{"id":99614,"date":"2023-08-25T09:00:00","date_gmt":"2023-08-25T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/?p=99614"},"modified":"2023-08-25T09:00:08","modified_gmt":"2023-08-25T07:00:08","slug":"pilze-sammeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/pilze-sammeln\/","title":{"rendered":"Ein bisschen was vom Pilze sammeln"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eWenn man einen Freund hat\u201c, sagte der kleine B\u00e4r, \u201eder Pilze finden kann, braucht man sich vor nichts zu f\u00fcrchten. Nicht wahr, Tiger?\u201c (aus \u201eOh wie sch\u00f6n ist Panama\u201c von Janosch)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-vom-sammeln-und-jagen\">Vom Sammeln und Jagen<\/h2>\n\n\n\n<p>Gibt es was Besseres, als frische Lebensmittel direkt aus der Natur? Eigentlich nicht! Und angesichts dessen, was es aus dem Reich der Fungi so alles bei uns in Mitteleuropa in Wald und Flur zu entdecken gibt, ist es sehr nachvollziehbar, dass die Zahl der eifrigen Pilzsammler stetig w\u00e4chst. Daher haben wir uns entschlossen, nach dem Artikel von Bergfreundin Janine zum Sammeln von Wildkr\u00e4utern auch einen f\u00fcr diejenigen, die \u201ein die Pilze\u201c wollen, nachzuschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein guter Freund Sepp sagt immer, die Bezeichnung \u201ePilze <em>sammeln<\/em>\u201c w\u00e4re irref\u00fchrend, sondern es sei eher ein \u201eJagen\u201c. Und in der Tat, nicht immer offenbaren sich die schmackhaften Fruchtk\u00f6rper den Suchenden. Und oft genug geht man mit leerem K\u00f6rbchen nach Hause. Nat\u00fcrlich, erfahrenere Sammler kennen ihre Pl\u00e4tze, sie k\u00f6nnen die verschiedenen Biotope bez\u00fcglich ihres Pilz-Potentials gut einsch\u00e4tzen. Sie wissen, welche Pilze zu welcher Jahreszeit Saison haben. Sie k\u00f6nnen au\u00dferdem die Witterungsbedingungen und deren Auswirkung auf die Schwammerln einsch\u00e4tzen, sodass missgl\u00fcckte Expeditionen potenziell seltener sind. Spannend bleibt es aber meistens dennoch! Und deshalb hat der kleine B\u00e4r aus Janoschs \u201eOh wie sch\u00f6n ist Panama\u201c eben doch ein st\u00fcckweit recht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pilze: vielseitige kleine Kerlchen<\/h2>\n\n\n\n<p>Klar, eine Pizza Funghi (die normalerweise mit Champignons (<em>Agaricus<\/em>) belegt ist) werden die meisten (jedenfalls diejenigen, die Pilze m\u00f6gen) schon mal gegessen haben. Aber die paar Pilzarten, die kultiviert werden k\u00f6nnen und daher im Handel immer zu haben und nicht zu teuer sind, kann man an einer Hand abz\u00e4hlen. Zwar nicht komplett sprichw\u00f6rtlich, wohl aber hinsichtlich des Bekanntheitsgrades. Denn <strong>Champignons<\/strong>, <strong>Austernpilzen <\/strong>(<em>Pleurotus ostreatus<\/em>), <strong>Shiitake<\/strong> (<em>Lentinula edodes<\/em>) und vielleicht noch <strong>Kr\u00e4uterseitlingen<\/strong> (<em>Pleurotus eryngii<\/em>) kann man in Superm\u00e4rkten begegnen. Die anderen Sorten tauchen eher in spezielleren Zusammenh\u00e4ngen (und meist in getrockneter Form) auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant wird es dann bei den nicht kultivierbaren Pilzen. Die kann man manchmal saisonal auf dem Wochenmarkt, oder, in getrockneter Form, teils auch in den Superm\u00e4rkten kaufen. Allerdings sind sie in der Regel ungleich teurer, und bei den getrockneten Varianten, im Handel \u00fcblicherweise Steinpilze (<em>Boletus edulis<\/em>), Morcheln (<em>Morchella<\/em>) oder Mu-Err\/Judasohr (<em>Auricularia auricularia-judae<\/em>), ist es so, dass gerade die beiden letztgenannten h\u00e4ufig aus Fernost stammen und entsprechend einen miserablen CO2 -Fu\u00dfabdruck mitbringen. Das ist insbesondere im Falle der Pilze hierzulande einfach unn\u00f6tig. F\u00fcr frische Steinpilze werden Preise von bis zu 50 \u20ac\/kg aufgerufen, wobei die dann in der Regel aus Osteuropa stammen. Bei getrockneten kann ungef\u00e4hr der doppelte Preis veranschlagt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Frische Pfifferlinge (<em>Cantharellus cibarius)<\/em>, die saisonal im Super- wie auf dem Wochenmarkt erh\u00e4ltlich sind, kommen wiederum meistens aus Osteuropa. Gerade diese beiden exquisiten Speisepilze gibt\u2019s aber auch bei uns im Wald. Daher lohnt es sich, sie -und einige andere- zu kennen und zu wissen, wann und wo sie gerne wachsen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr als nur Essen<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch interessant zu wissen: abgesehen vom Speisewert und der Schmackhaftigkeit einiger Pilze haben manche dieser seltsamen Wesen noch ganz andere Nutzungspotentiale zu bieten. Zuallererst m\u00fcssen an der Stelle gewisse Schlauchpilze aus der Gattung der Pinselschimmel (bedeutsam hier <em>Penicillium chrysogenum<\/em>), besser bekannt als <em>Penicilline<\/em>, genannt werden. Diese nat\u00fcrlichen Schimmelpilze wirken antibiotisch. Vermutlich haben die meisten von uns sie schon das ein oder andere mal in Tabletten- oder Saftform einnehmen d\u00fcrfen. Beispielsweise um einer Streptokokken-Infektion, einer beginnenden Borreliose oder anderen bakteriellen Infektionen den Garaus zu machen. Die zuf\u00e4llige Entdeckung dieser Wirkung durch Alexander Fleming 1928 war eine bahnbrechende Entwicklung der Medizin, die den Kampf gegen bakterielle Krankheiten komplett revolutioniert hat. Zudem hat sie das heutige Verst\u00e4ndnis der Behandlung bakterieller Erkrankungen ma\u00dfgeblich beeinflusst, ja, begr\u00fcndet!