-business-am-everest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/das-business-am-everest\/","title":{"rendered":"Wahnsinn mit Methode? Das Business am Everest"},"content":{"rendered":"\n<p>Schlange stehen am Gipfelgrat und fast ein Dutzend Tote: der ganz normale Wahnsinn der Everest-Fr\u00fchjahrssaison machte auch 2019 wieder Schlagzeilen. Jetzt, im europ\u00e4ischen Sommer, h\u00e4tte man den Berg hingegen ganz f\u00fcr sich allein. Doch man w\u00fcrde es wohl kaum zum Gipfel schaffen, denn der gleicht in der Monsunzeit einem Inferno. Schwere <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/entfernung-gewitter-rechner\/\">Gewitter<\/a> laden meterweise Schnee ab, der von Sturmb\u00f6en zu Fahnen von Hundert Metern H\u00f6he aufgeworfen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober kommen noch einmal ein paar Wochen mit stabilem Wetter und einigen \u201eGipfeltagen\u201c, bevor extreme K\u00e4lte bis Ende April einzieht. Alles in allem bleiben nur etwa sieben bis zw\u00f6lf Tage im Jahr, in denen die Bedingungen eine Gipfelbesteigung mit kalkulierbarem Risiko erlauben. Im Mai 2019 waren es allerdings nur 4 Tage, an denen die etwa 300 Aspiranten den Gipfel versuchen konnten. Und \u201edank\u201c der satellitengest\u00fctzten Wettervorhersage starten die kommerziellen Expeditionen mittlerweile fast alle zeitgleich vom letzten Lager am South Col zum Gipfel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zeitliche Engpass ist ein Grund f\u00fcr die allj\u00e4hrlichen Staus in den Flanken und auf dem Gipfelgrat. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass die weitaus meisten Gipfelst\u00fcrmer auf die Fixseile angewiesen sind, die von den Sherpas vor der Saison fast den gesamten Weg am Berg hinauf installiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die mit Eisschrauben, Eissanduhren und Firnankern befestigte \u201eNabelschnur\u201c w\u00fcrden die vielfach unerfahrenen und wenig kompetenten \u201eBergsteiger\u201c in Gletscherspalten verschwinden, in der steilen Lhotseflanke oder am ausgesetzten Gipfelgrat abst\u00fcrzen, sich im Nebel und Ersch\u00f6pfungsdelirium verirren und auf vielfache andere Weise verunfallen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Karte.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Karte.jpg\" alt=\"Mit 8848m der h\u00f6chste Berg der Welt: Warum reizt es so viele Menschen den h\u00f6chsten Punkt der Erde zu erreichen? Foto: Lencer, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mit 8848m der h\u00f6chste Berg der Welt: Warum reizt es so viele Menschen den h\u00f6chsten Punkt der Erde zu erreichen? Foto: Lencer, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zum-hohepunkt-kommen-was-reizt-die-menschen-am-everest\">Zum H\u00f6hepunkt kommen: was reizt die Menschen am Everest?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mehr als 5000 Menschen waren seit der <strong>Erstbesteigung 1953<\/strong> auf dem Gipfel. Die Zahl der Gescheiterten ist um ein Vielfaches h\u00f6her. Etwa 300 Menschen haben bislang am Everest den Tod gefunden. Hinzu kommen etliche erfrorene Zehen und Finger, sowie viele andere bleibende Gesundheitssch\u00e4den. Der Gipfelversuch ist trotz aller Z\u00e4hmung des Berges nach wie vor ein extrem kr\u00e4ftezehrendes und riskantes Unterfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Anstrengungen und Risiken nehmen Gipfelkandidaten ebenso in Kauf wie den finanziellen Aufwand, der mit bis zu 90.000 US Dollar dem Erwerb einer Oberklasse Limousine entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruhm und Anerkennung gibt es f\u00fcr die gro\u00dfe M\u00fche unter Bergsteigern eher wenig, denn unter ihnen gilt der Everest heute keineswegs mehr als besonders erstrebenswertes Ziel. Im Gegenteil, viele sind vom Ehrgeiz, auf dem h\u00f6chsten Punkt der Welt zu stehen, genauso abgesto\u00dfen wie von der Art und Weise, wie dieser Ehrgeiz umgesetzt wird. <strong>Spitzenalpinist Hans Kammerlander<\/strong>, der selbst ohne Flaschensauerstoff auf dem Gipfel war, bringt das folgenderma\u00dfen auf den Punkt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<i>80 Prozent der Leute sind bei Weitem nicht geeignet. Sie verlassen sich nur auf die Infrastruktur und die Sherpas. Viele machen das, weil sie glauben, das ist eine tolle Imagesache. Dabei ist es eher l\u00e4cherlich und alpinistisch v\u00f6llig bedeutungslos.