{"id":68347,"date":"2018-07-19T14:21:49","date_gmt":"2018-07-19T12:21:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/phunjo-lama-mt-everest\/"},"modified":"2023-07-26T15:13:28","modified_gmt":"2023-07-26T13:13:28","slug":"phunjo-lama-mt-everest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/phunjo-lama-mt-everest\/","title":{"rendered":"In 38 Stunden auf den h\u00f6chsten Gipfel der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich, \u00a0Phunjo Jhangmu Lama, 33 Jahre alt, startete meine Mount Everest Expedition am 13. April 2018. Beginnend von Kathmandu nach Lukla, per Helikopter. Lukla ist der h\u00f6chste Flughafen der Welt, auf 3500 Meter gelegen. Von Lukla aus ging meine Tour zu Fu\u00df weiter nach Namche. Von Namche dann nach Dingboche, dann nach Lobuche, wo ich am 18. April 2018 im Mount Everest Base Camp ankam. Mein ambitioniertes Vorhaben war, in maximal 20 Stunden vom Base Camp aus den Gipfel des h\u00f6chsten Berges der Welt \u00fcber die S\u00fcdroute zu erreichen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-jedes-abenteuer-beginnt-mit-dem-ersten-schritt\">Jedes Abenteuer beginnt mit dem ersten Schritt<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie es unsere buddhistische Tradition vorgibt, hielten wir zun\u00e4chst eine religi\u00f6se Puja-Zeromonie ab, bevor wir in die gef\u00e4hrliche Route \u00fcber den \u201eIcefall\u201c aufbrachen. Sie wird von buddhistischen M\u00f6nchen abgehalten und dient dazu, die G\u00f6tter gn\u00e4dig zu stimmen und f\u00fcr einen sicheren Aufstieg zu bitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Beendigung stieg ich zum Camp 2 auf und erreichte es nach ein paar Stunden. Am selben Tag stieg ich wieder zum Base Camp ab und verblieb eine Weile dort, um mich zu akklimatisieren. Die H\u00f6henkrankheit wollte ich nat\u00fcrlich vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 28. April ging es wieder zum Camp 2 und einen Tag sp\u00e4ter zum Camp 3. Dort angekommen machte ich mich nach einer Pause wieder an den Abstieg zum Camp 2, da das Wetter im Camp 3 keinen weiteren Aufstieg erlaubte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-4.jpg\" alt=\"Portrait Phunjo Lama\" width=\"350\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am darauffolgenden Tag entschied ich mich, ins Base Camp des Mount Everest zur\u00fcck zu kehren, um danach nach Kalopathar Pumari aufzubrechen. Dort gibt es ein alternatives Hochcamp, mit einer hoffentlich besseren Wetterlage. Und ich sollte Gl\u00fcck haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wetter besserte sich tats\u00e4chlich, sodass ich am 15. Mai 2018 doch wieder ins eigentliche Everest Base Camp zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-es-wird-ernst\">Es wird ernst&#8230;<\/h2>\n\n\n\n<p>Dort waren an diesem Tag bereits ein Beauftragter der internationalen \u201eMountain Guide\u201c Vereinigung und ein nepalesischer Regierungsbeamter anwesend, um ganz offiziell meine Zeit zu stoppen. Als Begleiter wurde wurde mir Passang Lama zugeteilt, ebenfalls ein Bergsteiger aus dem Volk der Sherpas. Seit ein paar Jahren sind Solobesteigungen nicht mehr erlaubt, da sich die Todesf\u00e4lle bei Alleing\u00e4ngen h\u00e4uften. Und nicht zuletzt auch, wegen der meist nicht vorhandenen M\u00f6glichkeit einen Notruf abzusetzen, wenn der Bergsteiger alleine unterwegs war.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 15:31 Uhr Ortszeit startete ich meinen Versuch. Mein erstes Ziel war es, das Camp 2 in f\u00fcnf Stunden zu erreichen. Auf dem Weg zu Camp 1 fiel mein Begleiter Passang Lama ungl\u00fccklicherweise von einer zu \u00fcberquerenden Leiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Er trug zum Gl\u00fcck keine Verletzungen davon, aber bis ich ihn aus der misslichen Lage befreien konnte, dauerte es ca. 20 Minuten bevor wir unseren Aufstieg zum Camp 2 fortsetzen konnten. Das Zeitlimit, das ich zu erf\u00fcllen gehabt h\u00e4tte, war somit um schon um knapp 15 Minuten \u00fcberschritten. Wir erreichten das Camp 2 um 18.45 Uhr Ortszeit und nicht wie geplant um 18.30 Uhr Ortszeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Camp 2 erhielten wir w\u00e4hrend unserer Pause ein Nachtessen, danach wechselten wir unsere Bekleidung, und gingen um 21.40 Uhr Ortszeit Richtung Camp 3.