<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Zunderschwamm (<em>Fomes fomentarius<\/em>) hat man vielleicht auch hier und da geh\u00f6rt oder gelesen, und dieser Baumsch\u00e4dling hat es ebenfalls gewaltig in sich. Die Verwendung der mittleren Schicht dieses Baumpilzes (der sogenannten <em>Trama<\/em>) als Zunder hat ihm seinen Namen gegeben, die Bushcrafter unter uns wissen das. Allerdings ersch\u00f6pfen sich die Verwendungsm\u00f6glichkeiten darin keineswegs! Denn in mittel- und osteurop\u00e4ischen W\u00e4ldern von Bayern bis Rum\u00e4nien wurde aus eben jener Trama traditionell auch ein lederartiges Material gewonnen, das zu Taschen und H\u00fcten verarbeitet werden konnte und in einigen D\u00f6rfern Rum\u00e4niens immer noch wird. Veganes Textil mal ganz anders.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gefahrenpotential: Vorsicht beim Pilzesammeln!<\/h2>\n\n\n\n<p>Pilze sammeln ist spannend, und im Idealfall auch sehr lecker und gesund. Aber da es auch einige sehr giftige Arten gibt, die dar\u00fcber hinaus zum Teil recht unscheinbar ausschauen, ist es absolut essenziell genau zu wissen, welche Pilze man sammeln m\u00f6chte. Bei der kleinsten Unsicherheit sollte man unbedingt die Finger vom Fund lassen! Die meisten Giftpilze sehen eben nicht so signalhaft-toxisch aus wie der in dieser Hinsicht wirklich \u00fcber einen fairen Ph\u00e4noptyp verf\u00fcgende Fliegenpilz (<em>Amanita muscaria<\/em>.<em> <\/em>Der ist daf\u00fcr wiederum bei weitem nicht so giftig wie einige der anderen, weniger schrill ausschauenden Kandidaten).<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist der erste Schritt, bevor es in den Wald geht, <strong>sich ein<\/strong> <strong>gutes, umfassendes Bestimmungsbuch mit guten Fotografien zu besorgen<\/strong>. Am besten Outdoor-tauglich mit Schutzumschlag. <strong>Allerdings kann das Buch niemals den Rat eines Spezialisten ersetzen<\/strong>. Und den solltest Du Dir zu Beginn Deiner Pilzsucher-Karriere unbedingt immer einholen. Ein guter Start ist, eine gef\u00fchrte Pilzwanderung mitzumachen, und auch danach die Funde aus eigenen Ausfl\u00fcgen immer einem Experten zur Kontrolle vorzulegen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">R\u00f6hrlinge sind weniger giftig<\/h3>\n\n\n\n<p>Dennoch, die gute Nachricht zuerst. Es gibt eine einfache Methode, t\u00f6dlich giftige Exemplare auszuschlie\u00dfen: und zwar, in dem man sich beim Pilze Sammeln (weitestgehend) auf die (umgangssprachlich so genannten) R\u00f6hrlinge beschr\u00e4nkt! Denn alle bei uns vorkommenden t\u00f6dlich giftigen Pilze geh\u00f6ren zu den Lamellenpilzen. Das sind vom Typus her \u201eklassische\u201c Pilze wie es beispielsweise auch Champignons oder die allbekannten Fliegenpilze sind, bei denen sich unter dem Hut eine Fruchtschicht in Form von Lamellen (auch als \u201eBl\u00e4tter\u201c bezeichnet, siehe auch \u201eKnollenbl\u00e4tterpilz\u201c) befindet, wo die Sporen f\u00fcr die Fortpflanzung des Pilzes produziert werden. Bei den R\u00f6hrlingen hingegen sind diese sporenbildenden Fruchtschichten auf der Hutunterseite liegende, senkrecht ausgerichtete zylindrische R\u00f6hren, die dort f\u00fcr ein oft schwammartiges Aussehen sorgen. Und unter diesen Pilzen gibt es zahlreiche sehr schmackhafte Varianten, nur sehr wenige giftige, und gar keine t\u00f6dlich gef\u00e4hrlichen. Beschr\u00e4nkt man sich also auf sie, so ist eine gro\u00dfe Gefahrenquelle auf einen Schlag eliminiert!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Knollenblaetterpilz_zugeschnitten.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Knollenblaetterpilz_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der t\u00f6dlich gr\u00fcne Knollenbl\u00e4tterpilz\" class=\"wp-image-99657\" style=\"width:337px;height:253px\" width=\"337\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Knollenblaetterpilz_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Knollenblaetterpilz_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Knollenblaetterpilz_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der t\u00f6dlich gr\u00fcne Knollenbl\u00e4tterpilz<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>T\u00f6dlich giftige Pilze hingegen sind der gr\u00fcne (<em>Amanita phalloides<\/em>), der wei\u00dfe (<em>Amanita verna<\/em>) und der kegelh\u00fctige Knollenbl\u00e4tterpilz (<em>Amanita virosa<\/em>), die Fr\u00fchjahrs-Lorchel (<em>Gyromitra esculenta)<\/em>, der Orangefuchsige (<em>Cortinarius orellanus)<\/em> und Spitzgebuckelte Raukopf (<em>Cortinarius rubellus<\/em>) sowie verschiedene kleine Schirmlingsarten. Der Fleischrosa (<em>Lepiota josserandii<\/em>) und der Fleischbr\u00e4unliche Schirmling (<em>Lepiota brunneneoincarnata<\/em>) sowie der Gew\u00e4chshaus-Schirmling (<em>Lepiota citrophylla<\/em>). Allesamt Lamellen- oder Bl\u00e4tterpilze! Deswegen muss man bei ungen\u00fcgenden Kenntnissen -und das d\u00fcrfte auf die meisten von uns zutreffen. Einfach von allem, was in irgendeiner Form \u00e4hnlich sein k\u00f6nnte, Abstand halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Pilze sammeln irgendwelcher Arten, die auch nur entfernte \u00c4hnlichkeit mit einem der eben aufgef\u00fchrten Pilze haben, kann man nur dringendst abraten! Das sollte man Experten mit jahr(zehnt)elanger Erfahrung \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch das solltest Du bedenken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein anderes Problem: Pilze als eines der Endglieder der Nahrungskette reichern auch Schadstoffe und Strahlenbelastung an. Besonders die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl macht sich diesbez\u00fcglich leider nach wie vor bei den M\u00e4nnlein aus dem Walde bemerkbar. Seit dem Reaktor-Ungl\u00fcck 1986 sind Pilze, wie verschiedene andere \u201ewilde\u201c Nahrungsmittel auch, nicht ganz unproblematisch hinsichtlich ihrer Strahlenbelastung. Man muss zwar keinen Geigerz\u00e4hler mit zum Pilze sammeln nehmen, aber eben auch aus diesem Grund sollte der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verzehr von Pilzen vermieden werden. Das gilt umso mehr f\u00fcr die oben angesprochenen, gern aus dem osteurop\u00e4ischen Raum importierten Pilze, die teils nochmals deutlich erh\u00f6hte Strahlenwerte aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben k\u00f6nnen gebietsweise auch Schwermetall-Belastungen regional oder lokal auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich ist, wie bei den meisten Dingen im Leben, ein Zuviel auch bei Pilzen eh nicht gut. Denn das Pilz-Eiwei\u00df kann bisweilen schwer verdaulich sein. Das geht so weit, dass manche Personen viele Pilze \u00fcberhaupt nicht vertragen, oder nach dem Verzehr Probleme bekommen. Daher immer zun\u00e4chst vorsichtig probieren, ob die Pilze auch gut vertragen werden, und das Ganze erstmal lieber nicht \u00fcbertreiben. Manche Arten, die hier nicht (Schopftintling, <em>Coprinus comatus<\/em>) oder nur anekdotisch (Netzstieliger Hexenr\u00f6hrling, <em>Boletus luridus<\/em>) besprochen werden, sind zwar essbar, in Verbindung mit Alkohol aber giftig (Schopftintling). Oder k\u00f6nnen in dieser Kombination zumindest problematisch sein (Netzstieliger Hexenr\u00f6hrling).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Los geht\u2019s in den Wald, zu den Pilzen!<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt weltweit ungef\u00e4hr 120.000 Arten von Pilzen, von denen man wiederum weit \u00fcber 4.000 auch bei uns in Mitteleuropa finden kann. Die Anzahl ist nat\u00fcrlich erstmal schier \u00fcberw\u00e4ltigend, und w\u00fcrde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Deshalb m\u00f6chte ich mich auf lediglich zehn ausgew\u00e4hlte, f\u00fcr Speisepilzsammler relevante Beispiele konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie oben bereits angesprochen beschr\u00e4nke ich mich im Rahmen dieses Artikels gr\u00f6\u00dftenteils auf die sogenannten R\u00f6hrlinge. Warum? Weil es wie gesagt unter diesen Pilzen nur sehr wenig toxische und gar keine t\u00f6dlich giftigen Vertreter gibt. Die anderen Arten, die hier besprochen werden, aber nicht zu den R\u00f6hrlingen geh\u00f6ren, sind ebenfalls so ausgew\u00e4hlt, dass eine Verwechslung mit giftigen Pilzen unwahrscheinlich ist. Trotzdem an der Stelle nochmal die absolut ernstzunehmende Warnung: <strong>Unerfahrene Sammler sollten ihre Funde IMMER einem Experten zur Kontrolle vorlegen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits hat man dann eine ansonsten kaum m\u00f6gliche Sicherheit, und andererseits lernt man die verschiedenen Arten so auch besser kennen. Das Sammeln von Pilzen ist eine lebenslange Lernkurve, bei der man -und das nicht nur, aber vor allem- am Anfang unbedingt auf fachkundige Unterst\u00fctzung zur\u00fcckgreifen sollte. Anlaufstellen k\u00f6nnen dabei beispielsweise die lokale Volkshochschule oder die Niederlassung des NABU sein. Dort werden manchmal Pilzexkursionen und -Wanderungen unter pilzkundiger F\u00fchrung angeboten. Die <strong>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Mykologie e. V. <\/strong>(DGFM) bietet unter diesem <a href=\"https:\/\/www.dgfm-ev.de\/service\/pilzsachverstaendige\">Link<\/a> eine Suchfunktion, mit der Du solche Experten in Deiner N\u00e4he aufsp\u00fcren kannst, an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pilze vom Sammeln solltest Du am besten in einem luftdurchl\u00e4ssigen Weidenkorb transportieren und noch am selben Tag verarbeiten. Zum Ernten bietet sich ein<a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/s\/pilzmesser\/?searchparam=pilzmesser&amp;iBfResetSorting=1&amp;userInput=pilzmesser\"> Pilzmesser <\/a>an, das sind in der Regel Taschenmesser mit einer leicht gebogenen Klinge, die oft auch noch eine wirklich praktische B\u00fcrste am anderen Ende mitbringen, mit der Du den \u201eFang\u201c gleich etwas vom gr\u00f6bsten Dreck s\u00e4ubern kannst. Schneckenfra\u00dfstellen und Madeng\u00e4nge werden mit dem Messer entfernt und gut is\u2018. Also, auf geht\u2019s zum Pilze sammeln!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Steinpilz (<em>Boletus edulis<\/em>), mit Abgrenzung zu Satans- (<em>Boletus satanas<\/em>) und Gallenr\u00f6hrling (<em>Tylopilus felleus<\/em>)<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Klassiker aus dem Wald, aus der Familie der Dickr\u00f6hrlinge.