{"id":69653,"date":"2016-09-12T13:24:59","date_gmt":"2016-09-12T11:24:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/bergfreund-jan-auf-dem-beacons-way-in-wales\/"},"modified":"2023-08-25T09:36:49","modified_gmt":"2023-08-25T07:36:49","slug":"bergfreund-jan-auf-dem-beacons-way-in-wales","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/bergfreund-jan-auf-dem-beacons-way-in-wales\/","title":{"rendered":"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way in Wales"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIt is a strenuous walk with plenty of ascents and descents. Parts of the route across open moorland can be difficult to navigate in poor weather &#8211; this and the isolation of these sections can make following parts of the route hazardous. The Beacons Way can be walked in its entirety in about 8 days but could easily take twice as long as there is so much to explore and enjoy en route\u201d(en.wikipedia.org).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8821-1-L.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8821-1-L.png\" alt=\"Die 152 km des Beacons Way im H\u00f6henprofil\" style=\"width:351px;height:73px\" width=\"351\" height=\"73\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die 152 km des Beacons Way im H\u00f6henprofil<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Warum ich hier mit einem englischen Zitat aus Wikipedia beginne, hat gleich zweierlei Gr\u00fcnde: Einerseits gibt es zu dem malerisch gelegenen Weitwanderweg Beacons Way kaum Informationen auf deutscher Sprache, andererseits k\u00f6nnten diese wenigen Zeilen kaum treffender beschreiben, was Bergfreund Jan im August 2012 selbst erlebt hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-beacons-way-der-start\">Beacons Way &#8211; der Start<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/1-3.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/1-3.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:253px\" width=\"350\" height=\"253\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein typischer Wegverlauf auf der ersten Etappe<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wie kommt man nun auf die Idee,&nbsp;sich ausgerechnet <strong>Wales<\/strong> als Reiseziel f\u00fcr eine <strong>mehrt\u00e4gige Trekkingtour<\/strong> auszusuchen? Wenn schon auf die Insel, dann w\u00e4re schlie\u00dflich der West Highland Way in Schottland die wohl bekannteste Option unter den Fernwanderwegen gewesen. Aber nein, mich reizt ein St\u00fcck weit das Unbekannte \u2013 dieser gewisse <strong>Entdeckerdrang<\/strong> in mir sagt, dass sich die nur wenigen hundert Leute pro Jahr, die den Beacons Way laut diverser&nbsp;Forenbeitr\u00e4ge begehen, kaum irren k\u00f6nnen. <strong>Selbstst\u00e4ndige Navigation<\/strong> mit Karte und Kompass werden dort als essentiell beschrieben. \u00dcberaus wechselhafte Witterungsbedingungen, h\u00e4ufiger Hochnebel sowie Einsturzdolinen abseits des offiziellen Weges versprechen au\u00dferdem <strong>Abenteuer pur<\/strong>. Und letztlich soll die gesamte Landschaft im Nationalpark nat\u00fcrlich auch \u00fcberaus&nbsp;reizvoll sein &#8211; Sonnenschein vorausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht habe ich auch einfach nur zu viele Sendungen mit dem bekannten Abenteurer Bear Grylls geschaut, man wei\u00df es nicht \u2026 aber als ich dann auch noch lese, dass im <strong>Brecon Beacons Nationalpark<\/strong> &#8211; durch welchen der <strong>Weitwanderweg<\/strong> f\u00fchrt &#8211; regelm\u00e4\u00dfig britische Spezialeinheiten trainieren, weil die gesamte Gel\u00e4ndebeschaffenheit schlicht anspruchsvolle Forderungen an die physische wie psychische Konstitution stellt, ist es schlie\u00dflich um mich geschehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-vorbereitung-ist-gut-improvisationstalent-besser\">Vorbereitung ist gut, Improvisationstalent besser<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/4-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/4-1.jpg\" alt=\"Ist doch klar wo es langgeht - oder?