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch zugespitzter kann es nur der Meister h\u00f6chstselbst formulieren:<\/p>\n\n\n\n<p><i>\u201eEs ist der Fluch der Eitelkeit, der die Menschen an diesem Berg treibt\u201c, <\/i>sagt <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/reise\/article108398341\/Mount-Everest-Die-hoechste-Muellkippe-der-Welt.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Bergsteigerlegende Reinhold Messner<\/span><\/a>.<i> \u201eDer Wille der Menschen ist dort st\u00e4rker als das bergsteigerische K\u00f6nnen. F\u00fcr sie z\u00e4hlt nichts, au\u00dfer der Gipfel.\u201c<\/i><\/p>\n\n\n\n<p>Wie gesagt, nicht all zuviel Respekt von Seiten des Bergestablishments. In der viel gr\u00f6\u00dferen, nicht-bergaffinen \u00d6ffentlichkeit d\u00fcrfte die bewundernde Aufmerksamkeit f\u00fcr Everest-Bezwinger deutlich gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-gipfel-all-inclusive-wie-lauft-das-everest-business-ab-0\">Gipfel all inclusive: wie l\u00e4uft das Everest-Business ab?<\/h2>\n\n\n\n<p>Neun von zehn Bergsteigern an den Everest-Flanken sind <b>Kunden eines kommerziellen Veranstalters<\/b>. Viele von ihnen haben wenig bis keine Bergerfahrung, manche wissen zu Beginn der Expedition nicht, wie man <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/steigeisen\/\">Steigeisen<\/a> oder einen Helm anzieht. Daf\u00fcr haben sie das n\u00f6tige Kleingeld. Sie zahlen zwischen 25.000 und 90.000 Dollar an den Touroperator und erwarten daf\u00fcr, auf den Gipfel gehievt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Deutschsprachige Veranstalter<\/b> mit dem Everest im Katalog sind u.a. <span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Amical Alpin<\/span> und <a href=\"https:\/\/www.summitclimb.de\/de\/mount-everest\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Summitclimb<\/span><\/a>. Beide sind bestrebt, derartige Kunden im Vorfeld auszusieben. Das scheint auch durchaus zu gelingen, denn bei diesen Anbietern kommt es vergleichsweise selten zu Ungl\u00fccksf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim DAV Summit Club hat man den Everest dennoch seit langem mit der Begr\u00fcndung aus dem Programm genommen, dass Bergf\u00fchrer und Sherpas in <em>diesen H\u00f6hen keine Verantwortung f\u00fcr das Leben zahlender Kuunden \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zwar definitiv unm\u00f6glich, Kunden eine unbeschadete R\u00fcckkehr vom Gipfel zu garantieren, doch <b>gute Agenturen<\/b> versuchen alles, was menschenm\u00f6glich ist. So hat \u201eHimalayan Experience\u201c, der gr\u00f6\u00dfte kommerzielle Veranstalter, <a href=\"https:\/\/www.nationalgeographic.de\/reise-und-abenteuer\/not-am-mount-everest\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">den Ruf, strenge Standards zu setzen<\/span><\/a>. Dazu geh\u00f6rt, dass jeder Bergsteiger und Sherpa einer \u201eHimex\u201c-Seilschaft ein Funkger\u00e4t erh\u00e4lt und sich t\u00e4glich melden muss. \u201e<i>Von jedem Teilnehmer wird verlangt, Lawinenversch\u00fctteten- Suchger\u00e4t (LVS-Ger\u00e4t), Helm, Klettergeschirr und Steigeisen mitzuf\u00fchren und sich stets in Sicherungsseile einzuklinken. (&#8230;) Die Kunden m\u00fcssen das Tempo mithalten oder umkehren.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Anbieter versuchen die Sicherheit zu maximieren, indem sie bei jedem Gipfelgang ausgeruhte Sherpa im obersten Lager \u201estationieren\u201c. Sie sollen helfen, wenn h\u00f6her oben etwas schief geht. Die Frage ist dann nur, ob die Kunden den <b>Anweisungen der Sherpa auch Folge leisten<\/b>. Denn: \u201e<i>Sherpa sind an den h\u00f6chsten Bergen <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/mount-everest-ueberfuellte-berg-11710188.