Sonne und blauer Himmel

Was hilft gegen Sonnenbrand? – Tipps von Schutz bis Behandlung

Sonnenbrand ist nicht nur lästig und unangenehm, sondern kann auf lange Sicht auch gesundheitsschädlich sein. Besser also, man lässt es erst gar nicht so weit kommen. Aber: Was hilft gegen Sonnenbrand? Wie kann ich mich zuverlässig schützen? Und überhaupt, was ist eigentlich Sonnenbrand und wie entsteht er? Keine Sorge, all das klären wir in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Sonnenbrand und wie er entsteht

Wie der Name schon sagt, ähnelt Sonnenbrand einer „normalen“ Verbrennung. Diese wird durch die UVB-Strahlung des Sonnenlichts hervorgerufen. Zusätzlich kann UVA-Strahlung die Haut angreifen und die Haut schneller altern lassen. Wie genau Sonnenbrand entsteht, ist allerdings nicht ganz leicht zu erklären. Wir begnügen uns daher mit einer groben Vereinfachung: Kommt die Haut (zu lange) mit Sonnenlicht in Kontakt, sorgt die UV-Strahlung für eine Veränderung der Zellen, was wiederum die Produktion eines entzündungsfördernden Stoffs begünstigt und somit die allseits bekannten Symptome hervorruft. Es kommt zu Hautrötungen, unangenehmem Brennen oder der Sonnenbrand juckt und die Haut beginnt sich ggf. nach und nach abzulösen.

Wie empfindlich Deine Haut auf UV-Strahlung reagiert, hängt übrigens von Deinem Hauttyp ab. Hierzu gibt es in der Medizin eine grobe Einteilung, die insgesamt sechs unterschiedliche Hauttypen umfasst. Eine Einschätzung liefert Dir der Fragebogen des Bundesamts für Strahlenschutz. Menschen mit Hauttyp 1 reagieren dabei am empfindlichsten auf Sonnenstrahlung, Personen mit dem dunkelsten Hauttyp 6 bekommen in der Regel kaum Sonnenbrand.

Wie lange Du in der Sonne bleiben kannst, hängt von Deinem Hauttyp und dem vorherrschenden UV-Index ab. Hieraus ergibt sich die Eigenschutzzeit der Haut, die standardisiert für den UV-Index 8 (sonniger Sommertag in Mitteleuropa) angegeben wird:

  • Hauttyp 1: 5–10 Minuten
  • Hauttyp 2: 10–20 Minuten
  • Hauttyp 3: 20–30 Minuten
  • Hauttyp 4: 40 Minuten
  • Hauttyp 5: 60 Minuten
  • Hauttyp 6: 90 Minuten
  • Kinder: 5–10 Minuten
Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Hauttypen
Menschen besitzen unterschiedliche Hauttypen, die die ungeschützte Aufenthaltsdauer in der Sonne bestimmen.

Guter Sonnenschutz bewahrt Dich vor Sonnenbrand

Am besten ist es natürlich, wenn Du erst gar keinen Sonnenbrand bekommst. Je nachdem, welchem Hauttyp Du angehörst, bist Du mehr oder weniger gefährdet. Das heißt aber auch, dass Du Dich nur grob an Deinen Mitmenschen orientieren kannst. Welche Maßnahmen Du bei Aktivitäten im Freien, einer Bergtour oder beim Skifahren ergreifen musst, hängt stark davon ab, wie empfindlich Deine Haut ist. Wichtig: Dabei auch an das Gesicht und die Lippen denken!

Auch Deine Augen können unter zu starker Sonneneinstrahlung leiden. Stichwort: Schneeblindheit. Probleme dieser Art treten nicht nur in Verbindung mit Eis und Schnee auf, sondern können sich immer dann einstellen, wenn Deine Augen zu lange zu starker UV-Strahlung ausgesetzt sind. Beispielsweise im Hochsommer beim Bergwandern oder am Strand und auf dem Wasser. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Augen ebenfalls vor UV-Strahlung schützt. Das geht am einfachsten mit einer geeigneten Sonnenbrille der Kategorie 3 oder 4.

Sonnenschutz durch Kleidung

Ein einfaches Mittel, sich vor Sonne zu schützen, ist, sich entsprechend zu kleiden. Hierbei ist es vor allem wichtig, Körperstellen, die der Sonne besonders stark ausgesetzt sind, zu bedecken. Hierzu gehören beispielsweise die Schultern und der Nacken. Wer empfindliche Haut oder sehr helles oder schütteres Haar hat, sollte außerdem einen Sonnenhut oder eine Schildmütze tragen.

Bei besonders intensiver UV-Strahlung, kann selbstverständlich auch lange Kleidung helfen, das ist aber gerade im Hochsommer nicht besonders angenehm. Dennoch: Wenn Du beispielsweise bei einer Bergtour feststellst, dass sich Deine Arme schon anfangen zu röten, ist es durchaus sinnvoll, schnell ein Longsleeve überzuziehen.