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Westflanke des Lhotse, der sogenannten \u201eLhotse Face\u201c, starteten wir mit dem Zuf\u00fchren von Sauerstoff, da das Atmen immer schwerer wurde. Ungl\u00fccklicherweise stellte sich heraus, dass die Sauerstoffmaske meines Begleiters defekt war. Ohne diesen ben\u00f6tigten Sauerstoff war es ihm fast unm\u00f6glich weiter zu gehen, da jeder Schritt zur Qual wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich lie\u00df ich ihn immer wieder von meinem Sauerstoff atmen, was jedoch das Problem des weiteren Aufstieg nicht l\u00f6ste. Darum versuchte ich alles, um seine Maske zu reparieren, leider ohne Erfolg. Es war ca. 22.30 Uhr Ortszeit und schon tiefe Nacht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-geht-es-weiter\">Wie geht es weiter?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir hatten in diesem Moment keine M\u00f6glichkeit, Hilfe anzufordern, wir waren ganz alleine und auf uns gestellt. Meine Gedanken waren konfus und ich war unsicher, wie ich f\u00fcr das weitere Vorgehen entscheiden sollte. Vor allem in Anbetracht der Gefahr f\u00fcr meinen Begleiter und mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite wollte ich meinen Rekordversuch nat\u00fcrlich nicht aufgeben. Auf der anderen Seite wollte ich Passang nicht alleine lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer solchen H\u00f6he &#8211; wir befanden wir uns knapp bei 7000 Meter \u2013 ist das Denken trotz zugef\u00fchrtem Sauerstoff enorm eingeschr\u00e4nkt. Es erfordert eine enorme Willenskraft, Entscheidungen \u00fcberhaupt treffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sprachen uns ab und wir entschieden uns zun\u00e4chst daf\u00fcr, dass ich alleine weitergehe und er langsam nachkommt. So wie es ihm ohne zus\u00e4tzlichen Sauerstoff m\u00f6glich war.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das schlechte Gewissen plagte mich. W\u00e4hrend meines Aufstiegs f\u00fchlte ich mich so schlecht, dass meine Gedanken Karussell fuhren. Was k\u00f6nnte alles mit ihm passieren, jetzt, wo er alleine unterwegs ist. Ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht mehr unterscheiden, was richtig oder falsch war. Sollte ich weiter versuchen, mein Ziel zu erreichen oder meinen Begleiter in ein sicheres Umfeld bringen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-mount-everest-lauft-nicht-weg\">Der Mount Everest l\u00e4uft nicht weg!<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-7.jpg\" alt=\"Portrait Phunjo Lama\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Besser dabei: Eine funktionierende Sauerstoffmaske<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>W\u00e4hrend des weiteren Aufstiegs kl\u00e4rten sich meine Gedanken und ich kann zu dem Entschluss, dass der Mount Everest auch noch in vielen Jahren da st\u00fcnde, aber das Leben meines Begleiters im Zweifel nicht und dass dies eine Schuld w\u00e4re, die ich nicht tragen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>So entschloss ich mich, auf ihn zu warten und eventuell einen Notruf abzusetzen, falls er es nicht bis zu mir schaffte. Meine \u201eGebete\u201c wurden erh\u00f6rt und er kam langsam seines Weges &#8211; bei guter Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Pause stiegen wir gemeinsam langsam ab Richtung Camp 3. Als es in Sicht kam, lie\u00df ich ihn nochmals zur\u00fcck um Hilfe zu holen &#8211; diesmal ohne schlechtes Gewissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich weckte meine zwei befreundeten Sherpas Dorje und Pemba auf, um ihnen die Situation zu erkl\u00e4ren und um Hilfe zu bitten. Beide machten sich sofort mit einer intakten Sauerstoffmaske auf den Weg zu meinem Begleiter Passang Lama.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-bange-stunden\">Bange Stunden<\/h2>\n\n\n\n<p>Nachdem die zwei aufgebrochen waren, hielt ich telefonische R\u00fccksprache mit dem Vorgesetzten meiner Expeditionsfirma. Er riet mir, eine Schweizer Bergsteigerin an meine Seite zu holen, welche mich bei meinem weiteren Unterfangen begleiten sollte. Es schien mir aber zu dem Zeitpunkt nicht die beste L\u00f6sung, ich kam mir egoistisch vor sie von ihrer eigenen Tour und Route abzubringen, also entschied ich mich dagegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rat und Hilfe fand ich bei dann bei Dorje (ein anderer Dorje), einem bedachten und erfahrenen Bergf\u00fchrer. Die erkl\u00e4rte Mission, den Gipfel von Camp 3 in f\u00fcnf Stunden zu erreichen, befand