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">wunderbare und einzigartig leistungsf\u00e4hige Begleiter.<\/span><\/a> Aber die allermeisten von ihnen sind keine F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, die klare Zeichen setzen und eine Umkehr anordnen k\u00f6nnen<\/i>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Everest-Kunden sind hingegen oft \u201eF\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten\u201c, die es gewohnt sind, zu bekommen was sie wollen. Sie schaffen es nur zu oft auch unter Sauerstoffmangel und wider alle Vernunft, ihren Willen durchzusetzen. Und damit nicht selten in ihr Verderben zu laufen.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Die Sherpa<\/b> haben nat\u00fcrlich auch ein monet\u00e4res <b>Eigeninteresse<\/b> an diesem Tourismus. Hochlager-Tr\u00e4ger k\u00f6nnen mehrere Tausend US-Dollar pro Saison verdienen, erfahrene Gipfelbegleiter auch F\u00fcnfstellige Betr\u00e4ge. Zus\u00e4tzlich gibt es Boni, wenn Kunden den Gipfel erreichen. Mit diesen Einnahmen versorgen viele der Einheimischen ganze Gro\u00dffamilien.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Wegweiser-Mount-Everest-Basecamp.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Wegweiser-Mount-Everest-Basecamp.jpg\" alt=\"Nach dem Everest Basecamp wird die Luft immer d\u00fcnner und der Weg nach oben um einiges gef\u00e4hrlicher. Foto: Daniel Oberhaus, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nach dem Everest Basecamp wird die Luft immer d\u00fcnner und der Weg nach oben um einiges gef\u00e4hrlicher. Foto: Daniel Oberhaus, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-ablauf-der-gipfeltour\">Der Ablauf der Gipfeltour<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gipfelaspiranten haben etwa 6-8 Wochen \u201eUrlaub\u201c und finden sich Anfang-Mitte April in der nepalesischen Khumbu-Region zu F\u00fc\u00dfen des Everest ein. Die meisten von ihnen wandern vom n\u00e4chstgelegenen \u201eFlughafen\u201c in Lukla (2800m) etwa eine Woche zum Basislager. Auf diesem \u201eTeahouse Trek\u201c wird der Gro\u00dfteil der Ausr\u00fcstung von Sherpas und Yaks transportiert und die Touristen k\u00f6nnen sich relativ komfortabel an die H\u00f6he anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens ab dem <b>Basislager<\/b> auf 5400 Metern ist aber Schluss mit komfortabel, denn die Anpassung des K\u00f6rpers an den Sauerstoffmangel wird ab dieser H\u00f6he m\u00fchsam. Gegen Ende April wird dann mehrfach zwischen Basecamp und den <b>Hochlagern I bis IV<\/b> auf- und abgestiegen, um im Mai eines der kurzen Wetterfenster zu erwischen, an denen es in der \u201eTodeszone\u201c oberhalb von 7000 m nicht st\u00fcrmt und die Temperaturen mit Minus 25 Grad Celsius \u201emild\u201c sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der <b>tibetischen Nordseite<\/b> l\u00e4uft der Prozess \u00e4hnlich ab. Es sind aber weit weniger Leute unterwegs, da die Route technisch schwieriger und eine Rettung bei Schwierigkeiten weniger wahrscheinlich ist als auf der nepalesischen S\u00fcdroute. Die Nordroute ist aber \u201eobjektiv\u201c deutlich sicherer, da sie weder gro\u00dfe Eisbr\u00fcche noch spaltenreiche Gletscher oder besonders gef\u00e4hrliche Lawinenh\u00e4nge \u00fcberwindet. Zudem sind die Wartezeiten an den \u201eSchl\u00fcsselstellen\u201c aufgrund der geringeren Zahl an Leuten nicht so lang.