Dabei solltest Du jedoch beachten, dass nicht jedes Kleidungsstück gleich gut vor der Sonne schützt. Gerade bei dünnen Materialien, egal ob Kunstfaser oder Baumwolle, kann es in Verbindung mit starker UV-Strahlung und empfindlicher Haut zu Problemen kommen. Aus diesem Grund haben Hersteller Kleidung mit UV-Schutz im Angebot. Kleidungsstücke dieser Art unterscheiden sich optisch in der Regel nicht von ihren „normalen“ Kollegen, bieten Dir aber einen guten Schutz vor der Sonne. Entsprechende Produkte kannst Du hier bei uns im Shop über den Filer „UV-Schutz“ finden. Beispielsweise Caps mit UV-Schutz.

Gruppe von Menschen am See an einem sonnigen Tag
Trotz hoher Temperaturen kann das Tragen langer Kleidung sinnvoll sein.

Sonnencreme richtig anwenden

Für den Einsatz in den Bergen, auf Gletschern und im Schnee, solltest Du eine Sonnencreme (-milch, -gel, Du weißt schon…) wählen, die einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor hat: mindestens LSF 30, besser noch LSF 50 oder 50+. Durch die Anwendung von Sonnencreme verlängert sich die Eigenschutzzeit der Haut um den angegebenen Faktor.

Hierzu ein Beispiel:

Mein Hauttyp liegt irgendwo zwischen 3 und 4, die Eigenschutzzeit der Haut liegt somit theoretisch bei etwa 30 Minuten. Für Personen mit Hauttyp 1 ist die Eigenschutzzeit mit maximal 10 Minuten deutlich kürzer. Verwende ich eine Sonnencreme mit LSF 30, bin ich in der Theorie 900 Minuten geschützt. Personen mit Hauttyp 1 hingegen nur 300 Minuten.

Berechnung: Eigenschutzzeit in Minuten × LSF der Sonnencreme = geschützte Zeit in Minuten

Bitte beachten: Hierbei handelt es sich um theoretische Werte, die der Verdeutlichung dienen. Jeder reagiert individuell anders. Ein höherer UV-Wert (Hochgebirge, Schnee, Wasser) sorgt außerdem für eine geringere Schutzzeit. Zusätzlich können auch zahlreiche Faktoren den Schutz durch Sonnencreme verringern, beispielsweise starkes Schwitzen oder zu dünnes Auftragen.

Um optimal geschützt zu sein, musst Du die Sonnencreme auftragen, bevor Du in die Sonne gehst. Erst nach etwa 30 Minuten ist der volle Sonnenschutz gegeben. Zusätzlich solltest Du nach einiger Zeit im Freien zur Sicherheit nochmals neue Sonnencreme auftragen. Hierdurch stellst Du sicher, dass beispielsweise nach starkem Schwitzen oder einem Bad noch ausreichend Creme vorhanden ist. Die generelle Schutzzeit wird dadurch allerdings nicht verlängert.

Übrigens: Sonnencreme kann altern, was die Schutzwirkung teilweise drastisch verringern kann. Sonnencreme, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum deutlich überschritten hat oder älter als 2–3 Jahre ist, solltest Du daher vorsichtshalber entsorgen.

Sonnencremetube am Strand
Erst 30 Minuten nach Auftragen der Sonnencreme ist die volle Schutzwirkung erreicht.

Was tun bei Sonnenbrand? – So solltest Du reagieren

Manchmal ist es wie verhext, alle Vorsicht hat nichts gebracht und man hat sich doch einen Sonnenbrand eingefangen. Mir ist das schon an eher bewölkten Tagen beim Skifahren passiert. Denn im Schnee und Hochgebirge kann die UV-Belastung auch dann vergleichsweise hoch sein, wenn die Sonne nicht oder nur gelegentlich scheint. Schön wäre es da, wäre der Sonnenbrand weg, über Nacht…

Hierzu gleich mal eine schlechte Nachricht: Ein Sonnenbrand braucht in etwa eine Woche, um vollständig auszuheilen. Haus- und Arzneimittel können dabei unterstützend wirken und Dir Linderung verschaffen. Außerdem verhindern einige Mittel, dass sich die Haut weiter entzündet. Ein wahres Wundermittel, das aber den Sonnenbrand schnell verschwinden lässt, gibt es nicht.

Aber was hilft bei Sonnenbrand? Hier kommen ein paar Tipps.

Akute Sofortmaßnahmen

Wenn Du bereits unterwegs feststellst, dass Deine Haut Anzeichen eines Sonnenbrands aufweist, ist es wichtig, schnell zu handeln. Heißt: Raus aus der Sonne, Schatten aufsuchen. Zusätzlich solltest Du die betroffenen Körperstellen schützen und nach Möglichkeit bedecken. Beispielsweise durch lange Kleidung, einen Schal oder einen Sonnenhut, den Du Dir tief ins Gesicht ziehst.