er als m\u00f6glich und trotz aller vorangegangenen Probleme als durchf\u00fchrbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Er bot mir an, mich am n\u00e4chsten Tag zum Gipfel zu begleiten, falls Passang Lama nicht mehr in der Verfassung w\u00e4re an meiner Seite aufzusteigen. F\u00fcr sein Angebot und seine emotionale Unterst\u00fctzung war ich ihm sehr dankbar, war er doch auch der Erfahrene und ich die \u201eErstbesteigende\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Stunden, nach meiner Ankunft in Camp 3 brachten meine zwei Sherpa-Freunde meinen ersch\u00f6pften Begleiter Passang Lama ins Camp 3. Seine Sauerstoff Maske war nach wie vor unbrauchbar und es war kein Ersatz im Camp 3 vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit entschied ich, dass er so schnell wie m\u00f6glich ins Camp 2 gebracht werden sollte, da dort nat\u00fcrlich mehr Sauerstoff in der Luft vorhanden ist und es zweitens funktionierende Sauerstoffmasken gibt. So k\u00f6nnte er sich optimal f\u00fcr einen weiteren Gipfelversuch erholen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">N\u00e4chster Tag<\/h3>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchmorgens am n\u00e4chsten Tag\u00a0 spielten meine Gedanken wieder einmal verr\u00fcckt, und ich war mir nicht sicher, was nun die richtige Entscheidung war: Auf meinen Begleiter Passang zu warten oder den ganzen Aufstieg nochmals vom Start aus in Angriff zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>So erhoffte ich mir Hilfe, indem ich meine Familie per Satelliten Telefon kontaktierte. Meine Familie hat zwar nicht viel Erfahrung in Sachen Extrembergsteigen, aber ich fragte sie um Trost und emotionale Unterst\u00fctzung. Meine Familie war sehr besorgt um mich und sie rieten mir, nicht noch einmal die ganze Tour neu zu starten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als einzige weibliche Sherpa meine Heimatdorfs ist meine Familie ohnehin sehr stolz, dass ich es \u00fcberhaupt versuche \u2013 ganz abseits von Rekorden und dem Durchbrechen von irgendwelchen Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stunden, die ich darauffolgend auf Passang wartete, kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Die Entscheidung auf ihn zu warten oder doch meinen Weg, zusammen mit Dorje, zu gehen, lasteten schwer auf meiner Seele.\u00a0Die Zeit verging mit z\u00e4hen Gedanken, \u00c4ngsten und Panik. Aber meine \u00c4ngste waren alle unbegr\u00fcndet, denn Passang kam in Begleitung anderer Bergsteiger gegen 14.00 Uhr Ortszeit wohlbehalten und ausgeruht im Camp 3 an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-nachste-versuch-fur-den-mount-everest\">Der n\u00e4chste Versuch f\u00fcr den Mount Everest<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Nachhinein fiel mir auf, dass das gr\u00f6\u00dfte Problem bei der ganzen Sache die Kommunikation war, denn es gab schlicht und ergreifend keine. Kein Funkger\u00e4t, kein Satellitentelefon mit dem ich mich mit Passang h\u00e4tte verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, um eben jene Zweifel und \u00c4ngste zu zerstreuen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-5.jpg\" alt=\"Portrait Phunjo Lama\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Geschafft &#8211; nach mehr als 38 Stunden endlich auf dem Gipfel.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich schwor mir, das zu \u00e4ndern, sollte ich je wieder eine solche Tour in Angriff nehmen. Das und nat\u00fcrlich f\u00fcr jeden Begleiter eine Ersatzsauerstoffmaske im Gep\u00e4ck zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun da Passang wieder anwesend war, starteten wir zusammen um 16:00 Uhr Ortszeit vom Camp 3 Richtung Camp 4, wo wir gegen 21 Uhr ankamen. Dort wurden wir mit hei\u00dfem Tee versorgt und um Mitternacht nahmen wir den weiteren Aufstieg in Richtung Gipfel in Angriff. Passangs neue Sauerstoffmaske war Gott sei Dank in Ordnung und er konnte gut mit meinem Tempo mithalten, da er nun auch&nbsp; gen\u00fcgend Zusatzsauerstoff einatmen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am \u201eBalcony\u201c auf knapp 8400 m trafen wir weitere Bergsteigerkollegen, die bereits einige Stunden vor uns aufgebrochen waren. Wir waren also recht z\u00fcgig unterwegs und mein Begleiter Passang zum Gl\u00fcck nach wie vor in guter Verfassung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-auf-dem-dach-der-welt-dem-mount-everest\">Auf dem Dach der Welt &#8211; dem Mount Everest<\/h2>\n\n\n\n<p>Um 06.26 Uhr Ortszeit erreichten wir dann endlich den Gipfel des Mounts Everest \u00fcber die S\u00fcdroute, mit einer Gesamtzeit von 38 Stunden 51 Minuten. Ohne etwas auf die Tube zu dr\u00fccken ben\u00f6tigt man daf\u00fcr eigentlich drei bis vier Tage.