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Steinpilz_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Steinpilz_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Steinpilz\" class=\"wp-image-99664\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Steinpilz_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Steinpilz_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Steinpilz_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Steinpilz<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So majest\u00e4tisch wie ikonisch steht der Steinpilz mit seinem bis zu 25 cm im Durchmesser erreichenden Hut bei g\u00fcnstigen Bedingungen ab etwa Juli bis Oktober\/November im Nadel- wie im Mischwald und schmeckt so gut, wie er ausschaut &#8211; perfekt zum Pilze sammeln. Die bei feuchten Bedingungen leicht klebrige Huthaut kann dabei von sehr hell \u00fcber ockerfarben bis rotbraun verschiedene F\u00e4rbungen haben. Auf der Unterseite des Hutes sind die R\u00f6hren jung wei\u00dflich bis cremefarben, werden sp\u00e4ter bei reiferen Exemplaren aber gern gelblich oder olivgr\u00fcn. Der Stiel kann wei\u00dflich sein oder die Stielfarbe aufnehmen, hat aber immer -wenigstens im oberen Teil- eine feine, helle Netzzeichnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Zubereitung ist der Steinpilz ein dankbarer Kunde, denn er eignet sich bestens f\u00fcr alle Zubereitungsarten und kann -wie nur eine Handvoll anderer Pilze- sogar roh genossen werden. Verwechslungsgefahr besteht hier -au\u00dfer mit einigen anderen Steinpilzarten- theoretisch nur mit dem giftigen Satansr\u00f6hrling, der dem Steinpilz in Gr\u00f6\u00dfe und Habitus in etwa entspricht, allerdings im Gegensatz zu diesem nahezu immer eine wei\u00dfliche Huthaut hat und \u00fcber gelbr\u00f6tlich bis blutr\u00f6tliche R\u00f6hren verf\u00fcgt, w\u00e4hrend der Stiel entweder ganz rot oder r\u00f6tlich beflockt auf gelbem Grund ist. Der Satansr\u00f6hrling erzeugt anhaltende Magen-Darmst\u00f6rungen, also aufpassen &amp; Finger weg!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Satans_Roehrlinge_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Satans_Roehrlinge_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Giftige Satans-R\u00f6hrlinge\" class=\"wp-image-99670\" style=\"width:250px\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Satans_Roehrlinge_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Satans_Roehrlinge_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Satans_Roehrlinge_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Giftige Satans-R\u00f6hrlinge<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Daneben gibt es noch den Sch\u00f6nfu\u00df-R\u00f6hrling, der dem Satans-R\u00f6hrling \u00e4hnelt, allerdings gelbe R\u00f6hren hat, und einen teilweise blut- oder karminroten, genetzten Stiel. Er ist sowohl bitter als auch giftig, allerdings nicht so stark wie der Satanspilz.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Verwechslungsm\u00f6glichkeit besteht mit dem zwar ungiftigen, aufgrund seiner starken Bitterkeit aber ungenie\u00dfbaren Gallenr\u00f6hrling. Dieser hat einen normalerweise etwas kleineren Hut als der Steinpilz, hat jung ebenfalls wei\u00dfliche R\u00f6hren, die dann aber rosa bis fleischfarben werden. Der Stiel ist olivfarben und kommt immer mit dunkler, grober Netzzeichnung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Gallenroehrling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Gallenroehrling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der ungenie\u00dfbare Gallenr\u00f6hrling\" class=\"wp-image-99676\" style=\"width:200px\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Gallenroehrling_zugeschnitten.jpg 750w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Gallenroehrling_zugeschnitten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der ungenie\u00dfbare Gallenr\u00f6hrling<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Da er nicht giftig ist, kann man ihn gut durch ein winziges Probiererle entlarven und dann stehenlassen, denn die Bitterkeit verschwindet beim Erhitzen nicht und verdirbt so das ganze Pilzgericht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Flockenstielige Hexenr\u00f6hrling (<em>Boletus erythropus<\/em>)<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein anderer exquisiter, h\u00e4ufig vorkommender Speisepilz ist der flockenstielige Hexenr\u00f6hrling. Bei ihm ist der Hut tief- bis dunkelbraun und samtig wie Wildleder. Der Stiel ist r\u00f6tlich beflockt, die R\u00f6hren sind dunkelrot und werden bei Druck stark blau. Das gelbliche Fruchtfleisch l\u00e4uft beim Durchschneiden sehr schnell tinten- bis schwarzblau an; nicht erschrecken, das ist normal! Du kannst den flockenstieligen Hexenr\u00f6hrling zwischen Juni und Oktober im Laub- und Nadelwald finden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Hexenroehrling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Hexenroehrling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der flockenstielige Hexenr\u00f6hrling\" class=\"wp-image-99682\" style=\"width:250px\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Hexenroehrling_zugeschnitten.jpg 750w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Hexenroehrling_zugeschnitten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der flockenstielige Hexenr\u00f6hrling<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Verwechselbar ist er mit dem netzstieligen Hexenr\u00f6hrling, dessen Huthaut oft etwas heller, ins Olive spielend gef\u00e4rbt ist, und sein Stiel ist grob r\u00f6tlich-braun genetzt. Auch der netzstielige Hexenr\u00f6hrling ist essbar, muss aber vor dem Verzehr gr\u00fcndlich erhitzt werden, und dar\u00fcber hinaus ist in Verbindung mit Alkohol eine vor\u00fcbergehende Giftwirkung m\u00f6glich. Mein Rat: lieber stehenlassen, nicht optimal zum Pilze sammeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Birkenr\u00f6hrling (<em>Leccinum scabrum<\/em>)<\/h3>\n\n\n\n<p>Dieser Pilz ist ein sehr gutes Beispiel f\u00fcr die Symbiose von Mykorrhiza (also dem Pilzmyzel im Boden, sozusagen dem \u201eeigentlichen\u201c Pilz) und Baumart aus der Gattung der Raufu\u00dfr\u00f6hrlinge. Man findet ihn ausschlie\u00dflich unter Birken, dort aber gerne h\u00e4ufig.