{"id":70780,"date":"2015-09-11T10:07:49","date_gmt":"2015-09-11T09:07:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/matterhorn-ultraks-trail-2015\/"},"modified":"2024-02-12T13:25:23","modified_gmt":"2024-02-12T12:25:23","slug":"matterhorn-ultraks-trail-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/matterhorn-ultraks-trail-2015\/","title":{"rendered":"Matterhorn Ultraks Trail 2015: Die sch\u00f6nste Herausforderung der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_01-e1441632376440-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25028\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johannes beim Ultraks, gesponsert von Peak Performance<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Bergwiesen haben schon einen herbstlich braunen Anstrich, die bl\u00fchenden Herbstzeitlosen k\u00fcnden bereits von den ersten k\u00fchlen Tagen. B\u00e4che h\u00fcpfen fr\u00f6hlich glucksend von den wei\u00dfen Gipfeln ins Tal hinab. Der Tannenh\u00e4her kreischt mit seinem forschen Ruf durch die ruhige Bergesluft. Tief unter mir breiten sich die H\u00e4user von Zermatt im malerischen Talkessel aus, dazwischen hektisches Gewusel. Dar\u00fcber thronen majest\u00e4tisch und gletscherstrotzend die Viertausender der Bergwelt um das Tal der Mattervispa. Eigentlich sollte man hier inne halten, die Szenerie genie\u00dfen, in sich aufsaugen und die Seele fliegen lassen. Aber nicht jetzt, der letzte Downhill steht an, 4 km, teilweise steil, in Serpentinen, 1.000 Hm bergab, um im Trubel von Zermatt unterzutauchen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tag-1-ankommen\">Tag 1 \u2013 Ankommen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist bereits 22:30 Uhr, als J\u00f6rn und ich im mond\u00e4nen Zermatt ankommen. Ehemals Bergdorf der armen Bev\u00f6lkerung, ist es heute ein alpiner Laufsteg der Sch\u00f6nen und Reichen, f\u00fcr Bergsteiger aller Couleur, und an diesem Augustwochenende auch f\u00fcr Trailrunner. Letztere kommen zu den Matterhorn Ultraks Trail. Davon ist in dieser angebrochenen Augustnacht recht wenig zu sehen, als wir aus dem Bahnhof stiefeln. Das Auto steht im Matterhorn Terminal in T\u00e4sch, einem Parkhaus f\u00fcr nicht weniger als 2.100 Fahrzeuge \u2013 Zermatt ist autofrei.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben sechseinhalb Stunden Autofahrt in den Knochen, Stau um Z\u00fcrich, freie Strecken auf die Alpengipfel zu, 15 Minuten Autozug durch den L\u00f6tschberg und schlie\u00dflich noch Gekurve hinter einem nicht allzu schnellen Holl\u00e4nder her. Die letzten Meter zum Hotel Monte Rosa geht es dann mit der Elektromobilit\u00e4t \u2013 kleine, strombetriebene Fahrzeuge, die die G\u00e4ste in Zermatt hin und her kutschieren, die meisten gefahren von Concierges der diversen Hotels. Die freundliche Dame an der Rezeption teilt uns dann beim Einchecken gleich mit, dass die <strong>Truppe von Peak Performance<\/strong>, auf deren Einladung wir hier sind, gerade eben zum Essen aufgebrochen ist. Super, das Loch im Magen ist gro\u00df. Also kurz das Zimmer checken \u2013 Duschbad, Masterbathroom en suite, begehbarer Kleiderschrank, Lounge-Area, bequeme Betten und F\u00f6hn, alles da. OK, ab zum Essen. Dort gibt es nach einigem Hallo an die Gruppe Seebrassen-Filet mit Basilikum-Risotto. Schlie\u00dflich fallen wir todm\u00fcde ins Bett und tr\u00e4umen, tr\u00e4umen von Bergwiesen, Bergriesen und&nbsp;&#8230;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_02-e1441632727614-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25029\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Matterhorn gr\u00fc\u00dft in der Morgensonne vom Balkon<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tag-2-akklimatisieren\">Tag 2 \u2013 