\u00a0Wir waren die zwei Einzigen, die den Gipfel an dem Tag von der S\u00fcdroute aus erreichten, von der tibetischen Seite aus aufgestiegen waren zwei andere Gruppen, die fast zeitgleich mit uns auf dem Gipfel eintrafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir verbrachten alle zusammen zwei Stunden auf dem h\u00f6chsten Gipfel der Welt, bis wir uns wieder an den Abstieg zum Camp 4 aufmachten. Die Freude, als wir wohlbehalten im Camp eintrafen, war gro\u00df, ist doch gerade der Abstieg sehr gef\u00e4hrlich und keinesfalls zu untersch\u00e4tzen.&nbsp;Meine sehr guten Freunde Samantha McMoun und Sherpa Gesman waren vor Freude ger\u00fchrt, uns wohlbehalten im Camp 4 zu begr\u00fc\u00dfen. Die Zeit danach verbrachten wir gemeinsam, um \u00fcber unsere emotionalen Momente der Freude, der Verzweiflung und der Hoffnung zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Samantha und Gesman w\u00fcrden einen Tag sp\u00e4ter auch in Richtung Gipfel aufbrechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-bleibt\">Was bleibt&#8230;<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama.jpg\" alt=\"Portrait Phunjo Lama\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alles heil &#8211; die Freude ist gro\u00df!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Belastungen, die man w\u00e4hrend einer solchen Expedition erlebt, gehen weit \u00fcber das k\u00f6rperliche hinaus. Sie erfordert auch emotionale und psychische H\u00f6chstleistungen. Es gibt viele Momente der Ohnmacht, man f\u00fchlt sich der Natur ausgeliefert und wei\u00df fast zu keiner Zeit, ob man sein Ziel \u00fcberhaupt erreichen wird.\u00a0Zu viele tote K\u00f6rper sind nach wie vor am Wegesrand zu finden, erz\u00e4hlen von tragischen Geschichten und Schicksalen. Keiner von uns Bergsteigern m\u00f6chte sich dazu gesellen, keiner m\u00f6chte in Einsamkeit und K\u00e4lte seine letzten Atemz\u00fcge tun, jeder m\u00f6chte wieder gesund nach Hause kommen und seine Liebsten in die Arme schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte viel Gl\u00fcck und Hilfe auf meiner Expedition, konnte mein gesetztes Ziel, den Gipfel des Everest zu erklimmen, erreichen. Es gab viele Momente, in denen ich drauf und dran war abzubrechen, Momente der Angst, der Verzweiflung, dann wieder Momente der Hoffnung und schlie\u00dflich der Willen, es zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies nehme ich zum Anlass, meinen Erfolg all denen zu widmen, denen es nicht gelungen ist, wieder heil und gesund zuhause anzukommen, und all denen, die nie die M\u00f6glichkeit hatten oder haben, eine solche Tour machen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Portrait-Phunjo-Lama-2.jpg\" alt=\"Portrait Phunjo Lama\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Phunjo wird f\u00fcr ihre Leistung geehrt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Mein Erfolg und meine Durchhaltekraft soll auch denen dienen, die sich nicht zutrauen, eigene Grenzen zu durchbrechen. Nichts ist unm\u00f6glich, man muss sich nur trauen, es zu versuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft ist es nicht das Ziel, dass vermeintlich zu hoch gesteckt ist. Man hat einfach noch nicht den richtigen Weg gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Phunjo Jhangmu Lama<\/p>\n\n\n\n<p>Anm. der Red.: Phunjo ist die erste nepalesische Frau aus dem&nbsp;Tsum Valley&nbsp;zwischen Manaslu und Ganesh Himal, die den Gipfel des Mount Everest bestieg. Daf\u00fcr wurde sie vom Tsum Wellfare Commitee, der Nepalesischen Bergsteigervereinigung und dem Ministerium f\u00fcr Kultur, Tourismus und zivile Angelegenheiten im Nachgang ihrer Expedition geehrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich, \u00a0Phunjo Jhangmu Lama, 33 Jahre alt, startete meine Mount Everest Expedition am 13. April 2018. Beginnend von Kathmandu nach Lukla, per Helikopter. Lukla ist der h\u00f6chste Flughafen der Welt, auf 3500 Meter gelegen. Von Lukla aus ging meine Tour zu Fu\u00df weiter nach Namche. 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