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Birkenroehrling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Birkenroehrling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der Birkenr\u00f6hrling\" class=\"wp-image-99688\" style=\"width:200px\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Birkenroehrling_zugeschnitten.jpg 750w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Birkenroehrling_zugeschnitten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Birkenr\u00f6hrling<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Er hat einen kleinen Hut, der vier bis zw\u00f6lf Zentimeter im Durchmesser erreicht, und eine hell- bis dunkelbraune Huthaut, wobei der Hut erst charakteristisch halbkugelig ist, und dann im reifen Zustand flacher wird. Die Huthaut steht am Rande nicht \u00fcber den R\u00f6hren. Letztere sind jung wei\u00dflich bis cremefarben, werden sp\u00e4ter aber dunkler und sehen gern etwas \u201eschmutzig\u201c aus. Der wei\u00dfe Stiel hat schw\u00e4rzliche oder graubraune Schuppen, die ihn -wie ich finde- dem Stamm einer Birke irgendwie \u00e4hnlich aussehen l\u00e4sst. Trotz der vorangegangenen Ausf\u00fchrung muss man aber anmerken, dass dieser Pilz ph\u00e4notypisch eine recht gro\u00dfe Bandbreite hat; das geht bis hin zum Vorkommen v\u00f6llig wei\u00dfer Exemplare! Ein ausgezeichneter Mischpilz, der die Pilzpfanne bereichert, und sich zwischen Juni und Oktober entdecken l\u00e4sst &#8211; optimal zum Pilze sammeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Maronenr\u00f6hrling (<em>Imleria badia<\/em>)<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Maronenroehrling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Maronenroehrling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der Maronen-R\u00f6hrling\" class=\"wp-image-99694\" style=\"width:250px\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Maronenroehrling_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Maronenroehrling_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Maronenroehrling_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Maronen-R\u00f6hrling<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der h\u00fcbsche kleine Maronenr\u00f6hrling hat seinen Namen von der meist kastanienbraunen Huthaut, die das drei bis zehn Zentimeter breite H\u00fctchen ziert (und bei Regen leider schnell schmierig wird -schmecken tut das Ganze nat\u00fcrlich trotzdem). Die R\u00f6hren sind wiederum erst wei\u00dflich, und werden dann sp\u00e4ter olivgelb oder -gr\u00fcn. Auf Druck werden sie in der Regel blau. Der Stiel ist immer heller als der Hut, br\u00e4unlich gemasert, ohne dabei aber eine Netzzeichnung zu haben. Zu finden ist der Maronenr\u00f6hrling im Laub- und, h\u00e4ufiger, Nadelwald; von August bis November. Verwechslung: nur mit anderen essbaren, leckeren Arten und daher optimal beim Pilze sammeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Gold- oder L\u00e4rchenr\u00f6hrling (<em>Suillus grevillei<\/em>)<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Goldroehrling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Goldroehrling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der Gold- oder L\u00e4rchen-R\u00f6hrling\" class=\"wp-image-99703\" style=\"width:200px\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Goldroehrling_zugeschnitten.jpg 750w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Goldroehrling_zugeschnitten-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Gold- oder L\u00e4rchen-R\u00f6hrling<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr einen absoluten Symbiosepilz ist der bis zu zehn Zentimeter breit beh\u00fctete Goldr\u00f6hrling, der stets unter L\u00e4rchen w\u00e4chst. Er entstammt der etwas unappetitlich als \u201eSchmierr\u00f6hrlinge\u201c bezeichneten Gattung <em>Suillus<\/em>, die eben meist schmierig-schleimige H\u00fcte hat. Die R\u00f6hren sind goldgelb, k\u00f6nnen sp\u00e4ter aber auch schmutzig wirkend gelbbr\u00e4unlich sein; sie laufen gern etwas am Stiel hinab. Guter Mischpilz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Pfifferling (<em>Cantharellus cibarius<\/em>)<\/h3>\n\n\n\n<p>Von wegen keinen Pfifferling wert! Dieser Pilz ist nicht nur sehr bekannt, sondern auch extrem lecker, und veredelt jede Sahne- und Bratenso\u00dfe aufs Vorz\u00fcglichste. Allerdings ist er einer derjenigen Pilze, die von manchen nicht gut vertragen werden und schwer verdaulich sein k\u00f6nnen, daher beim ersten Ma(h)l vorsichtig probieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Pfifferling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Pfifferling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Pfifferlinge\" class=\"wp-image-99710\" style=\"width:250px\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Pfifferling_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Pfifferling_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Pfifferling_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pfifferlinge<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Pilz