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-grosse-andrang\">Der gro\u00dfe Andrang<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu viele Menschen zur gleichen Zeit: das ist das <b>Kernproblem<\/b> des \u201eEverest Wahnsinns\u201c. Es steht immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Medien, Alpinisten, Tourunternehmern und Nepals Politikern. Dass die <b>381 Genehmigungen<\/b>, die dieses Jahr erteilt wurden, zu viel waren, zeigte sich daran, dass die meisten der 11 Toten wegen der langen Staus und Wartezeiten starben. Doch weniger Genehmigungen bedeuten entgangene <b>Einnahmen<\/b>. In Nepal sind die <b>9800 Euro f\u00fcr eine Everest-Lizenz<\/b> und die vielen weiteren Ausgaben, die der Everest-Tourismus auf dem Weg zum Gipfel erbringt (Anreise, Essen, Unterkunft, Tr\u00e4ger- und F\u00fchrerkosten, weitere Permits und Geb\u00fchren), eine gro\u00dfe Menge Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also von vielen Seiten ein <b>reges Interesse an m\u00f6glichst vielen \u201eKunden\u201c<\/b> am Everest. Dadurch wird auch nachvollziehbar, warum es, <b>abgesehen vom Geld, kaum Voraussetzungen und Auflagen<\/b> gibt und so viele unf\u00e4hige und \u00fcberforderte Aspiranten unterwegs sind. Reinhold Messners Forderung nach dem Verbot der kommerziellen Touren d\u00fcrfte in dieser Gemengelage nicht viel Anklang finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-anstrengend-und-schwierig-ist-der-everest-0\">Wie anstrengend und schwierig ist der Everest?<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201e<i>Wenn ihr von einer Everest-Besteigung zur\u00fcckkehrt, ist euer K\u00f6rper quasi ein Wrack. Viele Menschen sterben daran.<\/i>\u201c Dieser <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wissenschaft\/nicht-der-stau-toetet-die-menschen-auf-dem-mount-everest-2019-6\/\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Satz vo<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wissenschaft\/nicht-der-stau-toetet-die-menschen-auf-dem-mount-everest-2019-6\/\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">n Kami Rita Sherpa<\/span><\/a> sagt im Grunde alles \u00fcber den Grad an Anstrengung. Die d\u00fcnne, sehr trockene und sehr kalte Luft wirkt auf die allermeisten Menschen kr\u00e4ftezehrend und auslaugend. Ab etwa 7000 m H\u00f6he verlangt jeder einzelne Schritt einen gro\u00dfen Willensakt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <b>technischen Schwierigkeiten<\/b> halten sich in Grenzen. Der riesige und aufgrund seiner Instabilit\u00e4t sehr gef\u00e4hrliche Gletscherfall des Khumbu-Eisbruchs wird von den \u201eIce Doctors\u201c komplett mit einem \u201eKlettersteig\u201c aus Leitern und Fixseilen pr\u00e4pariert und instand gehalten. Stolperer und St\u00fcrze werden normalerweise vom Fixseil aufgefangen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Khumbu-Eisbruch.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Khumbu-Eisbruch.jpg\" alt=\"Der Khumbu-Eisbruch ist einer der gef\u00e4hrlichen Etappen und deshalb mit einem Klettersteig versehen. Foto: Faj2323, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Khumbu-Eisbruch ist eine der gef\u00e4hrlichen Etappen, und deshalb mit einem Klettersteig versehen. Foto: Faj2323, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Weiterweg zur <b>Lhotseflanke<\/b> ist ebenfalls \u201enur\u201c anstrengend und gef\u00e4hrlich, nicht aber technisch schwierig. In der Flanke wird es mit bis zu 80\u00b0 zwar sehr steil, doch da man auch dort immer am Fixseil eingeklinkt ist, hat technisch unsauberes Steigen abgesehen von Kr\u00e4fteverschlei\u00df keine ernsten Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am <b>Gipfelgrat<\/b> wird es dann richtig ausgesetzt, was vor allem eine psychische Herausforderung ist, die aber wiederum durch Fixseil und Begleiter entsch\u00e4rft wird. Die ehemals als\u00a0<b>Hillary Step <\/b>bezeichnete Stelle ist zwar seit dem Wegbrechen durch das Erdbeben im Jahre 2015 weniger anspruchsvoll, gilt allerdings nach wie vor als Nadel\u00f6hr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hohe-kalte-sturme-wie-gefahrlich-ist-der-everest-0\">H\u00f6he, K\u00e4lte, St\u00fcrme: Wie gef\u00e4hrlich ist der Everest?