Akklimatisieren<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8230;&nbsp;dem Matterhorn. Vermutlich der bekannteste und meist fotografierte Schutthaufen der Welt, wahrscheinlich auch einer der sch\u00f6nsten und mit Sicherheit der einzige in Schokolade modellierte. Eben jenes k\u00fchne Horn, das sich direkt oberhalb von Zermatt gen Himmel streckt, gab dem Matterhorn Ultraks Trail seinen Namen (wir haben berichtet). Und es gr\u00fc\u00dft ins Tal, direkt auf unseren Balkon herab, als ich morgens um 7:30 Uhr in die Morgensonne trete. Ein grandioser Anblick zum Start in den Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich entern J\u00f6rn und ich den Fr\u00fchst\u00fccksraum und machen uns \u00fcber das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet her. Das ist reichlich und schmackhaft. Leider k\u00f6nnen wir uns nicht hemmungslos die B\u00e4uche voll hauen, denn ein <strong>Probelauf mit der Peak Truppe<\/strong> steht nachher noch an. So kommt es schlie\u00dflich, dass sich die ganze bunt zusammen gew\u00fcrfelte Truppe im Hotelgarten trifft. Nach einer zwanglosen Vorstellungsrunde bekommen wir ein kleines <strong>Streckenbriefing<\/strong> \u2013 hier gilt es Gas zu geben, hier ist Vorsicht geboten, hier verbergen sich T\u00fccken, ab da hast Du es geschafft. Bisher war ich recht relaxt, aber ich muss sagen, die Anspannung steigt -genau wie die unb\u00e4ndige Vorfreude!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zum-ersten-mal-auf-der-piste-unterm-matterhorn\">Zum ersten mal auf der Piste unterm Matterhorn<\/h3>\n\n\n\n<p>Dann geht\u2019s endlich auf die Piste, wir lernen in einem gem\u00fctlichen Lauf die <strong>ersten vier Kilometer der Strecke<\/strong> kennen. Da will ich aber nun nicht zu weit vorgreifen. Nur so viel: es ist eine sch\u00f6ne Runde, und es werden erste Kontakte gekn\u00fcpft. Nicht zuletzt das Matterhorn wird bestaunt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_03.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25030\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Streckenbriefing mit Andr\u00e9 Jonsson vom Peak Performance Running Team<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Rest des Tages ist zur freien Verf\u00fcgung. Zermatt wird erkundet, der Bergsteigerfriedhof mit seinem ganz besonderen Charme besucht, soziale Kontakte im Internet gepflegt \u2013 und der Spa-Bereich wird ausgiebig genutzt mit Whirlpool, sonnenbeschienener Wasserliege und Massaged\u00fcsen. Ja, so kann man sich\u2019s gut gehen lassen. Da gibt es eine Anekdote. J\u00f6rn und ich stehen voll bepackt, mit Slipper, Bademantel und Handtuch an der Rezeption, im Begriff, den Spa-Bereich aufzusuchen, und geben unseren Schl\u00fcssel ab. Der nette Mann an der Rezeption guckt uns ein wenig ungl\u00e4ubig an und meint: \u201eIm Spa-Bereich ist alles vorhanden. Sie m\u00fcssen nichts mitnehmen.\u201c Also wieder aufs Zimmer stiefeln und das Zeug wegbringen. So ist\u2019s halt, wenn Bauern die Stadt entern wollen. Abends steht dann ein gediegenes <strong>Meet-and-Greet im Peak Performance General Store<\/strong> an. Hach, haben die viele sch\u00f6ne Sachen \u2013 aber schlie\u00dflich gibt es nur ein paar Leckereien sowie ein Matterhorn Ultraks <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/stirnbaender\/\">Stirnband<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Magen inzwischen doch ziemlich knurrt, freuen wir uns nun auf ein Vier-G\u00e4nge Men\u00fc bei Guiseppe\u2019s: Leckerer Salat, Pasta-Variationen mit Garnelen, Kalbsfilet mit Risotto und eine Art Tiramisu \u2013 sehr, sehr lecker. Satt, zufrieden, m\u00fcde und voller Vorfreude auf den kommenden \u201eRaceday\u201c fallen wir schlie\u00dflich ins Bett, nachdem ich bereits mein Zeug f\u00fcr das Rennen hergerichtet