aus der Gattung der Leistlinge (in diesem Fall werden die am Stiel herablaufenden \u201eBl\u00e4tter\u201c oder Lamellen des Hymenophors als \u201eLeisten\u201c bezeichnet) kann von Juni bis etwa November im Laub- vor allem aber Nadelwald gefunden werden. Die Leisten sind dabei gegabelt. Der zwei bis maximal etwa neun Zentimeter breite Hut ist in aller Regel gelblich, teils zitronen- bis dottergelb, wird in reifem Zustand gern trichterf\u00f6rmig, wobei die R\u00e4nder lange eingerollt sind. Die trockene Huthaut ist jung bereift, und die Leisten sind -wie auch der Stiel- so gef\u00e4rbt wie der Hut. Der Pilz verstr\u00f6mt einen angenehm fruchtigen Duft. Da die Art eine gro\u00dfe ph\u00e4notypische Bandbreite aufweist, sind Pfifferlinge nicht immer leicht als solche zu identifizieren. Eine Verwechslung ist ansonsten mit dem \u00e4hnlichen, auch \u00e4hnlich gro\u00dfen falschen Pfifferling m\u00f6glich. Der ist zwar ebenfalls essbar, verursacht in gr\u00f6\u00dferen Mengen verzehrt allerdings Verdauungsst\u00f6rungen, also Vorsicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterscheiden tut sich der Falsche vom echten Pfifferling in der eher runden, glattrandigen und nicht eingerollten Hutgestalt, und einer Hutoberfl\u00e4che, die nicht bereift, daf\u00fcr aber filzig ist. Sein Fleisch ist saftlos, elastisch und geruchs- wie geschmacklos. In den Mittelmeerl\u00e4ndern besteht zudem die Gefahr einer Verwechslung mit dem wirklich giftigen \u00d6lbaumpilz (<em>Omphalotus olearius<\/em>), dort also besondere Vorsicht walten lassen, beziehungsweise nie ohne erfahrene Einheimische Pfifferlinge sammeln gehen. Bei uns in Mitteleuropa gibt es den \u00d6lbaumpilz nur in klimatisch besonders beg\u00fcnstigten Regionen wie in der Pfalz oder am Oberrhein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Herbst- oder Totentrompete (<em>Craterellus cornucopioides<\/em>)<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Herbsttrompete_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Herbsttrompete_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Herbst- oder Totentrompete\" class=\"wp-image-99716\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Herbsttrompete_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Herbsttrompete_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Herbsttrompete_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herbst- oder Totentrompete<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Herbsttrompete ist ein wirklich hervorragender Speisepilz, einer der Besten zum Pilze sammeln! Die andere Bezeichnung \u201eTotentrompete\u201c hat nichts mit irgendeiner Gefahr, Giftigkeit oder \u00c4hnlichem zu tun, sondern gr\u00fcndet in dem Umstand, dass diese Pilze bis in den November zu finden sind, und in diesem Monat werden eben auch -in r\u00f6misch-katholischer wie evangelischer Tradition- die Totengedenktage Allerseelen und Totensonntag begangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleinen, feinen Pilzchen mit ihren zwei bis sechs Zentimeter breiten Fruchtk\u00f6rpern erfreuen uns von August bis November im Laub- und, seltener, Nadelwald; gern unter Buchen und Eichen. Die Trompetchen treten lokal auch h\u00e4ufig auf, und sind getrocknet exquisit als W\u00fcrzpilze verwendbar; teils werden sie sogar zu (W\u00fcrz)Pulver zermahlen. Dann sind sie ein exzellentes W\u00fcrzmittel f\u00fcr Saucen, Suppe, Gem\u00fcse, Beilagen, Braten\u2026 Manche sprechen ihnen bei frischer Verwendung einen erh\u00f6hten Geschmackswert ab, aber das ist meiner Meinung nach Quatsch -ich liebe sie, ob frisch oder getrocknet! Herbsttrompeten sind wie kleine, schw\u00e4rzliche F\u00fcllh\u00f6rner geformt (daher der Zusatz \u201ecornucopioides\u201c), die innen hohl sind, mit d\u00fcnnfleischig-br\u00fcchiger Wand und umgeschlagenen, gewellten R\u00e4ndern. Die Fruchtschicht an der Au\u00dfenseite ist Aschgrau und hat eine gerunzelte Oberfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Sch\u00f6nste: die Herbsttrompete kann eigentlich kaum mit Giftpilzen verwechselt werden. Die Suche nach ihnen artet allerdings gelegentlich in ein Wettrennen gegen die Wildschweine aus: diese borstigen Feinschmecker aus dem Wald lieben die Pilze genauso wie wir, haben aber den Vorteil eines vielfach besseren Geruchssinns!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Riesenschirmling oder Parasol (<em>Macrolepiota procera<\/em>)<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenschirmling_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenschirmling_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Der Gro\u00dfe Riesenschirmling oder Parasol\" class=\"wp-image-99722\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenschirmling_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenschirmling_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenschirmling_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Gro\u00dfe Riesenschirmling oder Parasol<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Parasol (\u201eSonnenschirm\u201c) ist ein gewaltiger Schirmpilz, dessen Hut bis zu 30 cm im Durchmesser erreichen kann. Die Oberfl\u00e4che des Hutes ist mit hellbr\u00e4unlichen, zur (buckligen) Mitte hin dunkler werdenden, anliegenden Schuppen bedeckt. Der lange