Darüber hinaus ist es wichtig, viel zu trinken, um den drohenden Flüssigkeitsverlust der Haut auszugleichen. Ruhe im Anschluss an die Tour kann zudem die Regeneration Deiner Haut fördern. Zusätzlich solltest Du Dich in den darauffolgenden Tagen überwiegend im Innenraum aufhalten und die Sonne meiden. Nur so kann der Sonnenbrand gut abheilen.

Frau trinkt Wasser
Wenn Du einen Sonnenbrand hast, ist es wichtig, dass Du viel trinkst, um den drohenden Flüssigkeitsverlust der Haut auszugleichen.

Hausmittel bei Sonnenbrand

Ist Dein Sonnenbrand nicht zu stark ausgeprägt, oder Drogerie und Apotheke haben gerade geschlossen, dann kannst Du mit Hausmitteln gegen den Sonnenbrand vorgehen.

  • Kühlen bei Sonnenbrand. Kühlpads oder Kühlakkus können in einem frühen Stadium wahre Wunder bewirken. Durch die Kälte verengen sich die Gefäße und die entzündungsfördernde Flüssigkeit, die bei einem Sonnenbrand entsteht, kann sich weniger schnell ausbreiten. Damit Du Dir durch die Kühlpads keine Erfrierungen zuziehst, wickelst Du sie am besten in ein Geschirrtuch. Alternative: Auch ein feuchter Lappen wirkt kühlend.
  • Quark wirkt bei Sonnenbrand ebenfalls kühlend. Dass Quark darüber hinaus entzündungshemmende Eigenschaften hat, ist jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Außerdem solltest Du den Quark nicht zu lange auf der Haut lassen, weil dieser im Extremfall sogar zu einem Hitzestau führen und somit Irritationen hervorrufen kann. Bildet der Sonnenbrand bereits Blasen, ist Quark tabu.
  • Auch Aloe Vera wird oft als sehr angenehm empfunden. Auch hier liegt der primäre Nutzen beim kühlenden Effekt des Gels. Darüber hinaus soll Aloe Vera feuchtigkeitsspendend und reizlindernd sein. Dies ist bislang jedoch nicht eindeutig durch Studien belegt.
  • After-Sun-Cremes haben, verglichen mit herkömmlichen Körpercremes, einen höheren Feuchtigkeitsgehalt und einen niedrigeren Fettanteil. Das wiederum hilft der Haut bei der Regeneration.

Andere beliebte Hausmittel sind bei Sonnenbrand jedoch ungeeignet. Hierzu zählen: Apfelessig, Franzbranntwein, Kokosöl.

Portion Quark im Close-Up.
Quark wirkt als altes Hausmittel bei Sonnenbrand ebenfalls kühlend, sollte aber nicht zu lange aufgetragen werden.

Medizinische Behandlung bei Sonnenbrand

Was aber kann man bei einem Sonnenbrand machen, wenn dieser deutlich stärker als nur eine ordentliche Rötung ausfällt? Im Zweifelsfall führt in solchen Fällen der Weg definitiv zum Arzt. Vor allem auch dann, wenn sich große Blasen bilden oder weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Kreislaufstörungen auftreten. Auch (Klein-)Kinder mit Sonnenbrand sollten einem Arzt vorgestellt werden. Er kann die Schwere des Sonnenbrands einschätzen und eine geeignete Therapie einleiten.

Außerdem können apothekenpflichtige Arzneimittel Linderung bringen. Eingesetzt werden beispielsweise:

  • Antihistaminika helfen gegen juckende Haut
  • Dexpanthenol hilft bei der Wundheilung
  • Hydrocortison hemmt die Entzündung

Wichtig: Diese Liste dient nur zur Übersicht. Lass Dich hierzu auf jeden Fall ausführlich in der Apotheke oder von einem Arzt beraten.

Kurzfassung

Einen Sonnenbrand schnell loswerden, das ist nicht so einfach möglich. Die Haut braucht immer eine gewisse Zeit, sich zu regenerieren. Hierbei können Haus- und Arzneimittel hilfreich sein. Was also tun gegen Sonnenbrand? So banal das klingt: Am besten ist es, wenn Du es erst gar nicht so weit kommen lässt und Dich mit Kleidung, Sonnencreme und ausreichend Pausen im Schatten vor der UV-Strahlung schützt.

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Bergfreundin Lisa

Lisa Kopas ist freie Texterin und Autorin für den Outdoor-Blog der Bergfreunde. Seit ihrer Kindheit ist sie draußen unterwegs – auf Ski, mit dem Mountainbike, auf dem Rennrad oder am Fels. Klettern, Hochtouren, Skitouren und Langlaufen gehören seit Jahren zu ihren festen Disziplinen. Lisa macht besonders gerne Bergtouren wie die Watzmannüberschreitung, die Ellmauer Halt oder den Corno Grande, bei denen auch alpine Erfahrung gefragt ist. Ihre Texte verbinden persönliche Erfahrung mit fundiertem Wissen rund um Outdoor-Ausrüstung und Bergsport.

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