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die <b>Normalroute von S\u00fcden<\/b> ist definitiv gef\u00e4hrlich, da es viele Gefahrenquellen gibt, die man nicht beeinflussen kann (\u201eobjektive Gefahren\u201c). Man befindet man sich tagelang in Gel\u00e4nde, das jederzeit von Lawinen \u00fcberrollt werden kann. Zugleich befindet man sich auf einem schnell flie\u00dfenden, von tiefen Spalten zerfurchten Gletscher, auf dem neue Spalten binnen Sekunden mit lautem Get\u00f6se aufrei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <b>Nordroute von Tibet<\/b> aus ist objektiv sicherer, allerdings klettertechnisch schwieriger und man kann dort im Falle von Problemen weit weniger mit Hilfe oder gar Rettung rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00e4hrlich ist allein schon der <b>Aufenthalt in der Todeszone<\/b>, jenem Bereich oberhalb 7000 Meter, in dem der Sauerstoffpartialdruck so gering ist, dass K\u00f6rper und Geist selbst dann rapide abbauen, wenn man nur schlafen, essen und trinken w\u00fcrde. Ein Aufenthalt von <b>mehr als 48 Stunden<\/b> f\u00fchrt bei den meisten Menschen zu einem t\u00f6dlichen \u2013 meist durch Ersch\u00f6pfung und <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/windchill-effekt-rechner\/\">Unterk\u00fchlung<\/a> beschleunigten \u2013 Verlauf der <b>H\u00f6henkrankheit<\/b>. Deshalb sind auch die <b>Wartezeiten<\/b> so gef\u00e4hrlich: sie sorgen f\u00fcr Ersch\u00f6pfung und steigern die Wahrscheinlichkeit von H\u00f6henkrankheit und Erfrierungen. Der <b>Sauerstoffmangel<\/b> (der durch Flaschensauerstoff nur teilweise ausgeglichen wird) schr\u00e4nkt auch die geistige Leistungsf\u00e4higkeit ein und tr\u00fcbt das Urteilsverm\u00f6gen. Deshalb kommt es in der Todeszone h\u00e4ufig zu fatalen Fehlentscheidungen, die aus allt\u00e4glicher Perspektive nicht nachvollziehbar scheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt liegt der \u201eBodycount\u201c des Everest bislang bei etwa 300, was einer <b>Sterblichkeitsrate<\/b> von etwa <b>vier Prozent<\/b> entspricht. Angesichts des Rummels am h\u00f6chsten Berg k\u00f6nnte sie auch weit h\u00f6her sein. Berglegende Hans Kammerlander beispielsweise wundert sich, warum nicht viel mehr Menschen ums Leben kommen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<i>Wenn so eine Masse unterwegs ist und ein Sturm aufkommt, k\u00f6nnen auch schnell 50 oder 100 Menschen sterben. Der Berg kann zur Bestie werden. Oder im unteren Teil, da befindet sich der Khumbu-Eisbruch. Wenn viele Menschen weit oben sind und im Eisbruch eine Lawine abgeht, was jederzeit sein kann, sind dort alle Seile weg und der Weg nach unten ist kriminell. Dann kommt kaum noch jemand runter.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-khumbu-leitersteig-internetcafe-und-fixseilautobahn-die-infrastruktur-0\">Khumbu-Leitersteig, Internetcafe und Fixseilautobahn: Die Infrastruktur<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach Ansicht der meisten Extrem- und Spitzenbergsteiger hat eine Everestbesteigung nicht mehr viel mit Bergsteigen und Alpinismus zu tun. Kammerlander <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/hans-kammerlander-mount-everest-berg-kann-bestie-werden-12349506.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">erkl\u00e4rt im Interview<\/span><\/a>, wie der Everest f\u00fcr Nichtalpinisten pr\u00e4pariert wird:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<i>Der Berg wird von Spezial-Sherpas jeden Fr\u00fchling pr\u00e4pariert. Es wird mit Seilen und Leitern eine Art Klettersteig gebaut. Mit Alpinismus hat das nichts mehr zu tun. Die Anbieter klinken sich in diese Infrastruktur ein.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das <b>Basislager<\/b> ist l\u00e4ngst zu einer Zeltstadt mit bis zu 1000 \u201eEinwohnern\u201c geworden. Schon zu Anfang des Jahrtausends <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mount-everest-hohe-profite-im-sherpa-business-1102539.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">trampel<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mount-everest-hohe-profite-im-sherpa-business-1102539.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">te<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mount-everest-hohe-profite-im-sherpa-business-1102539.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">n sich <\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mount-everest-hohe-profite-im-sherpa-business-1102539.