habe und tr\u00e4umen, tr\u00e4umen von Gletschern, Downhills, dem Matterhorn und\u00a0&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-tag-3-nbsp-runner-s-high\">Tag 3 \u2013&nbsp;Runner\u2019s High<\/h2>\n\n\n\n<p>Klingeling \u2013 5:45 Uhr. Nein, davon haben wir nicht getr\u00e4umt. Der Wecker rei\u00dft mich aus den sch\u00f6nsten Tr\u00e4umen. Ab jetzt l\u00e4uft alles wie im Tunnel ab. Katzenw\u00e4sche, die gestern bereitgelegten Laufklamotten anziehen, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/fleecejacken\/\">Fleecejacke<\/a> dr\u00fcber, die gestern schon vorbereiteten Soft Flasks f\u00fcllen, und die restlichen Sachen hinrichten. Die Aufregung steigt. Ab zum Fr\u00fchst\u00fcck. Hier herrscht bereits ein reges Durcheinander, andere L\u00e4ufer sind auch schon da. Ob die genau so aufgeregt sind? Ein wenig Bircher M\u00fcsli mit Obst, ein warmer Tee und ein Croissant, das muss reichen. Mehr l\u00e4sst mein aufgeregter Magen heute Morgen gar nicht zu. Die Aufregung steigt weiter. J\u00f6rn ist noch schrecklich cool.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-start\">Der Start<\/h3>\n\n\n\n<p>Dann geht\u2019s in den <strong>Startbereich<\/strong>, der sich <strong>direkt vor unserer Hotelt\u00fcr befindet<\/strong>. Es herrscht bereits reges Treiben, viele Trailrunner finden sich inzwischen am Start ein, wollen auch die 46k Runde in Angriff nehmen &#8211; <strong>48 km<\/strong> und die <strong>3.600 Hm<\/strong>. F\u00fcr die einen z\u00e4hlt jede Sekunde, jeder Platz, andere wollen einfach nur durchkommen und die grandiose Landschaft genie\u00dfen. Ich habe mir vorgenommen unter 7:00 h zu bleiben, hoffe auf 6:30 h und tr\u00e4ume von 6:00 h. Aber es ist mein <strong>erstes Rennen<\/strong> \u00fcber eine <strong>Ultramarathon Distanz<\/strong>. Daher geh ich\u2019s eher mal defensiv an. Die Aufregung ist nun auf ihrem H\u00f6hepunkt. Zum Gl\u00fcck geht\u2019s gleich los, noch mal den Transponder checken, die Schn\u00fcrsenkel fest ziehen, dann geht\u2019s auch schon los \u2013 7:30 Uhr. Die zahlreichen Zuschauer feuern uns an, ich bilde mir ein, J\u00f6rn herausgeh\u00f6rt zu haben. Langsam f\u00e4llt die Aufregung ab und setzt sich in Freude um; Freude auf herrliche Trails, traumhafte Ausblicke, rasante Downhills und auf das Ausloten der eigenen Grenze, psychisch und physisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst zieht die <strong>Strecke durch Zermatt<\/strong>, erst eben, dann leicht ansteigend. Irgendwann biegen wir links ab, <strong>von der Stra\u00dfe auf den Trail<\/strong>, es wird steil, das Tempo angepasst, die St\u00f6cke werden scharf gemacht, das Geklacker beginnt. Jeder sucht sein Tempo, ich \u00fcberhole einige L\u00e4ufer, die wie ich auf Grund der Steilheit zu Gehern werden. Nach den <strong>ersten 400 Hm<\/strong> folgt eine herrlich zu laufende <strong>Traverse oberhalb Zermatts<\/strong>, bevor es die letzten 300 Hm hinauf zur <strong>Bergstation Sunnegga<\/strong> geht. Wir kommen aus dem Wald, der Blick \u00f6ffnet sich, genauso jauchzt das Herz \u2013 vor Steilheit und Freude.<strong> Wei\u00dfhorn, Obergabelhorn, Matterhorn und Co. gr\u00fc\u00dfen von der anderen Talseite<\/strong>. Die Sonne strahlt mit mir um die Wette. An der Sunnegga ist die <strong>erste Verpflegungsstation<\/strong>, die reichlich best\u00fcckt ist \u2013 Iso, Wasser, Tee, Cola und Bouillon, Riegel, Apfel, Orange, Kekse, Rosinen und Reiswaffeln. Gurken, Tomaten und Salz f\u00e4nde ich noch cool, aber es ist ausreichend f\u00fcr mich. Also verpflegen und anschlie\u00dfend den<strong> ersten Downhill hinab st\u00fcrzen<\/strong> \u2013 dabei gilt es, das wunderh\u00fcbsche Almdorf rechts und links der Strecke wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hoch-hinaus\">Hoch