\" style=\"width:350px;height:252px\" width=\"350\" height=\"252\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ist doch klar wo es langgeht &#8211; oder?<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von <strong>London<\/strong> geht es nun mit dem Zug weiter nach <strong>Cardiff<\/strong>, von dort \u2013 nach einer \u00dcbernachtung im Hostel \u2013 mit der Bimmelbahn in die kleine <strong>Ortschaft Abergavenny<\/strong>, dem offiziellen Startpunkt der Tour. Doch was habe ich eigentlich alles dabei? In meinem <strong>65L Rucksack<\/strong> befinden sich neben Schlafsack, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/zelte\/\">Zelt<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/isomatten\/\">Isomatte<\/a> vor allem warme Fleecebekleidung, N\u00e4sseschutz und <strong>Verpflegung f\u00fcr 7 Tage<\/strong>, gekocht wird mit Spiritus, den ich vor Ort erst noch kaufen muss. Schlie\u00dflich ist mein Plan, einen Gro\u00dfteil des Weges autark zu bew\u00e4ltigen. Au\u00dferdem ganz wichtig: die beiden passenden Kartenbl\u00e4tter f\u00fcr die Region, die <strong>Ordnance Survey Maps OL12 &amp; OL13<\/strong> im Ma\u00dfstab 1:25.000 sowie Kompass und ein GPS-Ger\u00e4t zum Aufzeichnen der Tour. Wie sich au\u00dferdem herausstellen soll, habe ich gut daran getan, ein paar Bushcraft-Utensilien mitzunehmen. So finden Feuerstein, Fallschirmleine, Taschenmesser und eine kleine Rolle Panzertape ihren Weg in meinem von einem gro\u00dfen Regencape gesch\u00fctzten Rucksack \u2013 doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-route\">Die Route \u2026<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/20-1.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:252px\" width=\"350\" height=\"252\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Viele Ruinen s\u00e4umen den Weg<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u2026 f\u00fchrt mich am ersten Tag nach einem geruhsamen Schl\u00e4fchen im weichen Federbett ganz entspannt knappe 20 Kilometer \u00fcber den <strong>\u201aHoly Mountain\u2018<\/strong> (486 m \u00fc.NN.) bis in den kleinen Ort <strong>Llanthony<\/strong>, wo ich ziemlich alleine auf einem Campingplatz n\u00e4chtige. Das Wetter ist bis dahin eher durchwachsen, wirkliche Aussichten kann ich soweit nicht genie\u00dfen, doch bekomme ich ein erstes Gesp\u00fcr f\u00fcr die sehr feuchte, teils <strong>moorige Landschaft<\/strong> und arrangiere mich mit der Wegfindung. So beschlie\u00dfe ich nach einer falschen Abzweigung und einigen Kilometern Umweg, in Zukunft doch h\u00e4ufiger auf meine Karte zu schauen. Die offiziellen Wegmarkierungen sind derweil nur recht sp\u00e4rlich ges\u00e4t, und ich freue mich alle paar Stunden wie ein kleines Kind, wenn ich eines der teils deutlich \u00fcberwucherten, offiziellen Siegel so gerade eben noch im Augenwinkel entdecke.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/17-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/17-2.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:252px\" width=\"350\" height=\"252\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt\u2019s nach einer durchwachsenen Nacht erstmal <strong>warme Milch mit Haferflocken<\/strong>. Mein kleiner <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/spirituskocher\/\">Spirituskocher<\/a> braucht daf\u00fcr zwar relativ lange &#8211; vor allem im Vergleich zu modernen Gaskochern &#8211; doch das System wiegt fast nichts und leistet mir schon seit Bundeswehrzeiten treue Dienste. Bei herrlichem <strong>Sonnenschein<\/strong>, welcher sich den ganzen Tag halten soll, geht es also weiter, vorbei an kleinen, richtig mittelalterlich anmutenden Ortschaften, <strong>Ruinen aus dem 11. Jahrhundert<\/strong>, durch saftig gr\u00fcnes Unterholz bis nach <strong>Crickhowell<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem mein Zelt steht, setze ich mich gem\u00fctlich vor meinen Kocher, bereite meine T\u00fctennudeln zu und studiere den weiteren Weg auf der Karte. Obwohl hier im Ort ein relativ gro\u00dfer Campingplatz vorhanden ist und auch einige winzig kleine Bed &amp; Breakfasts den Wegesrand s\u00e4umen, treffe ich kaum eine Menschenseele. Daf\u00fcr konnte ich heute das Wetter in aller Seelenruhe genie\u00dfen und einige phantastische Weitsichten \u00fcber die Brecon Beacons, die Namensgeber des Beacons Way genie\u00dfen\u2026 so kann es gerne weitergehen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-britisches-wetter-at-its-best\">Britisches Wetter \u201aat its best\u2018<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/11-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/11-1.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:351px;height:253px\" width=\"351\" height=\"253\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schafe ohne Ende&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich will ja nun an dieser Stelle wirklich keine Vorurteile bedienen, aber wenn&#8217;s hier einmal richtig sch\u00fcttet, dann sch\u00fcttet&#8217;s&nbsp;richtig. Schon das Aufstehen gestaltet sich heuer im <strong>Dauerregen<\/strong> bei <strong>gef\u00fchlten 13\u00b0C<\/strong> eher so semi-toll. Bei einem Waliser, den ich auf der Stra\u00dfe treffe, frage ich also mal vorsichtig nach der Wetterprognose und erhalte neben einem mitleidigen Grinsen zumindest die Hoffnung auf Sonnenschein am Nachmittag. Ich entscheide mich also daf\u00fcr, den Vormittag \u00fcber etwas abseits des offiziellen Weges zu laufen und folge zun\u00e4chst dem weniger exponierten <strong>\u201aBrecon Canal\u2018<\/strong> bis zur Ortschaft <strong>Llangyndir<\/strong> (ja, diese Ortsnamen sind teilweise echte Zungenbrecher. Au\u00dferdem versteht mich kein Mensch, wenn ich sage, wo ich hinwill \u2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich auf der Karte allerdings ein vermeintlich&nbsp;<strong>sch\u00f6neres Fleckchen Erde<\/strong> entdeckt zu haben glaube, geht\u2019s noch ein paar Kilometer weiter, w\u00e4hrend sich auf den letzten H\u00f6henmetern f\u00fcr heute tats\u00e4chlich die Sonne blicken l\u00e4sst. Voller Motivation suche ich also das <strong>\u201aTalybont Reservoir\u2018<\/strong> auf, an dessen Nordufer sich eine Art Jugendherberge mit Zeltplatz und Walderlebniszentrum befindet. Zumindest scheint mir diese Beschreibung am ehesten zutreffend. Und obwohl ich dort eine warme K\u00fcche vorfinde, entscheide ich mich, erstmal meine eigenen Vorr\u00e4te zu verbrauchen \u2013 nicht, dass ich das ganze Zeug am Schluss noch umsonst mitgeschleppt habe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tag-4-die-konigsetappe\">Tag 4 &#8211; die K\u00f6nigsetappe<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/14.-...-Richtung-Pen-y-Fan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/14.-...-Richtung-Pen-y-Fan.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:351px;height:252px\" width=\"351\" height=\"252\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In Richtung Pen y Fan<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dieser Abschnitt des Beacons Way wird offiziell als \u201astrenuous\u2018 &#8211; als m\u00fchsam beschrieben. Das Wetter ist trocken, wenn auch bew\u00f6lkt, und bietet so beste Voraussetzungen f\u00fcr die 27 km weite Etappe. Die Distanz an sich soll dabei keineswegs die Crux sein, vielmehr sind es die zahllosen H\u00f6henmeter, die mich heute erwarten. Zun\u00e4chst noch moderat durch Waldgebiete ansteigend, zieht sich der Pfad schon bald relativ steil in die H\u00f6he. Nach etwa 1,5 Stunden erreiche ich daraufhin den <strong>zentralen H\u00f6henzug der Brecon Beacons<\/strong> und auf dem ersten Hochplateau angelangt, kommen mir dann auch tats\u00e4chlich