Stiel ist auf hellerem Grund braun genattert, die Basis ist knollig. Im oberen Bereich hat der Stiel einen dicken, doppelt berandeten Ring. Zu finden von Juli bis November. Sehr charakteristisch f\u00fcr den Parasol ist der sehr feine, nu\u00dfartige Geruch des Pilzes. Eine Verwechslung mit anderen gro\u00dfen Schirmlingen ist theoretisch m\u00f6glich, und da ist beim Gartenschirmling Vorsicht geboten, denn der wird von manchen nicht gut vertragen. Ein alter Pilzkenner hat mir einmal zu diesem gesagt \u201eda brauchsch halt an Saumaga\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im jungen Zustand ist der Hut des Parasol geschlossen, und man findet entsprechend ein \u201eHexenei\u201c am charakteristischen Stiel. Auch lecker, aber besser sind die ausgebreiteten H\u00fcte: diese lassen sich panieren, und wie ein Schnitzel im Fett ausbacken. Schmeckt k\u00f6stlich, und probiert man dieses \u201eWald\u201c-Schnitzel erst einmal, wird einem schnell klar, warum eine inoffizielle Bezeichnung des Parasol auch \u201eKalbfleischpilz\u201c lautet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Riesenbovist (<em>Langermannia gigantea<\/em>)<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenboviste_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenboviste_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Riesenboviste\" class=\"wp-image-99728\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenboviste_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenboviste_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Riesenboviste_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Riesenboviste<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und gleich nochmal ein echtes Gro\u00dfkaliber: der Riesenbovist! Kein \u201eklassischer\u201c Pilz mit Schirm, sondern eben ein kugelf\u00f6rmiger Bovist, der normalerweise einen Fruchtk\u00f6rper-Durchmesser von 15 bis 30, maximal auch 50 Zentimeter hat. Dieser Pilz ist jung essbar. Dann hat der Pilz festes Fleisch, und die F\u00e4rbung ist rein wei\u00df. Wie bei Bovisten \u00fcblich, bildet sich die Sporenmasse im Inneren bei der Reife, das Fleisch wird weich, und das Innere staubig und olivbraun. Dann kann man ihn nicht mehr essen! Finden kannst Du diesen Pilz von Juli bis Oktober, teils in Laubw\u00e4ldern, \u00f6fter aber auf Wiesen, Weiden; auch in G\u00e4rten und Parks. Eine Verwechslung ist durch die schiere Gr\u00f6\u00dfe eigentlich unm\u00f6glich. Man kann den Bovist in Scheiben schneiden und paniert ausbacken, auch anbraten. Er l\u00e4sst sich auch gut einfrieren, allerdings sollte dann vorher die Au\u00dfenhaut entfernt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Krause Glucke oder Fette Henne (<em>Sparassis crispa<\/em>)<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Beste zum Schluss: so seltsam die Krause Glucke ausschaut, so gut schmeckt sie! Auch die Krause Glucke hat erstmal wenig vom gewohnten Erscheinungsbild der Pilze, wohl aber sehr viel vom angenehmen Geruch und delikaten Geschmack.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Krause-Glucke_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Krause-Glucke_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Die Krause Glucke\" class=\"wp-image-99734\" style=\"width:364px;height:273px\" width=\"364\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Krause-Glucke_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Krause-Glucke_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Krause-Glucke_zugeschnitten-768x577.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Krause Glucke<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dieser merkw\u00fcrdige, Ocker- oder beige gef\u00e4rbte, bis 40 cm gro\u00df werdende Pilz, der im Aussehen an eine Mischung aus Badeschwamm und Blumenkohl erinnert, ist streng genommen ein ziemlich fieser Baumsch\u00e4dling, der \u00fcber Verletzungen des Baumes in dessen Kernholz eindringt, und seinen Fruchtk\u00f6rper dann am -oder nicht weit entfernt vom- Stamm ausbildet. Dabei bef\u00e4llt die Krause Glucke fast ausschlie\u00dflich Kiefern, kann vereinzelt aber auch an L\u00e4rchen oder Fichten gefunden werden. Die namensgebende, krause Au\u00dfenstruktur ist stark und eng gewunden, wobei die \u00e4u\u00dfersten R\u00e4nder eine br\u00e4unliche Kante haben. Der Pilz erscheint zwischen August und November, und verwechseln kannst Du ihn eigentlich nur mit der Breitbl\u00e4ttrigen Glucke (<em>Sparassis brevipes<\/em>), die allerdings ebenfalls essbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fruchtfleisch ist roh knorpelig und zubereitet bissfest; es eignet sich f\u00fcr die Herstellung der besten aller Sahneso\u00dfen. Einziger Nachteil: der Fruchtk\u00f6rper w\u00e4chst durch den Boden nach oben, und durch die gewundene Struktur des Pilzes ist die Reinigung schwierig. Ich habe schon alles probiert, mit dem Duschkopf, klein schneiden und ausputzen\u2026 alles sehr m\u00fchsam, mit teils unbefriedigendem Ergebnis. Mein Tipp: sauber machen, so gut es geht (also vor allem eingewachsene Erdklumpen, Schnecken und Insekten entfernen), und dann bei der Zubereitung ordentlich schwarzen Pfeffer dazu, der schmeckt erstens gut, und zweitens f\u00e4llt dann das Sediment nicht mehr so sehr auf! Zum Beispiel so:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Tagliatelle_zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Tagliatelle_zugeschnitten.jpg\" alt=\"Tagliatelle