hinaus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_04-e1441632578206-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25031\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nicht nur topografisch der H\u00f6hepunkt &#8211; grandiose Szenerie auf dem Gornergrat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aber nach 300 Hm ist dann wieder Schluss, der <strong>l\u00e4ngste Anstieg<\/strong> steht an. <strong>1.130 Hm<\/strong> geht es hinauf zum <strong>Gornergrat<\/strong>, nonstop, teilweise sehr steil und in der prallen Morgensonne. Nicht nur topografisch der H\u00f6hepunkt der 48km Runde. Die letzten paar 100 Meter hinauf f\u00fchren durch ein schreckliches Skigebiet, aber von oben hallen bereits die begeisterten Anfeuerungsrufe der zahlreichen Touristen, Wanderer, Bergsteiger und Betreuer. So gehen die letzten H\u00f6henmeter umso schneller und leichter, und ich tauche ein in die Wahnsinnsstimmung \u2013 vor allem die begeisterten, japanischen Reisegruppen sind mir in Erinnerung geblieben. Oben hei\u00dft es kurz innehalten, um die \u00fcberw\u00e4ltigende Aussicht zu genie\u00dfen. Die Pause ist viel zu kurz, dieser Ort h\u00e4tte mehr Genie\u00dfen und Ausblicken verdient, aber nach Cola und Tee geht\u2019s weiter. \u00dcber einen rassigen Downhill geht\u2019s abw\u00e4rts, vorbei an unz\u00e4hligen japanischen Reisegruppen, dem ber\u00fchmten <strong>Riffelsee<\/strong> mit dem <strong>perfekten Spiegelbild des Matterhorns<\/strong> und einigen Wanderern, bis schlie\u00dflich die <strong>Riffelalp<\/strong> erreicht ist. Nach einer kurzen, leicht steigenden Traverse neigt sich der Weg wieder zum Downhill, der technischste Teil steht an, Vorsicht ist geboten, es ist teils feucht, wurzelig, steil. Es geht nach <strong>Furi<\/strong> runter, hier ist die <strong>H\u00e4lfte der Strecke erreicht<\/strong>. Wie, verdammt, erst die H\u00e4lfte?!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_05-e1441632560405-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25023\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stoischen Schrittes, den Blick auf den Vordermann gerichtet, geht&#8217;s \u00fcber die H\u00e4ngebr\u00fccke bei Furi<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Kurz vor Furi wird\u2019s nochmal spannend, eine <strong>wackelige H\u00e4ngebr\u00fccke muss \u00fcberquert werden<\/strong>, der Blick f\u00e4llt unweigerlich zwischen dem Gitterstahl in die g\u00e4hnende Tiefe. Ok, w\u00fcrde reichen um sich weh zu tun. Also, Blick nach vorne gerichtet, auf den Rucksack vor mir, und stoisch dr\u00fcber stiefeln. Laufen ist verboten. Warum? Kann die Br\u00fccken rei\u00dfen, kippen? Ach ich will\u2019s nicht wissen, blo\u00df dr\u00fcber. Zwischendrin muss ich unweigerlich an \u201eIndiana Jones und der Tempel des Todes\u201c denken. Aber ich hab\u2019s geschafft, mir wurde auch berichtet, die Br\u00fccke h\u00e4ngt noch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zwischentief-mit-magenproblemen\">Zwischentief mit Magenproblemen<\/h3>\n\n\n\n<p>In Furi gibt\u2019s nur Getr\u00e4nke, aber mein Magen will irgendwie nicht mehr und f\u00fchlt sich komisch an. Vorsichtig trinke ich, habe aber das Gef\u00fchl, dass alles retour will. Gut, also vorsichtig ein paar Schlucke genippt und hinein in den Anstieg hinauf nach <strong>Schwarzsee<\/strong>. Zun\u00e4chst durch Wald, sp\u00e4ter durch die sengende Mittagssonne geht\u2019s \u00fcber <strong>700 Hm aufw\u00e4rts<\/strong>, mein Magen wird schlimmer, ich f\u00fchle mich nicht gut. Weiterk\u00e4mpfen, qu\u00e4l dich du Sau. Irgendwann bin ich oben. Ich will heulen, mich in die Seilbahn setzen, gem\u00fctlich nach Zermatt schweben und mich ins Bett legen. Bl\u00f6dsinn, erstmal mach ich ne l\u00e4ngere