einige Soldaten im Eilmarsch entgegen \u2013 sichtbar ausgelaugt und mit unfassbar viel Gep\u00e4ck, qu\u00e4len sie sich die st\u00e4ndigen Aufs- und Abs hinauf und wieder hinunter. Respekt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:349px;height:251px\" width=\"349\" height=\"251\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich nun neben zahlreichen Tagesausfl\u00fcglern auf dem <strong>Fan y Big<\/strong> (719 m \u00fc.NN.) stehe, bleibt trotz allem ein kurzer Moment der Stille. Mein Blick schweift \u00fcber die weit ausladende, <strong>sanft h\u00fcgelige gr\u00fcne Landschaft<\/strong> und ich sch\u00e4tze meine Sichtweite auf gut 20-25km. Dies sind schlie\u00dflich genau die Momente f\u00fcr die ich hergekommen bin auf den Beacons Way! Nun noch eine Scheibe Pumpernickel zur St\u00e4rkung und schon kann\u2019s weitergehen. Zun\u00e4chst wieder steil hinab, um dann geradewegs den <strong>Pen y Fan<\/strong> zu erklimmen &#8211; mit 886 m \u00fc.NN. seines Zeichens die immerhin <strong>h\u00f6chste Erhebung im s\u00fcdlichen Wales<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auf dem Gipfel<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein kurzer Blick zur\u00fcck l\u00e4sst jedoch B\u00f6ses vorausahnen, zeigt sich am vermeintlich noch weit entfernten Horizont doch eine ziemlich dunkel-bedrohlich dreinschauende Wolkendecke. Kaum habe ich einen Gang zugelegt, um zumindest noch halbwegs trocken den Gipfel zu erreichen, l\u00f6st sich diese Hoffnung mir nichts, dir nichts in Wohlgefallen auf. Die <strong>Sicht<\/strong> beschr\u00e4nkt sich im Nu auf <strong>weniger als 10 Meter<\/strong> und einmal am Gipfelobelisk angekommen, habe ich ernsthaft M\u00fche, den richtigen Weg bergab zu finden. Schlie\u00dflich schaffe ich es im <strong>Sturzregen<\/strong>\u00a0auf den ziemlich stark erodierten Wegen unbeschadet bis ins Tal hinabzusteigen und erreiche die Unterkunft <strong>\u201aStorey Arms\u2018<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Da hier jedoch auch nach einer halben Stunde des Wartens keine Menschenseele auftaucht, entscheide ich mich, eine <strong>bewirtete H\u00fctte<\/strong> etwa 2 km abseits des Weges aufzusuchen, die mir heute die beste Gelegenheit darstellt, meine ganze Ausr\u00fcstung trocken zu legen. So kommt dieser Tag, der f\u00fcr mich selbst die K\u00f6nigsetappe der ganzen Tour darstellt, doch noch zu einem \u00fcberaus vers\u00f6hnlichen Ende, gibt es dort n\u00e4mlich nicht nur <strong>warmes Essen<\/strong>, sondern auch die ein oder andere <strong>Flasche Wein<\/strong>, die ich zusammen mit einer deutschen Familie und zwei schottischen Wandersleuten bis sp\u00e4t in den Abend hinein zu verjubeln wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-unverhofft-kommt-oft\">Unverhofft kommt oft<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8-1.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:252px\" width=\"350\" height=\"252\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">F\u00fcr solche Momente nimmt man die Strapazen in Kauf<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Verdammte Axt noch eins, jetzt hab ich mich doch tats\u00e4chlich auf dem Beacons Way verlaufen. Dabei meinte der H\u00fcttenwirt vor meinem morgendlichen Aufbruch noch, heute w\u00e4re <strong>kein guter Tag zum Wandern<\/strong>. Regen und <strong>dichter Hochnebel<\/strong> den ganzen Tag seien vorausgesagt. Aber nein, ich musste nat\u00fcrlich, mit meinem noch leicht vom Vorabend verkaterten Kopf, unbedingt heute weiterziehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>So stehe ich jedenfalls inmitten dieser moorigen, von Heidekraut \u00fcberwucherten Hochebene wie der Ochs vorm Berge und verfluche lauthals Petrus f\u00fcr dieses Wetter. Der <strong>Kompass<\/strong> zeigt mir zwar die Richtung an, in welche ich grob laufen m\u00fcsste, doch von irgendetwas, das auch nur im