mit Pilz-Sahne-Sauce aus einer Krausen Glucke\" class=\"wp-image-99740\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Tagliatelle_zugeschnitten.jpg 1000w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Tagliatelle_zugeschnitten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Tagliatelle_zugeschnitten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tagliatelle mit Pilz-Sahne-Sauce aus einer Krausen Glucke<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pilze trocknen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Trocknen ist die traditionelle Art, Pilze haltbar zu machen. Allerdings eignen sich daf\u00fcr nur Arten, die nicht schnell verderblich sind; auch d\u00fcrfen sie -witterungsbedingt- nicht zu viel Wasser aufgenommen haben. Sie sollten trocken und sauber sein, wenn m\u00f6glich nicht gewaschen werden (Wasser m\u00f6gen sie einfach nicht). Man schneidet die Pilze dann recht feinbl\u00e4ttrig auf, und breitet sie an einem sonnigen Fenster oder am Heizk\u00f6rper auf Backpapier aus; oder man h\u00e4ngt sie, auf einen Faden gef\u00e4delt, in die trocken-warme Luft eines Dachbodens.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem D\u00f6rrofen k\u00f6nnen Pilze bei 50\u00b0C f\u00fcr drei bis vier Stunden getrocknet werden. Wenn Du im Backofen trocknen m\u00f6chtest, ist es wichtig, dass die T\u00fcr einen Spalt weit offenbleibt, damit die Luft zirkulieren kann. Und auch hier empfiehlt sich ebenfalls eine Temperatur von etwa 50\u00b0C, bei einer Dauer von zwei bis vier Stunden, je nach Leistung des Backofens. Fertig getrocknet sind sie, wenn sie auf dem Backpapier beim Sch\u00fctteln trocken rascheln. In ein Glas gef\u00fcllt halten die Pilze sich dann monatelang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pilze zubereiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ok, es gibt zwar so viele Zubereitungsarten, wie essbare Pilze -aber letztlich gen\u00fcgt es erstmal, ein paar sehr einfache Rezepte zu kennen. Am allerliebsten habe ich frische Pilze aus dem Wald einfach mit einer klein geschnittenen Zwiebel und ordentlich gehackter Petersilie in einer 1:1 Mischung aus Oliven\u00f6l und Butter in der Pfanne geschwenkt. Etwas Salz und Pfeffer, und fertig ist das Gourmet-Mahl; eine Scheibe frisches Brot dazu: mehr braucht es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das eben genannte Vorgehen kann man mit einem Becher Sahne schon zur genialen Pasta-Sauce veredeln; optional auch mit etwas anger\u00f6stetem Mehl angedickt, damit die Sauce gehaltvoller wird. Ansonsten lassen sich nat\u00fcrlich Pizzen mit aufgeschnittenen Pilzen belegen (und gewinnen dadurch normalerweise ganz sch\u00f6n!), und wir hatten in einem extrem goldenen Herbst bereits so oft Steinpilz-Pasta gehabt, dass wir einen erneuten, reichen Fund zu einer Steinpilz-Quiche verarbeitet haben. Bei ein paar der oben besprochenen Kandidaten bieten sich spezielle Zubereitungs- oder Verwertungsarten an, die dort dann auch entsprechend erw\u00e4hnt wurden. Ein Pilz-Omelett ist auch etwas Feines\u2026. Die M\u00f6glichkeiten sind unendlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nachhaltig und fair bleiben: nur f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Bedarf Pilze sammeln<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie immer, wenn es um nat\u00fcrliche Ressourcen geht, gilt auch hier: nur entnehmen, was man selber braucht. Das ist gesetzlich ohnehin so vorgeschrieben; gesammelt werden darf nur f\u00fcr den Eigenbedarf (\u00a739(3) Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)). Was denn genau der Eigenbedarf ist, spezifiziert das BNatSchG allerdings nicht n\u00e4her, und auch im Landeswaldgesetz Baden-W\u00fcrttemberg ist beispielsweise lediglich von einer Entnahme in \u201eorts\u00fcblichem Umfang\u201c die Rede. Genaueres bestimmen die regionalen Landrats\u00e4mter, aber als Richtwert gilt 1 Kilogramm pro Person, beziehungsweise nicht mehr Pilze, als f\u00fcr eine Mahlzeit n\u00f6tig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sehr wichtig: das richtige Abernten der Pilze. Das kann auf zwei Arten geschehen: entweder, man dreht den ganzen Fruchtk\u00f6rper inklusive Stielansatz sanft und vorsichtig aus der Erde, oder man schneidet ihn dicht \u00fcber dem Boden sauber ab. Denn nur so kann man es vermeiden, das empfindliche Pilzgeflecht (Myzel), welches sich im Boden befindet und den eigentlichen Pilz darstellt, zu verletzen. Und jetzt viel Erfolg und Spa\u00df!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literatur<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>D\u00e4hncke, Rose Marie 1988: Pilzsammlers Kochbuch. Die besten Speisepilze sicher bestimmen und schmackhaft zubereiten. Gr\u00e4fe und Unzer, M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerhardt, Ewald 1997: Der grosse BLV-Pilzf\u00fchrer f\u00fcr unterwegs: \u00fcber 1200 Arten, \u00fcber 1000 Farbfotos. BLV Verlagsgesellschaft mbH, M\u00fcnchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn man einen Freund hat\u201c, sagte der kleine B\u00e4r, \u201eder Pilze finden kann, braucht man sich vor nichts zu f\u00fcrchten. Nicht wahr, Tiger?\u201c (aus \u201eOh wie sch\u00f6n ist Panama\u201c von Janosch) Vom Sammeln und Jagen Gibt es was Besseres, als frische Lebensmittel direkt aus der Natur? Eigentlich nicht! 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