Pause, versuche, langsam was zu essen und zu trinken. Es wird besser, ich breche irgendwann wieder auf, zun\u00e4chst auf breiten Schotterwegen, dann <strong>\u00fcber herrliche Trails abw\u00e4rts ins Tal des Zmuttbaches<\/strong>. Ich erhole mich zum Gl\u00fcck und kann mich an den letzten ernsten Anstieg machen. Hinter mir dr\u00e4ut die abschreckende Nordwand des Matterhorns in all ihrer Steilheit und Pracht \u2013 nicht zu glauben, dass man da in zweieinhalb Stunden durchrennen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorbei am ebenso beeindruckenden wie tosenden <strong>Arbenfall<\/strong> geht\u2019s nochmals teilweise sehr steil \u00fcber <strong>600 Hm aufw\u00e4rts<\/strong>. Die Aussicht ist einfach \u00fcberw\u00e4ltigend, <strong>Monte Rosa, Liskamm und Mischabelkette gr\u00fc\u00dfen von der anderen Talseite her\u00fcber<\/strong>. Der Aufstieg ist geschafft, der <strong>Weg f\u00fchrt wellig auf 2700 Meter H\u00f6he dahin<\/strong>. Toll zu laufen, da geht jedem Trailrunner das Herz auf. Nach einem kurzen, knackigen Abstieg, der in Serpentinen steil nach unten zieht, ist das <strong>Gasthaus Trift<\/strong> erreicht. An dieser <strong>letzten Verpflegungsstation<\/strong> hei\u00dft es, noch mal versuchen, die Tanks ein wenig zu f\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schlusssprint-und-zieleinlauf\">Schlusssprint und Zieleinlauf<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_07-e1441632627933-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25025\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Positive Emotion pur bei der Zielankunft in Zermatt<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ca. 8 km sind es von hier noch ins Ziel in Zermatt, 8 km noch in Bergeseinsamkeit, bevor ich wieder in den Trubel der mond\u00e4nen Touristenhochburg eintauche. Zun\u00e4chst aber muss ich noch 200 Hm aufw\u00e4rts, bevor, na ja, da waren wir anfangs schon mal.\u00a0Die Bergwiesen haben schon einen herbstlich braunen Anstrich, die bl\u00fchenden Herbstzeitlosen k\u00fcnden bereits von den ersten k\u00fchlen Tagen. B\u00e4che h\u00fcpfen fr\u00f6hlich glucksend von den wei\u00dfen Gipfeln ins Tal hinab. Der Tannenh\u00e4her kreischt mit seinem forschen Ruf durch die ruhige Bergesluft. Tief unter mir breiten sich die H\u00e4user von Zermatt im malerischen Talkessel aus, dazwischen hektisches Gewusel. Dar\u00fcber thronen majest\u00e4tisch und gletscherstrotzend die Viertausender der Bergwelt um das Mattertal. Eigentlich sollte man hier inne halten, die Szenerie genie\u00dfen, in sich aufsaugen und die Seele fliegen lassen. Aber nicht jetzt, der <strong>letzte Downhill<\/strong> steht an, <strong>vier Kilometer<\/strong>, teilweise steil, in Serpentinen, <strong>1.000 Hm bergab<\/strong>, um im Trubel von Zermatt unterzutauchen und die Stimmung in sich aufzusaugen. Ich konnte im Downhill noch mal f\u00fcnf L\u00e4ufer hinter mir lassen, f\u00fchle mich noch richtig gut. Als ich dann in die Zielgerade einbiege, scheine ich allein auf der Strecke zu sein, kein L\u00e4ufer vor mir, kein L\u00e4ufer hinter mir, nur ich und das begeisterte Publikum. Ich bekomme eine G\u00e4nsehaut,<strong> genie\u00dfe den Zieleinlauf wie nie zuvor<\/strong>, bin voller positiver Emotionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem <strong>Cool-Down im Chill-out Bereich<\/strong>, einigen Bechern Cola und Bissen Banane sowie dem Abholen des echt coolen <strong>Finisher-Shirts<\/strong> sind J\u00f6rn und ich direkt gen Spa-Bereich aufgebrochen; diesmal sogar ohne verwunderten Blick durch das Hotelpersonal. Ja, wir sind angekommen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_08-e1441632656372-150x150-1.