Entferntesten wie ein Weg aussieht, bin ich l\u00e4ngst \u00fcber eine Stunde entfernt. Das letzte Zeichen, nachdem ich noch ansatzweise richtig bin, war das <strong>Steinm\u00e4nnchen<\/strong> vor rund einem Kilometer. Also folge ich meinem Instinkt und rutsche irgendwann in einem Sud aus schlammiger Wiese und Schafmist auf meinem Hosenboden 50 Meter einen steilen Abhang runter. Na toll. Nicht nur klitschnass, sondern auch noch von unten bis oben voll mit&#8230;\u00a0na, ihr wisst schon. Heute ist echt nicht mein Tag \u2026<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausweichweg Old Roman Road<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/7-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/7-1.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:251px\" width=\"350\" height=\"251\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch Wildpferde gibt es zu sehen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach einem kurzen Moment der Besinnung h\u00f6re ich jedoch das Rauschen eines kleinen Wasserfalls und kann anhand dessen\u00a0immerhin meine eigene Position auf der Karte bestimmen. \u00dcber die <strong>\u201aOld Roman Road\u2018<\/strong>, welche bei extrem schlechter Sicht f\u00fcr Wanderer als <strong>Ausweichstrecke<\/strong> empfohlen wird, rei\u00dfe ich somit Kilometer f\u00fcr Kilometer runter \u2013 einzig unterbrochen von mehreren ein bis zwei Meter breiten Sturzb\u00e4chen, \u00fcber die ich jedes Mal mit meinem ganzen Geraffel dr\u00fcber springen muss. Na klar. Die Str\u00f6mung, mit der es hier den Hang runterschie\u00dft, ist dabei so stark, dass es mir glatt die Beine wegziehen w\u00fcrde. Also fliegt zuerst immer der Rucksack auf die andere Seite, anschlie\u00dfen folge ich, jedes Mal in der Hoffnung, dass der untersp\u00fclte Boden auf der anderen Seite mein Gewicht h\u00e4lt. Dieses Spiel wiederholt sich schlie\u00dflich einige Male, sodass es fast zur Routine wird, bevor ich das <strong>\u201aOgof Ffynnon-ddu National Nature Reserve\u2018<\/strong> erreiche. Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Area of Shake Holes<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/25.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:349px;height:251px\" width=\"349\" height=\"251\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Fan Brycheiniog H\u00f6henzug<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dieses Gebiet ist bekannt f\u00fcr sein <strong>gro\u00dffl\u00e4chiges H\u00f6hlensystem<\/strong> und die zahlreichen <strong>Karstdolinen<\/strong>, welche hier den Weg s\u00e4umen. Umso wichtiger, letzteren auf Teufel komm raus nicht zu verlassen \u2013 was sich jedoch im nach wie vor dichten Nebel als gar nicht so leicht herausstellt. Immerhin sind die gr\u00f6\u00dferen Einsturztrichter deutlich auf der Karte markiert. Etwas trickreicher hingegen wird es in den sogenannten <strong>\u201aArea of Shake Holes\u2018<\/strong>, mit meist kaum zu erkennenden Rissen, Trichtern und L\u00f6chern im Boden, h\u00e4ufig \u00fcberwuchert und somit nur schwer wahrzunehmen. Letzten Endes schaffe ich es jedoch nach 30 Kilometern, <strong>vollst\u00e4ndig durchn\u00e4sst<\/strong> und mit der Karte als meinem treuesten Begleiter, bis in\u2019s <strong>\u201aTawe Cwm\u2018<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer soliden Portion Welthass, da inzwischen selbst die letzte trockene Socke in meinem eigentlich gesch\u00fctzten Rucksack genug Wasser f\u00fcr ein halbvolles Glas zu trinken enth\u00e4lt, schlage ich also mein Camp auf und lasse den Tag Revue passieren \u2026 Unterhose nass, Schlafsack nass und im Zelt sieht\u2019s aus wie in einer Tropfsteinh\u00f6hle. So verbringe ich die Nacht mehr fr\u00f6stelnd als schlafend und stelle mir die Frage, warum ich eigentlich nicht auf der verdammten H\u00fctte geblieben bin \u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ein-versohnlicher-abschied\">Ein