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">dort die Expeditionen<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mount-everest-hohe-profite-im-sherpa-business-1102539.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\"> auf den F\u00fc\u00dfen herum<\/span><\/a>, konnte man sich mit T-Bone-Steak und Heineken st\u00e4rken und im Internetcafe einen Heldengru\u00df nach Hause schicken. Es tummeln sich hier auch weit mehr Leute als nur die Gipfelaspiranten. Die meisten der rund 35.000 Touristen, die j\u00e4hrlich den Sagarmatha-Nationalpark besuchen, in dem der Everest liegt, wollen zum Everest Base Camp.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Basecamp.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Basecamp.jpg\" alt=\"Im Basislager wimmelt es mittlerweile nur so von Menschen. Foto: Daniel Oberhaus, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Basislager wimmelt es mittlerweile nur so von Menschen. Foto: Daniel Oberhaus, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-leichengasse-mullberge-und-massenschlagereien-die-auswuchse\">Leichengasse, M\u00fcllberge und Massenschl\u00e4gereien: die Ausw\u00fcchse<\/h2>\n\n\n\n<p>Was es wirklich bedeutet, nahe des Gipfels im Stau zu stehen, macht der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/reise\/fernweh\/mount-everest-herzstillstand-am-gipfel-tod-am-hillary-step-a-1269341.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Augenzeugenbericht <\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/reise\/fernweh\/mount-everest-herzstillstand-am-gipfel-tod-am-hillary-step-a-1269341.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">de<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/reise\/fernweh\/mount-everest-herzstillstand-am-gipfel-tod-am-hillary-step-a-1269341.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">s kanadischen Bergsteigers Elia Saikaly<\/span><\/a> vom Mai diesen Jahres deutlich: &#171;<i>Tod. Massensterben. Chaos. Warteschlangen. Leichen auf dem Weg und im Camp 4<\/i>&#171;. Saikaly hat nach eigener Aussage versucht, Bergsteiger zum Umdrehen zu bewegen, die sp\u00e4ter gestorben seien. Menschen seien niedergerissen worden, er musste \u00fcber ihre K\u00f6rper steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss also sprichw\u00f6rtlich \u00fcber Leichen gehen, um den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Dazu noch einmal Hans Kammerlander:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<i>Die Moral, die unter Alpinisten das erste Gebot sein sollte, hat heute kaum noch einen Stellenwert. Wenn von oben jemand kommt, total ersch\u00f6pft und ohne Sauerstoff, helfen die wenigsten, weil sie zur\u00fcck m\u00fcssten und den Gipfel verlieren. Die denken sich: Das macht schon der hinter mir.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es aussieht, wenn alle so denken, das wurde 2012 beim \u00fcblichen Stau am Hillary Step deutlich, \u201e<i><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/mount-everest-ueberfuellte-berg-11710188.html\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">als dort entkr\u00e4ftete Menschen apathisch im Schnee sa\u00dfen<\/span><\/a> oder hemmungslos weinten, als andere schrien und wieder andere darum flehten, man m\u00f6ge sie doch bitte hinunterlassen, kannte niemand Gnade oder R\u00fccksicht.<\/i>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2006 machte ein \u00e4hnlicher Fall Schlagzeilen, als dem Briten David Sharp im Abstieg der Sauerstoff ausgegangen war. Rund 40 Bergsteiger sollen passiert haben, ohne zu helfen, bevor Sharp an Ort und Stelle starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Man l\u00e4sst den Anderen lieber sterben, als den eigenen Gipfelerfolg zu gef\u00e4hrden. Mit dieser Art von zwischenmenschlicher Interaktion muss man rechnen, wenn man ganz nach oben will.