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25026\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#171;Zwei &#171;Sieger&#187; mit ihrer Finishermedaille auf ihrem Balkon<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Da liege ich nun auf der Wasserliege, lasse meinen strapazierten K\u00f6rper von der Sonne bescheinen, Wasser pl\u00e4tschert. Lustige Luftblasen massieren meine Beine. Hier lassen wir den Lauf Revue passieren. Ich muss sagen, der <strong>beste Lauf<\/strong>, <strong>an dem ich bisher teilgenommen habe<\/strong>. Die <strong>Strecke mit all den Aus-, Tief- und Weitblicken,<\/strong> den <strong>traumhaften Trails<\/strong> und <strong>rassigen Downhills<\/strong>. Die <strong>Organisation mit Verpflegung, Streckenmarkierung, Helfern und Co. war bestens<\/strong>. Mit meinem <strong>67. Platz<\/strong> in <strong>6:55 h:mm<\/strong> bin ich sehr zufrieden, viel wichtiger war aber dieses wahnsinnig geile Gef\u00fchl fast den gesamten Lauf hindurch und die pure Emotion beim Zieleinlauf. Ich glaube man nennt das auch <strong>Runner\u2019s High<\/strong> \u2013 ein Runner\u2019s High \u00fcber jeden der 48 gelaufenen, gelittenen und gerannten Kilometer.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-epilog\">Epilog<\/h2>\n\n\n\n<p>Hinter uns verschwinden langsam die Schweizer Alpen am Horizont w\u00e4hrend wir im Auto \u00fcber den Asphalt d\u00fcsen \u2013 und damit werden die Matterhorn Ultraks zur Erinnerung. Die Peak Performance Truppe hat sich wieder in ganz Europa verteilt. Unser Zimmer im Hotel Monte Rosa ist bestimmt schon f\u00fcr die neuen G\u00e4ste hergerichtet, die sich \u00fcber das frische Obst und die Mini Bar freuen. Wir freuen uns auf unsere Frauen, die uns zwei Helden bestimmt auch sehnlichst erwarten. Ich glaube, an dieser Stelle m\u00f6chte ich meinen Dank loswerden. Danke an <strong>Peak Performance<\/strong>, dass sie uns eingeladen haben, diese tollen Tage in Zermatt verbringen zu d\u00fcrfen und beim Matterhorn Ultraks teilzunehmen. Danke an <strong>Mareen<\/strong> von Peak Performance, die das f\u00fcr uns ganz grandios gemanagt hat. Danke an <strong>J\u00f6rn<\/strong>, warst ein sehr angenehmer Zimmergef\u00e4hrte \u2013 zwei Chaoten vom Land im mond\u00e4nen 4-Sterne Schuppen. Und zu guter Letzt danke an <strong>Yvonne<\/strong>, dass sie meine ganzen L\u00e4ufereskapaden aush\u00e4lt \u2013 nicht selten hat der Wecker an einem Sonntagmorgen um 5:00 Uhr geklingelt, damit der Herr bei angenehmen Temperaturen drei Stunden durch die Landschaft rennen kann. Danke!!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Radio spielt inzwischen eines meiner liebsten Lauflieder (Imagine Dragons \u2013 On top of the world):<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_09.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild_09.jpg\" alt=\"Matterhorn Ultraks Trail 2015\" class=\"wp-image-25027\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Matterhorn Ultraks Trail 46k &#8211; Daumen hoch, genial war&#8217;s<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8218;Cause I&#8217;m on top of the world, &#8218;ay<br>I&#8217;m on top of the world, &#8218;ay<br>Waiting on this for a while now<br>Paying my dues to the dirt<br>I&#8217;ve been waiting to smile, &#8218;ay<br>Been holding it in for a while, &#8218;ay<br>Take it with me if I can<br>Been dreaming of this since a child<br>I&#8217;m on top of the world.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne, lauft weiter, bis ihr auf der Spitze der Welt seid \u2013 so wie ich beim Matterhorn Ultraks 2015!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bergwiesen haben schon einen herbstlich braunen Anstrich, die bl\u00fchenden Herbstzeitlosen k\u00fcnden bereits von den ersten k\u00fchlen Tagen. 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