vers\u00f6hnlicher Abschied<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/27-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/27-1.jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" style=\"width:350px;height:252px\" width=\"350\" height=\"252\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kurz vor dem Ende der Tour &#8211; ein vers\u00f6hnlicher Abschied&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am Morgen darauf gilt meine erste Aufmerksamkeit kleineren <strong>Reparaturen an der Ausr\u00fcstung<\/strong>. W\u00e4hrend ich die immer noch nassen Socken \u00fcber dem Kocher zum Trocknen aufh\u00e4nge, muss ich feststellen, dass sich mehrere N\u00e4hte meiner <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/wanderschuhe\/\">Wanderschuhe<\/a> bereits ins Nirvana verabschiedet haben. Die kleineren <strong>L\u00f6cher im Regencape<\/strong> (vermutlich von der ein oder anderen Bekanntschaft mit Dornengestr\u00fcpp?!) lassen sich hingegen fix mit etwas <strong>Panzertape<\/strong> flicken \u2013 f\u00fcr die Schuhe braucht\u2019s jedoch mehr als das. Damit das teilweise \u00fcberlappende Obermaterial hier nicht noch weiter aufrei\u00dft, ziehe ich einfach zwei&nbsp;<strong>Kabelbinder<\/strong> um jeden Schuh. Sieht zwar nicht sch\u00f6n aus, ist aber definitiv selten. Das Wichtigste jedoch: es h\u00e4lt &#8211; sehr zu meiner eigenen Verwunderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag verspricht nach dem <strong>morgendlichem Nieselregen<\/strong> ebenfalls schon bald deutlich sch\u00f6ner zu werden und begl\u00fcckt mich mit <strong>w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen<\/strong> auf dem Beacons Way. Kurz darauf h\u00e4ngt die H\u00e4lfte von meinem Ger\u00f6del zum Trocknen\u00a0au\u00dfen am Rucksack, w\u00e4hrend mich die Landschaft abermals in ihren Bann zieht. Entlang des <strong>\u201aLyn y Fan Fawr\u2018<\/strong>, dem h\u00f6chstgelegensten See S\u00fcdwales, folge ich dem H\u00f6henzug um den <strong>\u201aFan Brycheiniog\u2018<\/strong> und erreiche am Nachmittag mein gesetztes Ziel \u2013 inklusive herrlichem Sonnenuntergang \u00fcber der sanft h\u00fcgeligen Landschaft der Brecon Beacons, welche mich bis dahin stets in einem <strong>Wechselbad der Gef\u00fchle<\/strong> haben stehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Finale am Ziel<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Fox-Racing-Titelbild-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/28.-...jpg\" alt=\"Bergfreund Jan auf dem Beacons Way\" class=\"wp-image-30687\" style=\"width:349px;height:251px\" width=\"349\" height=\"251\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#8230;mit dazugeh\u00f6rigem Sonnenuntergang<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der siebte und damit letzte Tag meiner Tour hingegen bietet wenig aufregende Highlights. W\u00e4hrend sich die Wegf\u00fchrung bis zur Niederschrift dieser Zeilen&nbsp;scheinbar leicht ge\u00e4ndert hat, nehme ich die \u201eoffiziellen\u201c <strong>Etappen 7 sowie 8<\/strong> zusammen und g\u00f6nne mir einen <strong>herrlichen 42km Trek<\/strong> bis zum Ziel in der <strong>Ortschaft Bethlehem<\/strong>. Wenige H\u00f6henmeter, daf\u00fcr einige antike Ruinen und Hinterlassenschaften einst vergangener Tage lassen reichlich Zeit zum Nachdenken.&nbsp;So erreiche ich letztlich <strong>ersch\u00f6pft aber gl\u00fccklich<\/strong> die Holzbank am offiziellen <strong>Zielpunkt des Beacons Way<\/strong> und bin dann jetzt einfach mal da. Keine Ahnung was ich mir vorgestellt habe, wie es sein wird, wenn ich ankomme &#8211; aber jetzt setze ich mich jedenfalls erstmal einige Minuten hin, esse meinen letzten Schokoriegel und gehe irgendwann einfach weiter \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIt is a strenuous walk with plenty of ascents and descents. 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