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-leichen-als-wegmarken\">Leichen als Wegmarken<\/h3>\n\n\n\n<p>Da die Bergung von Leichen m\u00fchsam, schwierig und gef\u00e4hrlich ist, blieben von den 300 Toten des Everest etwa 200 auf den H\u00e4ngen des Berges liegen \u2013 begraben unter Eis und Schnee oder offen. Immer mal wieder kommen Leichen oder einzelne Teile in den Camps zum Vorschein. Einige Exemplare dienen sogar als Wegmarken. So ist die nah am Gipfel liegende Leiche eines Inders, der vermutlich 1996 ums Leben kam, als &#171;Green Boots&#187; bekannt, weil sie nach wie vor die markanten gr\u00fcnen <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/bergschuhe\/\">Bergstiefel<\/a> tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-explosive-anspannung\">Explosive Anspannung<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Sinnbild f\u00fcr die unappetitlichen Seiten des Everest-Business war 2013 die Massenpr\u00fcgelei im Tal des Schweigens, in der etwa 100 aufgebrachte Sherpas den Schweizer Spitzenalpinisten Ueli Steck und zwei Begleiter beinahe gelyncht haben sollen. <a href=\"https:\/\/www.bernerzeitung.ch\/region\/thun-und-berner-oberland\/augenzeugen-schildern-die-everestpruegelei\/story\/21127080\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Nur durch beherztes Einschreiten anderer westlicher Bergsteiger<\/span><\/a> sollen Steck und die zwei Profibergsteiger-Kollegen mit dem Leben davongekommen sein. Die im Zuge der Kommerzialisierung des Berges aufgestauten Spannungen hatten sich entladen, als die Sherpas meinten, die f\u00fchrerlosen Alpinisten h\u00e4tten ihre Fixseile traversiert und dabei Eisschlag ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Gipfel-Tal-des-Schweigens.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Mount-Everest-Gipfel-Tal-des-Schweigens.jpg\" alt=\"Die Sicht auf den Gipfel vom Tal des Schweigens: Leider tr\u00fcben immer mehr Vorf\u00e4lle von Gewalt und Geldgier die Geschichte des Mount Everests. Foto: Moving Mountain Trust, commons.wikimedia.org, CC BY 2.0\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Sicht auf den Gipfel vom Tal des Schweigens: Leider tr\u00fcben immer mehr Vorf\u00e4lle von Gewalt und Geldgier die Geschichte des Mount Everests. Foto: Moving Mountain Trust, commons.wikimedia.org, CC BY 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hochstgelegener-mullberg-der-welt\">H\u00f6chstgelegener M\u00fcllberg der Welt<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch der auf dem Dach der Welt aufget\u00fcrmte M\u00fcll gibt kein gutes Bild ab. Neben Zelten, Sicherheitsseilen, Lebensmittelpackungen, leeren Sauerstoffflaschen, Kochern und F\u00e4kalien bleiben wie erw\u00e4hnt auch die Leichen oft liegen. Sherpas brechen immer wieder zu S\u00e4uberungsaktionen ihres heiligen Berges auf, bei denen, soweit m\u00f6glich, auch Tote abtransportiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-losungsversuche\">L\u00f6sungsversuche<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit 2014 soll ein Pfandsystem den M\u00fcllberg b\u00e4ndigen. Jeder Bergsteiger soll etwa 8 Kilogramm M\u00fcll wieder mit hinunternehmen \u2013 so viel wie jeder im Durchschnitt produziert. Expeditionen m\u00fcssen eine Kaution von rund 4420 Euro hinterlegen, die sie zur\u00fcckerhalten, wenn ein Regierungsbeamter best\u00e4tigt hat, dass die Expedition \u201esauber\u201c war. Die Kontrollen werden allerdings nicht besonders strikt durchgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mangelt auch nicht an weiteren vern\u00fcnftigen Vorschl\u00e4gen, den Everest-Wahnsinn in ges\u00fcndere Bahnen zu lenken. Doch wie so oft sind M\u00e4\u00dfigung und Vernunft umso schwerer durchzusetzen, je mehr Dollarb\u00fcndel im Spiel sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlange stehen am Gipfelgrat und fast ein Dutzend Tote: der ganz normale Wahnsinn der Everest-Fr\u00fchjahrssaison machte auch 2019 wieder Schlagzeilen. Jetzt, im europ\u00e4ischen Sommer, h\u00e4tte man den Berg hingegen ganz f\u00fcr sich allein. Doch man w\u00fcrde es wohl kaum zum Gipfel schaffen, denn der gleicht in der Monsunzeit einem Inferno. 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